Allgemein Android iOS Testberichte

iOS ist und bleibt nicht „mein Ding“ (Erfahrungsbericht)

Wer mir privat folgt, egal ob auf Facebook, Twitter, Google Plus oder mit mir sogar die Freizeit im Real-Life verbringt, der weiß, ich hatte mir vor wenigen Wochen nach ca. zwei Jahren mal wieder ein iPhone gekauft. Ein gebrauchtes Gerät, vordergründig wegen iOS 6 und nicht wegen der Hardware, obwohl mich das iPhone 5 schon sehr ansprach, ich dafür aber einfach dann zu geizig bin. Denn im Inneren bin ich kein Fan eines bestimmten Hersteller, sondern von Android, seit mehreren Jahren nun und inzwischen auch wesentlich mehr als noch vor einiger Zeit. Spätestens seit Android 4.0 (Ice Cream Sandwich) ist diese Liebe neu entfacht, weil man sich bei Google einen Wandel getraut hat, der mir bei iOS nach über zwei Jahren ziemlich abgeht. Denn irgendwie hat sich hier optisch nicht viel verändert, muss es theoretisch auch nicht, doch ein Tapetenwechsel täte dem System teilweise gut.

Ich hab hier versucht, ob gut oder schlecht, meine neuen Erfahrungen mit dem „Erzfeind“ wiederzugeben. Ich kann vorwegnehmen, Android bleibt mein Favorit.

Die Benutzeroberfläche

Was ich in den ersten Minuten, Stunden und Tagen der Nutzung feststellen musste, das einst so intuitiv aufgebaute System hat viel seiner intuitiven Oberfläche eingebüßt. Die Einstellungen sind teilweise unlogisch aufgebaut und wirken wie ein heilloses Durcheinander, obwohl die Idee nach wie vor sehr gut ist, die Einstellungen von Apps ebenfalls in den Systemeinstellungen mit unterzubringen. Aber nehmen wir beispielsweise die Einstellungen für das mobile Internet her, die nicht etwa bei WLAN, Netzbetreiber und Flugmodus zu finden sind, sondern im Unterbereich „Allgemein“. Das ist ein kleiner Makel, der mich aber extrem nervt. Dann – wie angesprochen – finden sich die Einstellungen nur einiger Apps auch in den Systemeinstellungen wieder, teilweise sind Optionen sogar aufgeteilt, die einen kann ich in der App und die anderen in den Einstellungsmenüs von iOS ändern. Oder iTunes WLAN Sync – warum ist das nicht unter iTunes & App Stores in den Einstellungen zu finden, sondern wieder unter Allgemein? Irgendwie scheint hier die klare Linie verloren gegangen zu sein oder ich verstehe unter intuitiver Menügestaltung etwas ganz anderes.

Bei Android hat sich weiterhin durchgesetzt, dass die Einstellungen einzelner Apps auch dort zu finden sind, die Systemeinstellungen zudem über eine in meinen Augen klare Struktur verfügen.

Die Mitteilungszentrale

Nach wie vor toll und schnell hab ich mich wiederum an die Push-Benachrichtigungen gewöhnt. Diese lassen sich je App frei konfigurieren, ob sie nun kurz als Mitteilung via Leiste am oberen Bildschirmrand, als Popup oder ausschließlich in der Mitteilungszentrale angezeigt werden sollen. Hier wiederum hat man etwas geschlampt bzw. diese Mitteilungszentrale nicht so ausgebaut, wie ich mir das wünschen würde. So kann ich von Haus aus nicht sehen, was gerade alles in meiner Mitteilungszentrale angezeigt wird, ich muss sie dafür öffnen, unter Android wird mir das mit Symbolen in der oberen Benachrichtigungsleiste angezeigt, eine grobe Übersicht habe ich so schon auf den ersten Blick. Das wiederum verlagert man bei iOS auf die Homescreen-Icons, die dann bei neuen Benachrichtigungen diese berühmten roten Bubbles mit der entsprechenden Anzahl anzeigen. Man kann übrigens je App einstellen, wie viel Nachrichten maximal in der Mitteilungszentrale angezeigt werden dürften.

