Twingo Elektro: 600 km Härtetest erfordert Nerven an Ladesäulen

Renault Twingo E-Tech 1

600 Kilometer auf der Autobahn sind für elektrische Kleinwagen wie dem Renault Twingo E-Tech und seine Fahrer eine echte Geduldsprobe. Ein neuer Härtetest untermauert, dass man nur im Notfall mit diesen Autos weite Strecken fahren sollte.

Obwohl elektrische Kleinwagen technisch heute schon einen komplett anderen Stand als vor zehn Jahren haben, sie sind weiterhin nicht für die Langstrecke gebaut. Das zeigt ein Härtetest mit dem elektrischen Renault Twingo, der dafür über 600 Kilometer auf der Autobahn bewegt wurde. Das hat mal eben über 9:30 Stunden gedauert.

Eine ungünstige Konstellation: Der kleine Akku lädt auch noch langsam

Nein, man stand dafür nicht ewig im Stau oder ist nur 80 km/h gefahren, hier sind einfach die kleine Batterie bzw. die schlechte DC-Ladeleistung das Problem. Die Batterie (27,5 kWh) trägt auf der Autobahn nicht weit. Und wenn man dann laden muss, ist die Performance am Schnelllader (50 kW) einfach zu schwach. Insgesamt haben die Tester ca. 2 Stunden bei insgesamt 5 Ladestopps gewartet.

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Wenn wir mal Ladekurven im Netz anschauen, dann macht es auch echt keinen Spaß. 10 bis 80 Prozent können gut 40 Minuten dauern. Ein Problem scheint das passive Kühlsystem zu sein, dadurch könnte der Akku oft zu warm sein und drosselt die Ladegeschwindigkeit, im Test der Kollegen zum Beispiel auf 24 kW bei nur 35 Prozent SoC.

Ein weiteres Problem kann die Ladesäule sein. Einige 50 kW Ladestationen, die immer noch verbreitet sind, haben eine begrenzte Stromstärke und liefern dann womöglich nur bis zu 39 kW. Ist die Leistung jedoch konstant, sei der Zeitunterschied nicht zu groß. Was den Testern jedoch schmerzlich fehlte ist die 22 kW-Option, damit wäre der Akku selbst an einer Stadtladesäule in einer Stunde sehr gut gefüllt.

Beeindruckend niedrig war hingegen der Verbrauch von nur 13,5 kWh. Das untermauert, wie sehr größere Elektroautos unter ihrem Gewicht leiden, da hier die Verbräuche in der Regel wesentlich höher sind, selbst bei effizienten Modellen wie dem CLA EQ von Mercedes.

Der kleine Renault Twingo ist ein sparsames Elektroauto, aber damit lässt sich die kleine Batterie nicht ausgleichen. Beeindruckend ist dafür, dass die Kollegen ihre Fahrt mit nur 26 Euro Ladekosten bewältigen konnten. Das sind nur etwas über 4 Euro auf 100 Kilometer. Man bezahlt also vor allem mit der eigenen Zeit.

Natürlich ist der Twingo ein reines Stadtauto. Aber wenn man kein anderes Fahrzeug zur Verfügung hat und eben doch einmal Langstrecke fährt, dann kann das mit einem elektrischen Kleinwagen zur Zerreißprobe werden. Mit einem kleinen Verbrenner tanke ich auf dieser Strecke vielleicht zwei oder meinetwegen auch dreimal, aber dann nur jeweils 10 Minuten höchstens.

Positiv ist beim Twingo E-Tech aufgefallen, dass die Batterie trotz passiver Kühlung bei dauerhafter Autobahngeschwindigkeit von über 110 km/h nicht überhitzte, die bestmögliche Ladegeschwindigkeit also abgerufen werden konnte. Diese liegt jedoch bei schmalen 50 kW, das bemängelt die Community als größeren Nachteil.

Der Sweetspot liegt meines Erachtens derzeit bei „größeren Kleinwagen“ wie dem ID Polo mit großem Akku. Da kommt man relativ weit mit einer Ladung und dann ist auch schnell (unter 30 min) wieder nachgeladen. Aber da reden wir dann beim großen Akku auch von 10.000 Euro mehr.

Beitrag am 12. Mai 2026 um weitere Details zur Ladesituation erweitert.

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2 Gedanken zu „Twingo Elektro: 600 km Härtetest erfordert Nerven an Ladesäulen“

  1. Wer auf dem Land lebt wie ich, braucht das Auto genau dafür, wofür Menschen in der Stadt die Tram, die S- oder U-Bahn oder den Bus zur Verfügung haben. Ein günstiges E-Auto mit niedrigem Verbrauch ist dafür ideal, insbesondere als Zweitwagen. Für den Wocheneinkauf fährt man locker 50 km, abends ins Kino oder in die Stadt nochmals 10 und schnell mal zum Bäcker ebenso. Wer berufstätig ist, fährt mit dem Auto zur Arbeit, auch das sind meist keine allzu langen Strecken. Da auf dem Land die Eigenheimquote hoch ist, spielt die kleine Batterie keine Rolle, man lädt eh zuhause.
    Da man für diese Strecken keine andere Möglichkeit hat als das Auto, entlastet jeder elektrische Kleinst- oder Kleinwagen, der für diesen Zweck zugelassen wird, ganz direkt die Umwelt, denn die Alternative heißt nicht ÖPNV, sondern Verbrenner.
    Aus diesem Grund finde ich auch, dass man diese Autos nicht als „Stadtautos“ betiteln sollte, sie sind einfach eine perfekte Wahl für häufig anfallende kürzere Strecken.

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