Wer aktuell ein neues Google-Konto anlegt, bekommt nicht mehr automatisch 15 GByte Gratisspeicher. In ausgewählten Regionen schaltet Google bei Neuanmeldungen zunächst nur 5 GByte frei. Die vollen 15 GByte gibt es nur gegen eine hinterlegte Telefonnummer. Die Änderung betrifft den gemeinsamen Speicher von Gmail, Google Drive und Google Fotos. Bestehende Konten bleiben unverändert. Inzwischen hat Google den Test offiziell bestätigt.
Google bestätigt den Test
Aufgefallen war die Anpassung über einen Reddit-Beitrag im Subreddit r/degoogle. Bei der Registrierung erschien dort ein Hinweis mit zwei Optionen: 15 GByte gegen Angabe der Telefonnummer oder 5 GByte ohne.

Gegenüber Android Authority erklärte ein Google-Sprecher, man teste „eine neue Speicherrichtlinie für neue Konten, die in ausgewählten Regionen angelegt werden“. Sie solle dazu beitragen, „weiterhin einen hochwertigen Speicherdienst anzubieten und Nutzer dazu zu motivieren, die Sicherheit ihres Kontos und ihre Wiederherstellungsoptionen zu verbessern“.
Parallel hat Google die englischsprachigen Hilfeseiten angepasst. Aus „15 GB of cloud storage at no charge“ wurde „up to 15 GB“. Das Internet Archive datiert den Wechsel auf den Zeitraum zwischen dem 4. Februar und dem 23. März 2026. Welche Länder konkret betroffen sind, nennt Google nicht. Die meisten Berichte stammen aktuell aus afrikanischen Märkten wie Kenia und Nigeria, einzelne Beobachtungen kommen auch aus Deutschland und den USA.
Reaktionen aus der Community
In den Kommentaren zum Reddit-Beitrag zeichnet sich ein gespaltenes Bild ab. Der am höchsten bewertete Beitrag fasst die kritische Stimmung pointiert zusammen: „Wir sind also bei der Stufe ‚Bestechung für eure Daten‘ angekommen.“ Ein anderer Nutzer ergänzt: „Es ist nicht kostenlos, ihr zahlt nur nicht mit Geld.“ Mehrere Kommentare verweisen darauf, dass eine Telefonnummer in vielen Ländern an eine reale Identität gebunden ist und damit eine Menge über einen verraten kann.
Überraschenderweise bewerten nicht alle den Schritt negativ. Ein Kommentar verweist auf Tools, die Speicher aus über 20 kostenlosen Konten zu einem virtuellen Großspeicher zusammenschalten, und nennt die Telefonnummer-Bindung eine logische Antwort darauf. Ein weiterer Nutzer schreibt, er kenne Leute, die sich „100 kostenlose Google-Konten für den Cloud-Speicher angelegt“ hätten. Solcher Missbrauch falle nun auf die Allgemeinheit zurück.
Folgen für Foto-Backups
Wer regelmäßig fotografiert, spürt die Änderung besonders. Google Fotos teilt sich das Kontingent mit E-Mail-Anhängen und Drive-Dateien. Schon wenige Hundert hochauflösende JPEGs oder kurze 4K-Clips füllen die 5 GByte. Ohne Google-One-Abo bleibt die Wahl zwischen der Angabe der Telefonnummer und einer Auslagerung auf andere Cloud- oder NAS-Lösungen.
Solange der Test regional begrenzt bleibt, ändert sich für bereits angelegte deutsche Konten nichts. Sollte Google das Modell international ausrollen, wäre es jedoch das Ende der bisherigen 15-GByte-Garantie für alle Neukunden.