Man hatte Apple damals vorgeworfen, die Mitteilungszentrale letztlich nur von Android übernommen zu haben. In meinen Augen ist das aber nicht gelungen bzw. nur teilweise, für einen Android-Nutzer sicherlich nicht zufriedenstellend.

Die Einfachheit

Die Einfachheit von iOS macht mir nach wenigen Tagen schon zu schaffen. Manchmal könnte ich ausflippen, doch das bringt mir ja natürlich auch nichts. Nehmen wir als Beispiel mal den Versuch einen Screenshot zu erstellen und diesen dann in Google Drive abzulegen. Unter iOS mache ich einen Screenshot, öffne die Google Drive-App, wähle dort die Datei aus und fertig. Das klingt einfach, ist aber auch die einzige mir mögliche Variante. Unter Android mache ich einen Screenshot, öffne meine Benachrichtigungsleiste und teile diesen Screenshot von dort aus mit der Google Drive-App. Ich könnte aber auch meine Galerie öffnen, den Screenshot von dort aus in Google Drive hochladen oder ich öffne meine Google Drive-App und wähle von dort mir die Datei aus.

Und so ist es unter iOS oft, es gibt nur eine Möglichkeit, die meist nicht gerade die schnellste oder unkomplizierteste ist. Hier spürt man wiederum die Vielfalt von Android, auf die ich nicht mehr verzichten möchte. Ich habe immer wieder die Wahl, wie ich etwas mache. Zudem ist das vermeintlich einfache System mir manchmal zu unkomplex, wenn wir als weiteres Beispiel den Homescreen nehmen. Da liegen Icons drauf, maximal Ordner. Mehr nicht. Nicht, dass ich jetzt sonst 20 Widgets auf meinem Androiden habe, doch diese wären auch unter iOS recht praktisch. Zumal ich sogar einen Ordner „Sinnlos“ anlegen musste, um da die von mir nicht benötigten aber vorinstallierten Apps abzulegen. Eine Trennung von Homescreen und den installierten Apps wäre toll, gibt es überall, nur unter iOS nicht.

Das Multitasking

Das schnelle Wechseln zwischen Apps und auch das schnelle Beenden von Apps funktioniert seit Ice Cream Sandwich hervorragend, ist unter iOS irgendwie aber unpraktisch gelöst. Das doppelte Drücken des Home-Buttons nervte mich schon recht früh, das komplette Beenden der Apps mittels langem Druck auf ein Icon noch viel mehr. Ich finde die aktuelle Lösung unter Android einfach angenehmer, einen Button zu drücken und die ungewünschten Apps wegzuschieben. Immerhin kann iOS aber nun so etwas wie Multitasking, ohne das wäre das System wohl nicht mehr tragbar für viele Nutzer wie mich. An sich kann ich aber jetzt keine klaren Vorteilen nennen, ob Multitasking unter iOS oder Android besser funktioniert, auf jeden Fall ist die Handhabe unter Android besser gestaltet.

Die Qualität

Was man auch als Android-Fan den Jungs von Apple zugutehalten muss, iOS funktioniert. Es funktioniert quasi an jeder Stelle tadellos, alles läuft flüssig und macht dahin gehend mächtig Spaß zu nutzen. Auch merkt man, dass die Richtlinien bei Apps offenbar strenger sind, denn auch hier ist ein gewisser Qualitätsstandard immer wieder zu erkennen, der mir unter Android nach wie vor fehlt. Vor kurzer Zeit durfte ich dieses Merkmal auch bei einem alten iPhone 3GS feststellen, das mit dem uralten iOS 3 ausgestattet war. Selbst das lief einfach flüssig, besser als einige aktuelle Android-Geräte mit mehr Power und einer recht aktuellen Firmware.

Die Qualität unter iOS ist einfach nach wie vor höher, auch wenn man bei Google respektive Android stark aufgeholt hat.

