Softwarekollaps bei VW: Vor 3 Jahren war die Katastrophe fast perfekt

VW Prototyp Teaser neues Modell Hero

Vor drei Jahren stand Volkswagen vor der Katastrophe. Der vollständige Software-Kollaps war fast perfekt. Es war wohl so schlimm, wie die meisten damals kommuniziert haben, wobei in der Autobranche immer noch der Fall ist, dass nicht alles so nach außen dringt, wie das in anderen Branchen üblich ist. Leaks von Fahrzeugen gibt es zum Beispiel ziemlich selten.

Vor drei Jahren befand sich das Unternehmen in einer Situation, in der die Softwareentwicklung fast vollständig zusammengebrochen wäre.

Bei VW hat vor einigen Jahren die Krise begonnen, durch die man seither läuft, und das in vielen Bereichen – unter anderem in der Software. Seither wurde die Softwareentwicklung grundlegend neu organisiert, damit man die Komplexität besser beherrschen kann und die Krisensituation endlich hinter sich lassen kann.

Zusammenarbeit mit Rivian und neue Software-Architektur

Unter anderem entstand daraus eine Zusammenarbeit mit Rivian in den USA. Das Joint Venture arbeitet seither an der zukünftigen Software-Architektur, die bei VW und Audi in Kürze zum Einsatz kommt. Ab 2027 soll es bekannterweise losgehen. Oliver Blume räumt ein, dass man unter anderem in Europa immer noch große Probleme und Sorgen hat, wenn es um die Software geht.

Interessant dazu: Meilenstein für RV Tech: VW und Rivian sind fertig mit Wintertests für Software-Autos ab dem ID.Every1.

Neue Projekte werden meist durch viel zu lange Analysephasen blockiert und können daher nicht schnell umgesetzt werden. Dabei ist interessant, dass Blume eine Abkehr vom Perfektionismus fordert. Stattdessen möchte er mehr Mut. Das heißt: 80-Prozent-Lösungen sollen schneller umgesetzt werden, statt zu warten, bis alles perfekt ist. Nur so könne man mit der globalen Geschwindigkeit mithalten.

Wettbewerb mit China und die Batteriezellproduktion

Das ist natürlich absolut gegen das, was ein „typischer Deutscher“ eigentlich anstrebt. Aber wir wissen auch, dass man wahrscheinlich diesen Weg gehen muss, um mit China mithalten zu können. Obwohl es bei VW viele Probleme in den letzten Jahren gegeben hat, sei zumindest das technische Wissen absolut in der ersten Liga der weltweiten Elektromobilität, sagt Blume gegenüber der FAZ.

Er sieht aber auch ein, dass man vor 20 Jahren noch sehr über China gelacht hat, als es rund um 2008 bereits um die Elektromobilität ging, als die Welt nach China zu den olympischen Spielen geschaut hat. Und ja, heute sehen wir den Stand: China ist uns insgesamt dann doch voraus und hat einen Vorsprung, den wir erst einmal wieder aufholen müssen.

Ich habe mal kurz nachgeschaut: Schon 2004 wurde darüber berichtet, dass China 2008 auf Elektrobusse zu den olympischen Spielen setzt.

Blume sieht außerdem ein großes Problem in der europäischen Batteriezellproduktion. Das ist ebenfalls ein Punkt, bei dem viel aufgeholt werden muss, was VW erst nacheinander schafft. Bei den neuen elektrischen Kleinwagen stecken Batterien drin, die in europäischen Werken von VW entstehen, etwa in Salzgitter.

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