Ikea setzt auf ein Netzwerk an schnelleren Ladegeräten, die alten AC-Lader werden sukzessive zurückgebaut und ersetzt. Ziel ist es, den Möbelhaus-Kunden ein gutes Ladeerlebnis zu gewährleisten, das allerdings auch kostet.
Die Zeiten sind lange vorbei, da konnte man noch bei Ikea, Globus und ähnlichen Geschäften ohne Bedingungen kostenlos laden. Als Anreiz war das nett, zog aber ehrlicherweise nur ein paar Schnorrer an, die dort ihre Elektroautos dann stundenlang kostenlos aufgeladen haben.
Ikea hat vor einiger Zeit einen Wandel der Strategie angekündigt. Weg mit den langsam AC-Ladestationen und her mit „Hyperchargern“. Dafür arbeitet man mit Mer zusammen, das Unternehmen stattet bis zu 54 Ikea-Standorte mit Ladestationen aus. Es jetzt exakt zwei Jahre her, als das Vorhaben bekannt wurde.
Was in zwei Jahren Ausbau passiert ist
Da müsste doch viel passiert sein in einem solchen Zeitraum? Leider nicht. Obwohl das Angebot an Ladestationen in Deutschland rasant wächst, dauert das Vorhaben von Ikea seine Zeit. Derzeit listet das Unternehmen lediglich neun umgerüstete Standorte auf. 45 fehlen also noch.
Schon vor einiger Zeit ließ man bei Ikea nach außen dringen, dass man mit den behördlichen Vorgängen in Deutschland nicht gerade zufrieden ist. Die Genehmigungsverfahren dauern, teilweise Monate oder sogar Jahre. Bis dann der Umbau endgültig abgeschlossen ist, kann wirklich sehr viel Zeit ins Land ziehen.
Ikea plant bis 2028 den Umbau aller Standorte. Nach den ersten zwei Jahren sind laut Ikea-Homepage rund 16 Prozent geschafft. Uff, das ist wenig.
Für Ikea spricht inzwischen das Preisgefüge. Vor zwei Jahren waren die Preise noch teuer, die man damals kommunizierte. Heute liegt man mit 55 Cent (ab 76 kW) bzw. 46 Cent (50 – 75 kW) für Kunden mit Ikea Family sogar im „günstigeren“ Preissegment, wenn wir die sonstigen Preise in Deutschland vergleichsweise heranziehen.
Schnelllader sind die richtige Entscheidung
Vor ein paar Jahren war das noch nicht so klar, aber heute ist es das umso mehr. Schnelllader sind die richtige Entscheidung, denn erst dann habe ich ein gutes Ladeerlebnis. Das hängt auch mit den größeren Akkus heutiger Modelle zusammen, selbst ein ID Polo hat jetzt über 50 kWh.
Wenn ich wie früher mit maximal 11 kW lade, sind nach zwei Stunden Einkauf nicht mal 50 Prozent des Akkus gefüllt. Mit dem Schnelllader sind viele Stromer heutzutage bereits nach 25 bis 45 Minuten vollständig geladen. Das ist in meinen Augen eine ordentliche Aufwertung, die wir im Alltag wenigstens einmal je Woche selbst nutzen.
Einziger Nachteil: Dauert der Ikea-Einkauf doch länger, muss man zwischendurch das Auto abziehen und umparken, sonst fallen Blockiergebühren an. Auch das Beladen eines Autos, das am Ladegerät hängt, ist aufgrund der großen Ladestationen und beengten Platzverhältnisse eigentlich kaum möglich.