Im Wandel der Zeit

Was mir besonders stark aufgefallen ist, was in meinen Augen auch das größte Manko für einen Techie wie mich ist, iOS hat sich nicht verändert. Ich hatte – wie einleitend erwähnt – vor zwei Jahren mein letztes iPhone und zwischenzeitlich auch nur sporadisch mal ein iPad in der Hand, doch in dieser Zeit hat sich rein gar nichts verändert. Ich fühlte mich nicht einem völlig neuen System ausgesetzt, sondern alles kam mir bekannt vor, allerdings zu sehr bekannt. Ich schätze bei Android vor allem, dass sich im Lauf der Zeit auch Dinge verändern, wie nun der neue Task-Viewer einen ganz neuen Button mitbrachte, die Hersteller sogar auf physische Buttons komplett verzichten können und der Menü-Button bald gänzlich verschwindet. Android einen großen Umschwung beim Design erfahren hatte, die Entwickler aber immer noch nicht restlos zufrieden sind und daher kleine Dinge wie Schriftarten immer wieder perfekter anpassen wollen.

Bei iOS hab ich nach wie vor die gleiche Struktur, egal ob das der in seiner Funktionalität eingeschränkte Home-Button ist, der unflexible Homescreen oder die alten Menüs der Systemeinstellungen.

Die Akkulaufzeit

Passend zum Abschnitt davor möchte ich eine Beobachtung anmerken, die auch durch einige Recherchen (Nutzermeinungen) bestätigt wurde. Und zwar kann man als Android-Nutzer feststellen, dass zumindest die Geräte im High-End-Segment in den letzten Jahren nicht nur dickere Hardware bekommen, sondern auch die Akkulaufzeiten spürbar verbessert werden konnten. Das beste Beispiel ist sicherlich das Samsung Galaxy S3 derzeit. Unter iOS 6 musste ich feststellen, dass der Vorteil der langen Akkulaufzeiten offenbar jetzt bei Android und nicht mehr iOS liegt, denn ich bin regelrecht enttäuscht von den Laufzeiten meines iPhones. Wenn überhaupt schaffe ich mal 20 Stunden Laufzeit, das war mit meinem HTC One X mal gar kein Problem zu toppen, der Verbrauch im Standby ist zudem derzeit abartig hoch, was auch einige andere iOS-Nutzer mir so bestätigen konnten. Ich kann mich noch gut an „damals“ erinnern, als ein iPhone quasi keinen Akku verbrauchte, wenn es nicht genutzt wurde, doch das scheint Geschichte.

Fazit: Android is King

Ich wollte in meinem kleinen Testlauf keinen Vergleich von iOS 6 und Android 4.1 aufstellen, um dann daraus ein Fazit zu ziehen, welches OS denn das bessere wäre. Ich wollte nur sehen, was die Konkurrenz so macht und meine wenigen Eindrücke ein wenig schildern. Android machte auf jeden Fall die größeren Fortschritte, iOS hingegen scheint mir immer nur kleine weitere Funktionen bekommen zu haben, keineswegs aber richtig spürbare Veränderungen. Ich konnte auch wieder feststellen, dass Android mein Favorit vor allem wegen der vielen Möglichkeiten ist und inzwischen auch wegen der tollen Benutzeroberfläche, die sich in meinen Augen inzwischen einfacherer bedienen lässt. Android is King.

Über den Autor

Denny Fischer

Denny ist Gründer von SmartDroid.de, bloggt seit mehreren Jahren über die aktuellsten Technik-Trends und liebt Motorsport sowie Fußball.

  • Robert Kindermann

    Super geschrieben und teilweise Erkenntnisse, von denen ich auch noch nichts wusste. Respekt!

  • Cyanogen11

    Das einzige was mich unter Android stört ist, wie du auch schreibst, die Qualität im allgemeinen und der der Apps. iOS scheint da noch etwas stabiler und naja ich will nicht sagen flüssiger denn seit JB ist android das auch, nur eben ausgereifter.

  • Bernard

    Ohne Polemik sehr objektiv geschrieben. Auch ich finde ios antiquiert. Mit meinem Galaxy Nexus ist alles einfach klar strukturiert. Das Wichtigste ist die Freiheit! Ganz abgesehen vom Preisunterschied.

