Man lernt mit der Zeit dazu und der Anspruch steigt, also bin ich nun beim Moov Walk Plus gelandet und somit bei der nächsten Qualitätsstufe für kompakte Laufbänder in den heimischen vier Wänden. In den letzten Wochen habe ich das gute Stück getestet und vor allem lieben gelernt.
Warum überhaupt ein Laufband, ich könnte doch rausgehen? Ich finde, gerade wenn man sich durch den regulären Alltag zu wenig bewegt, sollte man sich Hürden für mehr Bewegung möglichst niedrig setzen. Bei meiner alltäglichen Schreibtischarbeit (seit 2009 im Homeoffice) kann ich durch ein Laufband jederzeit eine kleine 10 bis 20 Minuten Pause mit Bewegung verbinden, was ein enormer Unterschied zu „früher“ ist.
Obwohl ich mit meinem Sohn bereits viel draußen bin und dadurch überhaupt alltägliche Fußgänge zu erledigen habe, kann ich nur mit Hilfe eines Laufbands meinen Schnitt auf täglich 15.000 Schritte (oder mehr) hochschrauben. Und das tut mir so gut, ich kann das gar nicht deutlich genug betonen. „Keine Zeit“ ist in meinen Augen keine gültige Ausrede mit den heutigen Möglichkeiten.
SmartDroid.de bei Google folgenHoch hinaus und schnell genug
Für mich persönlich ist der größte Fortschritt beim Wechsel auf das Moov Walk Plus die automatische Steigung, die in diesem Fall auf bis zu 15 Prozent möglich ist. Wenn ich die dann mit 4 bis 5 km/h laufe, komme ich mit einer relativ geringen Gelenkbelastung in meine niedrige bis mittlere Zone 2 und kann dabei nebenbei auf dem Pixel Tablet einen Film oder YouTube genießen.
Das ist für mich immerhin in der Nähe eines Stairmasters, der mich allerdings noch deutlich stärker fordern würde. Die verschiedenen Steigungslevel verstellen sich echt flott, der Motor fährt das Band in Sekundenschnelle hoch oder runter. Die Geschwindigkeiten ebenso. Hier kann man in 0,1 Schritten verstellen. Wer die Tasten gedrückt hält, wechselt in 0,5er Schritten.

Moov Walk Plus hat wirklich nur sehr leise Eigengeräusche, daher kann man es auch wunderbar ohne Kopfhörer nutzen. Deutlich hörbar sind eher meine Schritte bzw. das Auftreten auf der Lauffläche, aber nicht der Motor. Mit bis zu 8 km/h reicht mir das Walk Plus übrigens auch für gelegentliche Jogging-Einheiten, die Leute mit höheren Laufgeschwindigkeiten müssten jedoch zum Run oder Run Plus greifen.
Was wahrscheinlich für alle Modelle gilt, ist die hochwertige und vor allem sehr stabile Verarbeitung. Hier wackelt überhaupt gar nichts, das fühlt sich noch einmal deutlich stabiler als meine letzten Laufbänder an. Wenn ich auftrete, wirkt das ganze Konstrukt in sich stabil und das sorgt auch in mir für ein besseres sowie sicheres Gefühl. Die Stoßdämpfung empfinde ich mit 75 kg Körpergewicht als angenehm.

Das kommt einem „professionellem“ Gym-Laufband wirklich schon deutlich näher, dabei bleiben die Ausmaße aber weiterhin sehr kompakt (Lauffläche bei 40 x 100 cm). Weil ich hier mit den Augen immer den Handlauf sehe und das Band einen sehr stabilen Stand hat, kann ich hier sogar laufen und gleichzeitig ein Buch lesen, ohne mich tatsächlich festhalten zu müssen.
Zwei Displays und gute Software
Anders als bei anderen Geräten stimmt vor allem die gemessene Distanz diesmal mit dem Fitbit Air echt gut überein, die Unterschiede sind nur sehr gering. Moov Walk Plus kann zudem Schritte zählen. Wer keinen Tracker hat, kann sie vom Display des Gerätes ablesen. Gezählt werden wirklich nur gemachte Schritte. Mein Sohn ist mit seinen 25 Kilo fast zu leicht, dessen Schritte werden nur teilweise erfasst.
Ablesen kann man die Daten klassisch über den Bildschirm im Boden und zudem über den kleinen Bildschirm im hochgeklappten Armbügel. Hierbei laufen im Takt von mehreren Sekunden die verschiedenen Daten durch (Steigung, Geschwindigkeit, Schritte, Distanz, Zeit). Halterungen für Tablet und Getränke sind optional zu erwerben.

Ist auch ein echt guter Punkt: Durch die Knöpfe im Armbügel benötigt es nicht zwingend immer die Fernbedienung. Und Moov Walk Plus unterscheidet zwischen Pause und Stopp. Letzteres sorgt dafür, dass die Steigung auf null fährt und das Laufband anhält, während Pause den aktuellen Lauf tatsächlich nur pausiert und dieser später wieder aufgenommen werden kann.

Apropos Stopp: Auch hier gibt es eine Notfalllösung. Ihr könnte die orangene Schnur mit einem Klipp bei euch an der Kleidung befestigen und solltet ihr fallen, würde die Schnur den Magneten vom Gerät lösen und es stoppt sofort. Ohne den Magneten kann man das Laufband nicht verwenden, was daher auch als Kindersicherung funktioniert.

Es gibt übrigens auch voreingestellte Programme, die Steigung und Geschwindigkeit automatisch regeln, zum Beispiel für Intervallläufe. Ich mache das ehrlicherweise viel lieber manuell, was mit den Tasten an Fernbedienung und Handlauf sehr gut möglich ist.
Außerdem:
- Es gibt einen integrierten Lautsprecher, der für Tonwiedergaben via Bluetooth genutzt werden kann. Nutze ich jedoch nicht, mein Büro ist mit Echo und Google Home-Lautsprechern gut bestückt.
- Die nervigen Piepstöne, die jedes Laufband üblicherweise macht, lassen sich hier mit einem Knopfdruck dauerhaft abschalten. Sie bleiben sogar aus, wenn das Gerät mal vom Strom getrennt war.
- Die integrierte Bluetooth-Verbindung soll auch für Tracking-Apps nutzbar sein, um seine Laufdaten dort zu speichern. Gut für die, die keinen Tracker am Handgelenk nutzen, wie ich mit dem Fitbit Air.
Viel Geld für viel Laufband
Das ist nur eine Lauffläche und es sind zwei elektrische Motoren integriert, wie viel kann das schon kosten? In diesem Fall immerhin 400 Euro im Moov-Shop. Das ist ordentlich viel Geld, aber diesen Preis ist das Moov Walk Plus auf jeden Fall wert, wenn ich mit mir bislang bekannten Zuhause-Laufbändern vergleiche. Optional hat Moov auch noch Getränkehalter, Tablethalter, Schutzmatte und weiteres Zubehör im Angebot.
