Testbericht zu Android 4.2 Jelly Bean

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Zusammen mit dem Nexus 4 und dem Nexus 10 hat der kalifornische Software Riese Google natürlich auch eine neue Version seines Betriebssystems vorgestellt. Während viele Interessenten noch auf die neue Hardware, sprich Nexus 4 und Nexus 10, warten müssen, verteilt sich Android 4.2 Jelly Bean so langsam auf dem ehemaligen Vorzeigesmartphone Galaxy Nexus und dem Nexus 7.

Derweil hatte unser Denny etwas mehr Glück in Sachen Nexus 4 und so hat er vor Kurzem auch den entsprechenden Testbericht veröffentlicht. Ich hingegen habe mich näher mit dem neuen OS, also Android 4.2, beschäftigt, welches seit einiger Zeit auf meinem Nexus 7 sein Werk verrichtet.

Features

Mit Android 4.2 hat Google eine kleine aber nützliche Auswahl an neuen Funktionen präsentiert. Während die Bedienoberfläche nur kaum von seinem Vorgänger abweicht, sticht das neue Betriebssystem mit nützlichen Extras wie Schnellzugriffen, Gesture Typing und einer höheren Sicherheit heraus.

Schnellzugriffe/Benachrichtigungen

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Für Nutzer einer Custom- oder Hersteller ROM sicherlich ein alter Hut, aber trotzdem ein Feature welches mehr als nützlich ist. Die Schnellzugriffe waren für mich meist ausschlaggebend um auf eine entsprechende ROM wie Cyanogen oder Paranoid Android zu wechseln. Google hat dieses kleine Extra nun aber auch in ihre eigene Software übernommen. So lässt sich das entsprechende Panel bei Smartphones wie dem Nexus 4 wahlweise durch Öffnen der Benachrichtigungsleiste und Drücken des dedizierten Softwarebuttons oder durch ein einfaches Herunterziehen der Benachrichtigungsleiste mit 2 Fingern öffnen. Bei Tablets wie dem Nexus 7 sind die Benachrichtigungsleiste und das Einstellungspanel getrennt und lassen sich so durch eine einmalige Wischgeste auf der linken bzw. der rechten Seite der Notification-Bar öffnen.

Nun kann man beispielsweise während eines Videos die Helligkeit regulieren oder in den Flugmodus wechseln ohne dabei in die eigentliche Einstellungsapp zu wechseln. Bei den Schnellzugriffen handelt es sich für mich um das nützlichste Feature in Android 4.2.

In Sachen Benachrichtigungen hat sich hingegen nicht viel getan. Größte Neuerung ist hierbei die Möglichkeit erweiterbare Meldungen wie z.B. eine SMS oder E-Mail mit einem Finger zu öffnen. Zuvor musste man noch eine unhandlich Wischgeste mit 2 Fingern ausführen.

Multiuser Support (Nur Tablet)

Android 4.2 MultiuserDie Unterstützung von Mulituser Accounts ist schnell erklärt. Wie bei Windows auch, lassen sich nun mehrere Konten erstellen. Somit kann das entsprechende Tablet ohne Probleme in der Familie rumgereicht werden, ohne dass dabei auf eine Personalisierung verzichtet werden muss. Der Wechsel zwischen den Accounts findet auf dem Lockscreen statt. Nach Auswahl und Entsperrung hat der Nutzer Zugang zu seinen eigenen Einstellungen, Apps und Daten. Bei Smartphones gibt es diese Funktion vorerst nicht, aber dieses teilt man sich in den meisten Fällen auch nicht mit mehreren Personen.

Sicherheit/App Verifizierung

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Mit der immer größer werdenden Verbreitung von Android steigt natürlich auch die Gefahr durch Schadsoftware. Bei Apps, die man z.B. von Drittanbieterseiten lädt, konnte man bisher nicht sicher sein, ob nun doch alles im Reinen mit der APK war. Google hat nun aber endlich eine benutzerfreundliche Lösung gefunden um das OS vor Angriffen solcher Anwendungen zu schützen.

Android 4.2 Test Sicherheit Berechtigungen Android 4.2 App Verifizierung

Vor der Installation wird die App nämlich gründlich geprüft. Aber auch eventuelle Kosten, die beispielsweise durch Anrufe und SMS verursacht werden können, werden dem Nutzer angezeigt. Dazu gesellt sich eine umfassende Reihe an Information zu sämtlichen Berechtigungen, die eine App zur Ausführung benötigt.

Photo Sphere/Kamera

Android 4.2 Photo SpherePhoto Sphere konnte ich leider nicht selbst testen, da beim Nexus 7 die dazu notwendige Kamera auf der Rückseite fehlt. Denny hat das Ganze in seinem Nexus 4 Test aber bereits thematisiert und auch ein entsprechendes Foto veröffentlicht. Im Grunde lassen sich mit der neuen Kamera App umfangreiche 360° Aufnahmen machen, die unter passenden Verhältnissen schon leicht beeindrucken können.