  • sottil

    Gut zusammengefasst, bei IOS ist vieles intuitiv (jedenfalls für absolute Technik-DAUs), aber eben nicht wirklich benutzerfreundlich, sondern eher umständlich. Und Top-Android-Geräte wie das SGS 3 oder SGN 2 laufen mittlerweile auch absolut "flüssig". Android entwickelt sich ständig weiter und wird immer besser, bei IOS gibt es eher Stillstand oder sogar Rückschritt.

  • PsychoBeduine

    Schöner Vergleich. Ich hatte noch nie ein Apple Gerät, war immer Android Nutzer und habe jetzt zumindest mal einen kleinen Eindruck von iOS und auch festgestellt, dass mich einige Dinge mächtig stören würden.

  • Trillo

    Danke für den Artikel! Machst Du den Selbstversuch dann auch noch mit Windows Phone 8 ? :)

    • http://www.smartdroid.de Denny Fischer

      Hatte ich auch vor…

      • XeS0r

        Ja das würde mich auch interessieren.

        • Dom Mas

          schade dass microsoft das keyboard nicht für entwicklerapps freigibt. so sehe ich keine hoffnung für nokia 😀

  • Lilalaunebaer

    Super Bericht ich frage mich auch wann die Leute merken das Android einfacher ist der Ruf von Apple ist das einzige Erbe …

  • http://www.grassi2000.com Grassi2000

    Schöner Artikel, der sich mit meinen Erfahrungen deckt. Ich habe noch einen uralten iPod touch, der sich betriebssystemtechnisch kaum vom iPhone 4S meiner Freundin unterscheidet.

    Da ist einfach in all den Jahren kaum etwas passiert. Und die nur mit Icons zugepflasterte Oberfläche ist einfach nicht mehr zeitgemäß.

  • Markus

    Aus diesem Anlass ahbe ich doch tatsächlich meinen alten iPod 2G wieder ausgekramt und mit dem SGS3 verglichen, ok, das kann man nicht vergleichen, aber wenn ich ihn Bediene drücke ich andauernt auf die nicht vorhandene Zurück-Taste…. xD

  • Steve

    Denny Fischer ist und bleibt nicht „mein Ding“.

    Aber ein schönes und intutives mobiles iOS Design hat sein Blog!

    • http://www.smartdroid.de Denny Fischer

      Du musst ja weder lesen noch kommentieren, was dir nicht passt. Zudem ist das mobile Theme ganz einfach ein Plugin, die Optik spielt dabei weniger eine Rolle.

  • mike

    Guter Vergleich :) Ich mochte Android unter dem Desire ebenso und liebe es seit meinem GNex. Wenn sich doch nur Linux ebenso entwickeln würde. Seit Win8 wünsche ich mir ein Linux mit den Kerngedanken von Linux und dem Bedienkomfort von Win7!

  • Jens

    Nehmen wir als Beispiel mal den Versuch einen Screenshot zu erstellen und diesen dann in meinem iCloud Fotostream abzulegen.

    Unter iOS mache ich einen Screenshot und warte bis dieser hochgeladen ist. Das klingt einfach, ist aber auch die einzige mir mögliche Variante. Ich persönlich vermute, dass es keine Alternativen gibt weil es schlicht und einfach funktioniert.

    Unter Android mache ich einen Screenshot, öffne den Play Store (Nein, ich möchte nicht spielen, auch wenn das Telefon, das ich gerade in Händen halte doch sehr an das Spielzeug eines Kleinkindes erinnert ) um dann ernüchternd festzustellen, dass es keine passende App gibt.
    Auch in meiner Benachrichtigungsleiste kann ich keine Möglichkeit finden diesen Screenshot hochzuladen.
    Am Rande der Verzweiflung öffne ich schließlich meine Galerie, den Screenshot von dort aus in den Fotostream zu schicken wäre schließlich sehr praktisch, doch auch hier werde ich enttäuscht.
    Am Ende bleibt mir nichts anderes übrig als den Screenshot per Mail an mein iPhone zu senden, dort in meinen Fotos zu speichern und zu warten bis diese hochgeladen wurde.
    Meine Hände danken es mir, sie waren ohnehin schon stark gereizt von den hochwertigen Gehäusematerialien des Android-Telefons.

