E-Ink: Mini-Reader auf dem Vormarsch, Premium-Tablets unter Druck

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Bild: Claudio Schwarz/Unsplash

Der Markt für E-Ink-Displays bewegt sich gleichzeitig in mehrere Richtungen. Am unteren Ende sammelt ein Mini-Reader-Hersteller Millionen ein und legt neue Modelle nach, während am oberen Ende ein etablierter Premium-Anbieter mit Nachfrageproblemen kämpft. Zwei aktuelle Beispiele machen das deutlich.

Xteink sammelt Kapital ein und startet den S4

Der chinesische Hersteller Xteink hat laut dem Branchendienst Pandaily über 100 Millionen RMB eingesammelt, umgerechnet rund 13 Millionen Euro. Das Geld soll in den Ausbau von KI-gestützten E-Paper-Geräten fließen. Parallel dazu hat Xteink den Nachfolger seines populären X4-Mini-Readers bestätigt, der in Kürze in China für umgerechnet nichtmal 40 Euro und bald darauf sicherlich auch international erscheint.

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Die wichtigste Neuerung betrifft das Betriebssystem. Der S4 läuft auf Android 11, was anders als beim X4 die Installation gängiger Lese-Apps erlaubt, darunter die Kindle-App von Amazon sowie chinesische Plattformen wie WeChat Reading und Tomato Novels.

Den X4 gibt es weiterhin für 69 US-Dollar als 4,3-Zoll-Reader mit magnetischer Rückseite, der sich an iPhones oder Pixel-Modelle clippen lässt. Anfang 2026 hat Xteink zudem den X3 für 79 US-Dollar gestartet, einen kreditkartengroßen 3,7-Zoll-Reader. Alle drei Geräte verzichten bewusst auf Touchscreen und Hintergrundbeleuchtung.

ReMarkable streicht 200 weitere Stellen

Ganz anders die Lage am oberen Ende. Der norwegische E-Note-Hersteller ReMarkable und praktisch das „Tempo“ der digitalen Notizbücher baut 200 weitere Stellen ab, nachdem die Belegschaft zuvor bereits von 580 auf 500 reduziert worden war. CEO Philip Hess tritt nach zwei Jahren zurück, seine Nachfolge übernimmt Vegard Gullaksen Veiteberg. Als Gründe nennt das Unternehmen rückläufige Umsätze und eine schwierigere Wirtschaftslage.

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Bild: Claudio Schwarz/Unsplash

Hinzu kommen deutlich gestiegene Preise für Speicherchips im Zuge des KI-Booms, die ReMarkable zu Preiserhöhungen bei seinen Paper-Tablets gezwungen haben. Die Nachfrage hat darauf offenbar reagiert. Zusätzlicher Wettbewerbsdruck kommt vom Amazon Kindle Scribe, inzwischen in dritter Generation und mit farbfähiger Colorsoft-Variante.

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