Android_4.2_Test_Kamera_Photo_Sphere_2 Android 4.2 Test Kamera

Das Userinterface der App selbst wurde zusätzlich auch nochmal aufgefrischt. Das Aussehen ist ein Stück moderner geworden und verzichtet größtenteils auf störende Bedienelemente. Aufrufen kann man diese aber recht einfach, denn durch einen Druck aufs Display wird ein Slider mit allen Kameraoptionen eingeblendet. Per Fingerspreiz wird wie gewohnt eine Zoomfunktion aufgerufen.

Lockscreen-Widgets

Als Android 4.2 vorgestellt wurde, war die Begeisterung über diese Neuerung bei vielen Nutzern wirklich groß. Statt nur noch die Kamera oder die Googlesuche auf dem Sperrbildschirm vorzufinden, kann man nun kompatible Widgets auf eben diesem platzieren. Von Haus aus gibt es lediglich 3 Widgets, die sich hierfür nutzen lassen, aber bereits viele Drittanbieter-Apps sind für den Gebrauch auf dem Lockscreen ausgelegt worden. Der Umgang ist relativ einfach. Ein Wischen seitlich über Uhr gibt euch Zugang zu den verschiedenen Panels, auf denen ihr die jeweiligen Widgets verteilen könnt.

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Gesture Typing

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Vielen wird ja sicherlich das Swype Keyboard bekannt sein. Dieses Konzept übernimmt Google nun in seiner eigenen Tastatur und ermöglicht so eine gestenbasierte Texteingabe. Durch ein einfaches Wischen über die passenden Buchstaben setzt die Tastatur das gewünschte Wort zusammen. Eine sehr gelungene Möglichkeit um Texte zu schreiben, da die Geschwindigkeit und Präzision der Eingabe deutlich steigt.

 Miracast Wireless Display

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Eine wirkliche feine Neuerung. Durch die Miracast Zertifizierung lassen sich nun Inhalte auf den Fernseher übertragen. Im Gegensatz zum normalen DLNA lassen sich hier alle Bildschirminhalte “spiegeln” und nicht nur Videos und Bilder. Das Ganze ist vergleichbar zum HDMI Mirroring bei Geräten mit realen HDMI oder Micro HDMI Anschlüssen.

Daydream

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Daydream ist eher eine Spielerei, die vergleichbar zu HTCs Sense Lockscreen Varianten ist. So lassen sich nun auf Wunsch Fotos oder Nachrichten in einer optisch ansprechenden Ansicht im Standby- oder Dockmodus anzeigen.

Sonstiges

Neue G-Mail App

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Bei der neuen G-Mail App gab es vor allem 2 wichtige Neuerungen. Zum einen kann nun endlich innerhalb einer Mail die Ansicht durch Pinch-to-Zoom vergrößert werden und zum anderen kann eine Nachricht in der Übersicht, ähnlich wie bei den geöffnet Apps oder Benachrichtigungen, durch ein Wischen zur Seite gelöscht werden.

Photoeditor

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Der Photo-Editor wurde mit zahlreichen neuen Funktionen ausgestattet. Auch die Möglichkeit die Änderungen im Vergleich zum Original per Fingerwisch anzeigen zu lassen, ist überaus praktisch. Man konkurriert hier schon indirekt mit Instagram, da Fotos sich nicht nur mit Effekten belegen lassen, sondern inzwischen auch Rahmen eingefügt werden können.

Neue Uhr

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Die Uhr-App unter Android 4.2 wurde deutlich überarbeitet und bieten nun endlich auch eine Stoppuhr sowie einen Timer. Funktionen welche bisher lächerlicherweise keinen Platz im System gefunden haben.

Entwickler-Einstellungen

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Auch die Entwickleroptionen wurden erweitert. Diese sind nun durch ein siebenmaliges Tippen auf die Build Nummer unter Einstellungen -> Über das Telefon/ Über das Tablet aktivierbar.

Performance

Project Butter war eines der Highlights in Android 4.1 und mit seinem Nachfolger versucht Google selbstverständlich diesen Weg konsequent weiterzuführen. Viel hat sich meiner Meinung nach aber nicht getan, was in Anbetracht der sowieso guten Performance aber auch nicht schlimm ist. Die Animationen sind systemweit stets flüssig und Apps öffnen meist schnell und ohne Verzögerung. Beim Nexus 4 wird es, dank dem leistungsfähigen S4 SoC sicherlich noch ein bisschen besser ausschauen als beim Nexus 7 oder dem Galaxy Nexus.

Fazit

Android 4.2 ist sicherlich kein Update à la 4.1 oder gar 4.0, aber das Gesamtpaket wird noch ein Stückchen weiter abgerundet. Die Schnellzugriffe sowie die gestiegene Sicherheit sind aber auf jeden Fall willkommene Änderungen.