    • http://www.smartdroid.de Denny Fischer

      Ist irgendwie ziemlich weit entfernt von der Realität, oder? Wir können ja auch Dropbox als neutrales Beispiel nehmen. Und Auto-Upload ist für mich in diesem Fall keine Alternative, gibt es ja auch unter Android (weißt du bestimmt), da ich nur dieses einzelne Bild mir in die Cloud laden möchte.

    • Michael Illmer

      Hast du auch Google Drive installiert?
      Bei mir sinds genau 3 Schritte bis ein Foto in der Cloud ist.

      Wenn ich Screenshoot mache, habe ich ihn in der Benachrichtigungsleiste samt dem Teilen Button.
      Draufdrücken, Drive auswählen, fertig.

      Das gleiche in der Galerie.

      Welche Androidversion nutzt du?

  • Steve

    Nunja Danny, warum nutzt du dann geziehlt dieses Design wenn es doch egal ist?
    Weiterhin finde ich das Beispiel mit iCloud ist beste Niveu-Analogie zu deinem Test mit Google Drive unter iOS.

    Grüße.

    • http://www.smartdroid.de Denny Fischer

      Dann schreib ich da halt Dropbox ist, ergibt das gleiche Ergebnis. Es geht zudem nicht um die Dienste an sich, sondern um die Oberfläche von iOS, die mir zu einfach ist, wie ich mehrmals erwähnte. Es war also ein Beispiel dafür, warum ich Android mehr mag, weil mir viel mehr Wege offen stehen.

      Das Design nutze ich nicht gezielt, es ist nun mal das beste Plugin für mobile Webseiten und ich hab einfach das Standard-Theme gelassen.

      Und übrigens: iCloud Auto-Upload funzt nur unter WLAN, wieder eine Einschränkung.

  • Elv

    Ich habe einige Droiden ausprobiert. Die Geräte selbst sind isoliert betrachtet gut bis sehr gut. Aber die Integration (besonders in ein Mac Umfeld) ist mangelhaft.

    Von der Leichtigkeit und Eleganz im Umfeld eines Macintosh Haushalt fehlt so ziemlich alles, was man bei Apple mit iTunes gewohnt ist. Als einer der wenigen Hersteller bietet Sony immerhin eine funktionierende Mac-Software an und kann sich sogar mit iTunes und intelligenten Ordnern synchronisieren. Das ist etwas, was man bei den anderen Herstellern und sogar den Nexus Geräten vermisst.

    – Neuerdings verabschiedet sich Android von USB Mass Storage (UMS) und verwendet MediaTransferProtokoll (MTP), was von OS X und Linux nicht ohne Zusatzsoftware genutzt werden kann.

    – Über MTP-Programme kann keine freien M4B (Hörbücher) synchronisieren. Diese Dateien können nicht ausgewählt werden. (Nachtrag: Wenn man die Dateien mit der Extension m4a versieht, geht es plötzlich, obwohl sich die Datei ja nicht geändert hat, blödsinnige Beschränkung! M4A=Songs / M4B=Hörbücher)

    – Viele 4.0.4 Funktionen wurden durch die Hersteller Oberfläche entfernt (z.B. Auswahl der Widgets über den Apps-Bereich)

    – Dateitransfer-Programm (gibt es nicht für Linux) ist nur über MTP möglich. Eingeschränkte Funktionen, kein Anlegen von Ordnern möglich, …

    – Es gibt keinen zentralen Mechanismus für ein Backup aller Lieder, Hörbücher, Programme und Einstellungen. Wenn der Hersteller etwas mitliefert, dann nur für Windows, was auch dort eher schlecht funktioniert.

    – Fehlende oder späte Updates. So wird ein Gerät teilweise schon nach einem halben oder einem Jahr zu einem nicht mehr aktualisierbaren Gerät und selbst Sicherheitsfixes gibt es nicht mehr.

    – Die hohe Anzahl von Geräten, Bildschirmauflösungen und Vielzahl der Interfaces (bedingt durch die alten Versionen bei nicht updatefähigen Geräten) führen zu einer starken Fragmentierung der Platform. Den Entwicklern wird es sehr schwer gemacht, so dass je nach Gerät gute Software nicht läuft. (OnAir auf Xperia gut, aber massiv fehlerhaft auf MediaPad; vereinzelte AAC Dateien können auf Xperia 4.0.4 nicht abgespielt werden weil defekt, aber auf einem HTC funktioniert)

    So nett der Ansatz ist, aber es ist eine frickelige Umgebung, die MIR keinen Spaß macht!

