Netflix: Werbeflächen wachsen, vertikale Clips und Podcasts ab 2027 mit Anzeigen weltweit

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Bild: Sayan Ghosh/Unsplash

Netflix hat bei seiner Jahrespräsentation für Werbekunden neue Werbeflächen in der Mobile-App angekündigt. Ab 2027 sollen Anzeigen weltweit auch im vertikalen Clips-Feed und in Videopodcasts erscheinen, zudem weitet der Streamingdienst seinen Werbetarif auf 15 weitere Länder aus.

Den Stand seines Werbegeschäfts beziffert Netflix mit mehr als 250 Millionen monatlich aktiven Zuschauern weltweit. Im November 2025 lag der Wert noch bei 190 Millionen. Zur neuen Zahl trägt allerdings auch eine geänderte Messmethode bei. Netflix multipliziert nun die Mitglieder, die pro Monat mindestens eine Minute werbefinanzierte Inhalte sehen, mit einer geschätzten Haushaltsgröße. Mehr als 80 Prozent der Werbeabonnenten schauten jede Woche aktiv, so das Unternehmen.

Vertikaler Feed wird zur Werbefläche

Den Clips-Feed hatte Netflix Anfang Mai in mehreren Ländern gestartet, der Rollout für Deutschland soll nach Unternehmensangaben in den kommenden Monaten folgen. Bisher zeigt der Feed hochkant abgespielte Ausschnitte aus dem eigenen Katalog, ohne Werbung – noch. Mit dem Schritt ab 2027 erhält das TikTok-ähnliche Format eine kommerzielle Aufgabe. Parallel öffnet Netflix seine Videopodcasts für Anzeigen und baut die Sponsoring-Möglichkeiten auf der Fanseite Tudum aus, die nach Unternehmensangaben monatlich rund 24 Millionen Aufrufe erzielt (ich nehme die zugegebenermaßen gerade das erste Mal bewusst wahr).

Geografisch wächst der Werbetarif ab 2027 unter anderem in Österreich, der Schweiz, den Niederlanden, Belgien, Schweden und Norwegen. An den deutschen Tarifen ändert sich vorerst nichts, der Werbetarif existiert hier bereits. Wer in Deutschland den vertikalen Feed nutzt, dürfte ab 2027 mit Werbeunterbrechungen rechnen müssen, sofern kein werbefreies Abo besteht.

Die Ausweitung der Werbeflächen passt zu einer breiteren Strategie. Im März hatte Netflix für die USA die nächste Preiserhöhung angekündigt, die nach bisherigem Muster später auch nach Europa wandern dürfte. Der günstigste Werbetarif bleibt von der Erhöhung ausgenommen, was den Wechsel aus dem werbefreien Tarif für Kunden attraktiver macht.

Parallel testet Netflix KI-Werkzeuge, die bestehende Werbespots automatisch an unterschiedliche Formate anpassen, etwa an die vertikale Darstellung im Clips-Feed oder an Pause-Anzeigen. Wäre ja auch dumm, wenn nicht.

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