Audi zieht die chinesische Submarke AUDI aus dem Verkehr. In Deutschland gibt es nun ein strenges Verbot für den Grauimport-Verkauf, den einige Händler wie zum Beispiel „Auto China“ betrieben haben. Inzwischen vermeldet das Unternehmen mit Sitz in Deutschland, dass es Post vom Anwalt bekommen hat.
Wenn sie weiterhin die beiden AUDI-Modelle E5 und E7X in Deutschland vertreiben, droht ein Zwangsgeld von einer Viertelmillion Euro oder im Zweifel sogar ein Haftantritt für die Geschäftsführung. Audi hat aktuell keine Lust, dass die chinesischen Fahrzeuge der Submarke AUDI in Deutschland oder generell außerhalb von China vertrieben werden, und geht nun gerichtlich dagegen vor, wie vor einigen Wochen angekündigt. Inzwischen sei die Post bei den entsprechenden Händlern eingeflattert, berichtet unter anderem der durchaus in Social Media bekannte Chef von „Auto China“.
Audi hat in China eine Submarke namens AUDI gegründet, die Autos tragen einen Schriftzug statt der markanten vier Ringe. Durch die Zusammenarbeit mit SAIC steckt hier eine hochmoderne chinesische Plattform drunter, die es in Deutschland so gar nicht gibt. Audi steckt zwar in der DNA dieser Fahrzeuge, aber man will ein anderes Publikum ansprechen.
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Warum geht Audi gegen AUDI vor? Ich denke, es dürfte auf der Hand liegen, dass der Autokonzern den Import seiner Fahrzeuge gerne selbst regulieren will. Außerdem darf man nicht vergessen, dass so ein AUDI aus China für den deutschen bzw. europäischen Markt überhaupt nicht ausgelegt ist. Da dürfte es Unvollständigkeiten in der Software geben, was Übersetzungen angeht, aber auch die Verfügbarkeit von Apps und solche Themen sind da ein Problem.
AUDI aus der Vier-Buchstaben-Welt ist anders als ein Audi aus der Vier-Ringe-Welt
Außerdem dürfte ein Servicepartner, der in Deutschland ansässig ist und mit „Auto China“ nichts zu tun hat, ziemlich dumm aus der Wäsche gucken, wenn so ein AUDI vorfährt, der gar keine Ringe hat. Die werden vielleicht eine Bremse und solche Dinge wechseln können, aber bei Software und anderen technologischen Fehlern werden die nicht helfen können. Das wirft letztendlich eventuell ein sehr schlechtes Licht auf die Marke.

Denn die Kunden, die sich so einen Grauimport kaufen, sind natürlich angehalten, bei Problemen ausschließlich bei „Auto China“ nachzufragen und um Hilfe zu bitten. Nur wenn ich mir so ein Fahrzeug in München kaufe und dann in Hamburg fahre, will ich natürlich nicht bei einem größeren technischen Problem das Fahrzeug nach München bringen, geschweige denn im Zweifel Monate auf Ersatzteile warten müssen.
Dabei verspricht der Händler, der diese Grauimporte macht, unter anderem für Modelle von AUDI, Xiaomi, Zeekr und andere Marken aus China, dass Ersatzteile relativ schnell verfügbar sind und dass auch Softwareprobleme relativ schnell und zuverlässig behoben werden können. Dennoch scheint es mir logisch, dass der Autokonzern keine Lust hat, dass Modelle nach Europa kommen mit einer Preisgestaltung, die Audi in diesem Fall gar nicht selbst festlegt.
Denn der Händler kauft sich die Autos in China ein, importiert sie auf eigene Kosten nach Deutschland, muss diese Fahrzeuge homologisieren und bezahlt außerdem einen Strafzoll für den Import des chinesischen Elektroautos. Der Endkundenpreis inklusive Gewinnmarge für das Unternehmen „Auto China“ ist natürlich nicht der Preis, den sich Audi vielleicht vorstellen würde, wenn sie diese Fahrzeuge selbst offiziell in Europa anbieten würden.
Ich denke, dass Audi demnächst nicht einlenken wird, sondern vielmehr weiterhin hart dagegen vorgeht. Angekündigt hat es übrigens auch Xiaomi, was allerdings auch daran liegt, dass Xiaomi selbst die Fahrzeuge ab 2027 in Europa anbietet. Auch Zeekr wird sich das vermutlich nicht lange gefallen lassen, denn dieses chinesische Autounternehmen wird demnächst wesentlich breiter in Europa mit eigenen Modellen aufgestellt sein und natürlich Handel, Service etc. selbst abwickeln wollen.