    • Elv

      Bedeutet: Android wäre für mir nutzbar, wenn es eine sinnvolle Infrastruktur bieten würde (bin halt kein Windows- sondern ein Mac-Benutzer), eine einfache Lösung meine alle meine Daten (auch ohne Wolke) synchronisiert zu bekommen wäre mal die Grundvoraussetzung. Solange die Hersteller und auch Goggle keine Lösung anbieten können, kann ich mit Android nichts anfangen, so gut die Geräte isoliert betrachtet auch sein mögen.

    • http://www.smartdroid.de Denny Fischer

      Bezüglich Mac OS glaube ich eher, dass man sich selbst von der Außenwelt isoliert, wenn man dieses nutzt.

      • Ronny

        Genau Danny, danke für deine enorme Fachkenntnis. Ich halte es auch für pure Arroganz von Apple, dass Google und die anderen Android Hersteller nicht in der Lage sind eine Sync-Schnittstelle oder ein Programm für Mac OS zu schreiben. 😉
        Sind wohl eher mit damit beschäftig Touchwiz und Softtouch auf JellyBean zu portieren, damit das Update Weihnachten 2013 kommen kann. Grüße.

        • http://www.smartdroid.de Denny Fischer

          Die konzentrieren sich eben auf den Markführer Windows, auch wenn sich das gerade so langsam ändert.

        • Elv

          Danke!

          Klar hat Windows eine überragende Marktpräsenz, aber es gibt weitere "gängige" Betriebssysteme. Und dass Apple Linux nicht unterstützt finde ich auch traurig.

          Das Apple zu den gängigen Programmen eine ordentlich Api hat zeigt ja Sony, die nahe an einer sinnvollen Lösung sind. Leider werde alle diese Lösungen nicht zu Ende gedacht. Man hat isoliert gesehen gute Handys, aber mit der Integration ins Umfeld hapert es.

          Selbst der Android Primus "Samsung" bekommt nicht einmal für Windows eine sinnvolle Lösung hin. Alle Bekannten mit einem Samsung nutzen KIES maximal für die Updates, bei allen anderen Funktionen wendet sich selbst der leidgeprüfte Windows-Nutzer mit Ekel ab.

  • Sebastian

    Habe mich sehr oft wiedererkannt!

    Mich wundert es, dass die Tastatur nicht angesprochen wurde. Mit dieser habe ich speziell im Vergleich mit Swiftkey, aber auch im Vergleich mit der Jelly Bean-Standard-Tastatur unter iOS so meine Probleme. Keine wechselbaren Tastaturen und nicht mal ein änderbarer Standardbrowser sind schon arg nervig!

    Zudem stören mich bei den Benachrichtigungen die kleinen Lösch-Buttons. Unter Android kann man die Einträge einfach wegwischen und hat sogar einen Knopf zum allgemeinen Aufräumen. Bei iOS braucht man 5 Versuche, bis man überhaupt mal die Benachrichtigungen einer App gelöscht hat.

    Auch wurde ein zentrales Dateisystem nicht angesprochen. Hier liegt meiner Meinung nach das größte Manko von iOS. Ich kann nicht einen Projektordner mit Excel-, Word-Dateien und Bildern haben, sondern habe für jeden Dateityp eine App und muss mich so irgendwie sortieren. Für den Konsum super, für das Arbeiten nicht gerade optimal. Vielleicht bin ich als Informatiker auch so sehr an das übliche Ordner-Dateisystem gewohnt.

    • http://www.smartdroid.de Denny Fischer

      Ja gut, ich hab das mit der Tastatur und dem Browser nur nicht explizit erwähnt. Ist für mich mit im Punkt "Einfachheit" inbegriffen, dass man unter iOS eben selten oder nie die Wahl hat, sondern das machen muss, was vorgeschrieben ist.

