Auch bei Ionity sieht man, dass innerhalb der Städte ein deutlich höherer Bedarf an Schnellladern besteht, und somit plant der Anbieter bis 2030 etwa 30 Prozent seiner dann insgesamt 1300 Ladestationen in städtischen Gebieten zu errichten.
Auch ich kann aus meinem Alltag sagen, dass wir immer häufiger an Schnellladern innerhalb der Stadt laden. Ganz oft liegt das bei uns mit dem Einkauf zusammen, und dann können wir, während wir einkaufen, in den 20 bis 30 Minuten unseren aktuellen Ioniq 5 direkt auch vollladen.
Das ist für uns ein echt hoher Komfort als Familie mit Elektroauto, die nicht zu Hause laden kann. Und genau auf diese zielt Ionity ab. Die Standorte in den Städten sollen meistens mindestens sechs Ladepunkte zur Verfügung stellen und genau die Nutzer abholen, die eben keine eigene Wallbox haben und dafür dann nicht irgendwie außerhalb der Stadt laden wollen.
Herausforderungen beim Ausbau von Schnellladern in Städten
Allerdings ist der Ausbau in Städten, das bestätigt auch Ionity, deutlich komplizierter, denn hier sind die bürokratischen Hürden wesentlich komplexer und höher. Die Genehmigungsverfahren sind langwieriger und schwieriger als zum Beispiel an den Autobahnstandorten.
Das erklärt vielleicht auch, warum in vielen Städten nach wie vor der Ausbau von Schnellladesäulen einfach nicht so richtig vorankommt, obwohl sie für die meisten Kunden eher ein Gewinn sein dürften als langsame 11 oder 22 kW Lader.
Dynamische Preise und digitale Integration bei Ionity
Auch spannend für Ionity-Kunden: Man plant nach einer Pilotphase die Einführung von variablen und dynamischen Preisen. Da orientiert sich der Preis dann an der lokalen Nachfrage und am Energiemarkt. Das heißt, der Kunde kann hier durchaus ein Schnäppchen machen, wenn er zur richtigen Zeit laden muss.
Ionity will außerdem noch besser die Echtzeitdaten von Google, Apple und Co. für die Ladepunkte integrieren, damit der Komfort für den Kunden einfach höher wird.
Eine deutsche Besonderheit sei, so geht es aus dem Interview hervor, die Nutzung von Ladekarten und Apps, während in anderen Märkten, wie zum Beispiel Großbritannien, die spontane Zahlung mit Smartphone oder Kreditkarte eher verbreitet ist.
Und ja, in Deutschland, das kann man bestätigen, wenn man ein bisschen mit dem Elektroauto unterwegs ist, ist das Angebot, was Ladekarten und Apps angeht, nicht ganz freiwillig vom Kunden genutzt. Denn oftmals benötigt es einfach Ladekarten und spezielle Apps, damit man den besten Preis bekommt. Ad-hoc-Laden ist meistens ziemlich teuer.