  • Nadir

    Hallo Denny,
    danke für den aus meiner Sicht sehr gut geschriebenen Bericht. Ich wage aktuell das selbe Experiment. Kurz dazu: Ich war damals Besitzer des ersten iPhones (mein Dad war zu der Zeit zufällig in Amerika und hat mir gleich eins mitgebracht). Damals war ich mit dem iPhone noch ein absoluter Exot, ich war aber happy ein Handy gefunden zu haben, dass sich perfekt mit meinem Macbook Pro synchronisieren konnte. Mit der Zeit sind alle, die mich zuerst noch belächelt haben ("Hey schick mir doch mal nen Song per Blutooth…") dann auf die iPhones umgestiegen. Mit der Zeit hat mich das so genervt, dass ich mich nach 1,5 Jahren iPhone umgesehen hab. Das Objekt meiner Begierde war damals dann ein Motorola Defy, v.a. auch wegen der IP Zertifizierung. Danach kam ein LG, dann ein S2 und aktuell besitze ich das Galaxy Nexus und bin eigentlich sehr zufrieden.
    Problem: Bei meinem neuen arbeitgeber habe ich ein iPhone 4S als Firmenhandy und darf darauf meine private AppleID (die ich ja noch von früher habe) nutzen. Zu diesem iPhone 4S hat sich inzwischen durch Abschluss eines neuen privaten Mobilfunkvertrags ein aktuelles 4Pad gesellt. Da ich auch iTunes Match nutze, habe ich automatisch all meine Musik via iCloud auf beiden Geräten. Meine Erfahrungen mit iOS sind absolut identisch mit deinen. Aber ich muss sagen das iPad macht mehr Spaß als mein HP Touchpad mit Cyanogenmod.
    Nun ist natürlich die Versuchung groß, das Galaxy Nexus zu verkaufen und mir ein iPhone 5 zu holen – einfach um all meine Geräte – beruflich und privat – perfekt miteinander zu Synchronisieren. Was mich an Android einfach stört ist nicht das OS, das finde ich mittlerweile perfekt, v.a. als Nexus Besitzer, sondern einfach der Formfakter der Smartphones. Ich treibe fast täglich Sport, habe mir sogar extra einen Bluetooth Pulsgurt besorgt und tracke jeden Meter mit – joggen mit einem Galaxy Nexus inkl. Schutzhülle in der Hose macht aber nicht wirklich Spaß kann ich euch sagen … bei diesem Usecase hätte das iPhone5 definitiv die Nase vorn. Was mich auch stört – ich bin jetzt beruflich bedingt sehr viel mit airberlin unterwegs und nächtige oft in der motel-one kette. Beide haben Apps, allerdings nur für iOS.
    Bis vor kurzem war meine Überlegung: Note2, Lumia920 oder iPhone 5. Aber irgendwie werde ich wohl mit den "Nachteilen" von iOS leben müssen und dafür die perfekte Synchronisation all meiner Geräte genießen…

  • Elv

    Es gibt halt keine "absolute" Wahrheit. Anforderungen und Bedürfnisse bestimmen die Lösung und für das was ich machen will passen Android nicht ins Mac-Umfeld! Für andere mag es funktionieren. Jeder muss es für sich entscheiden

    ABER

    Man sollte auch die Dinge wirklich kennen, die man ablehnet. Denny setzt sich mit iOS auseinander und für ihn sind andere Punkte wichtig und er präferiert Android. Gut so! Aber viele Leser hier hassen Apple und iPhone einfach aus Prinzip und haben sich nie mit iOS oder Mac OS X auseinander gesetzt. DAS ist traurig!

    (BTW: Ich hasse Windows, aber ich muss es auch mindestens 40h die Wochen benutzen und sogar Programme dafür schreiben, ich bin über jede Minute froh das System nicht verwenden zu müssen. Zu Hause ist Mac OS X die reinste Erholung!)

    • http://www.smartdroid.de Denny Fischer

      Das mit dem „ich hasse es, weiß aber gar nicht wieso“ nervt sowieso extrem. Die perfekte Lösung wird es ja sowieso nie geben, dann würde ja der Wettbewerb sterben 😀