Fitbit Air hat Whoop abgelöst: Im Test sehr viel besser als erwartet

Google Fitbit Air Test

Eigentlich wollte ich nach Whoop keinen Tracker mehr tragen, doch während meiner Testphase des Fitbit Air konnte ich dann doch nicht anders. Mich hat das Gadget so sehr überzeugt, dass es nun doch an meinem Handgelenk bleibt und sogar das teure Whoop ablösen konnte.

Der größte Unterschied ist definitiv die Akkulaufzeit, denn Fitbit Air hält nur noch halb so lang. Aber selbst mit vier bis sechs Trainings die Woche und permanenter Aufzeichnung komme ich gut eine Woche mit einer Ladung aus. Dann für 20 bis 30 Minuten an das Ladegerät und fertig. Ich muss nur ans Ladekabel im Urlaub denken, das war bei Whoop nicht notwendig.

Aber genug mit den Vergleichen, die beiden Geräte hatte ich schon in einem anderen Beitrag gegeneinander antreten lassen. Heute soll es vorrangig um das Fitbit Air gehen, was gewissermaßen ein Comeback im Bereich der Health-Tracker für Fitbit darstellt und für Google der große Neuanfang ist. Zugleich wurde nämlich Google Health eingeführt, der Nachfolger der Fitbit-App mit sehr vielen Neuerungen.

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Ich kann es kurz machen: Mir persönlich sagt die neue App sehr zu. Sie ist zwar verdammt stark auf KI ausgelegt, aber selbst mir als inzwischen erfahrenen Sportler macht das noch durchaus Spaß. Google hat sehr viel Wert darauf gelegt, dass KI eure Daten verarbeitet, analysiert und für euch auswertet. Ihr müsst nur noch die Empfehlungen und Infos der KI lesen.

Besonders für Anfänger – und auf diese zielt man mit diesem Paket ab – ist die KI sehr nahtlos und gut integriert. Jederzeit könnt ihr den Coach allgemein fragen, aber auch zu jeder Session gezielt. Ich habe für mich zB das Laufen entdeckt und bin jetzt zwei bis viermal je Woche unterwegs. Ich und die KI merken meine Verbesserungen. Jedesmal wertet die KI den aktuellen Lauf aus und bezieht sich zugleich auf die letzten Aufzeichnungen, um über Veränderungen zu informieren.

Laufband Session Google Health

Wenn ich eine spezielle Frage habe, holt sich der Coach auch direkt notwendige Daten heran und zieht Schlüsse bzw. hilft euch dabei die richtigen Entscheidungen zu treffen.

Coach fragen

Was mir außerdem gut gefällt sind die Live-Daten während einer Session. Puls und Co. werden dabei sogar direkt als Live-Benachrichtigung angezeigt. Wer Kilometer und Distanz verfolgen will, kann sich über die Kopfhörer mit Sprachansagen informieren lassen, da Fitbit Air bekanntlich über keinen eigenen Bildschirm verfügt – euer Smartphone muss jedoch dabei sein. Was auf dem Live-Bildschirm jedoch fehlt ist eine Verlaufsanzeige der Herzrate.

Live Gehen Aufzeichnung

Die Aufbereitung der Daten, egal ob Training oder Schlaf, finde ich ansprechend und gut gelungen. Die wichtigsten Daten zum Schlaf, am Ende des Tages und nach einer aufgezeichneten Trainings-Session bekommt man auch direkt in Benachrichtigungen zu lesen, da muss man sich nicht jedesmal irgendwo durch die App schlagen.

Benachrichtigungen Google Health
Google Health Screenshots 2

Die gesammelten Daten sind für mich plausibel. Große Unterschiede gab es zum Beispiel zu Whoop nicht. Ich würde auch sagen, dass die Messungen konstant sind und nicht von Training zu Training stark abweichen. Bei der Pulsmessung sind keine Auffälligkeiten, das war beim Whoop in einigen Ausnahmen durchaus mal anders.

Google Health Screenshots 1

Außerdem ist die automatische Erkennung von Aktivitäten beeindruckend zuverlässig. Egal ob Spaziergang, etwas Fußball mit meinem Sohn oder irgendwas dergleichen, Fitbit Air bzw. Google Health sind zur Stelle und heben diese Sessions hervor. Dann ist es an euch, Google Health noch weitere Infos zu geben, damit die KI von euch und eurem Verhalten noch besser lernen kann.

Es fehlt jedoch der Community-Charakter. Es gibt keine Abzeichen, keine Vergleiche mit Freunden oder anderen Nutzern, keine Welttabellen oder dergleichen. Google hat die Gamifacation, die heute so beliebt ist, mit Einführung von Google Health komplett aus der App geworfen. Auch die Schlaftiere der vorherigen Fitbit-App sind dieser Entscheidung zum Opfer gefallen.

Ich trage Fitbit Air übrigens rund um die Uhr. Zwei originale Armbänder nutze ich gerade, die absolut in Ordnung sind, aber etwas teuer (ca. 50% des Gerätes). Der Klettverschluss hält gut, aber ich würde damit nicht schwimmen gehen und eher ein vollständig in sich geschlossenes Armband bevorzugen. Der Markt wird gerade schon von günstigeren Drittanbieter-Lösungen „überschwemmt“.

Fitbit Air Test 2

Allgemein trägt sich Fitbit Air sehr gut und leicht, finde ich daher nachts auch nicht störend. Ich mag zudem den stummen Wecker, der nur per Vibration (zwei Stufen gibt es) weckt. Funktioniert für mich hervorragend, sodass Kind und Frau ungestört weiterschlafen können. Ich könnte allein deshalb eigentlich nur schwer auf einen solchen Tracker verzichten.

Fitbit Air Test 3

Das originale Armband ist nicht so weich und flexibel, was in Ordnung ist. Es saugt sich beispielsweise nicht so sehr mit Wasser voll und trocknet deshalb etwas flotter. Der Tracker lässt sich nach unten aus dem Armband in Sekundenschnelle lösen und in ein neues einsetzen.

Ich werde demnächst mal noch Ausschau nach einem Bizepsband halten, da sind die Daten noch akkurater messbar als am Handgelenk. Laut den Messdaten von The Quantified Scientist schlägt sich Fitbit Air übrigens wirklich stark, obwohl die Fitbit-Sensoren bereits sehr alt sind. Hier werden wohl die Algorithmen alles aus der eigentlich alten Hardware rausholen.

Unterm Strich ist Fitbit Air keine Billigversion von Whoop, sondern ein echter Konkurrent und das zum kleineren Preis. Rund 100 Euro kostet der Einstieg mit einem Armband. Danach müssen keine Kosten anfallen. Wer jedoch das vollständige KI-Paket möchte, muss ein Abonnement abschließen. Es wäre aber auch so oder so günstiger als bei Whoop.

Ich selbst nutze Google AI Pro für Datenspeicher, für Gemini und inzwischen ist Google Health, Google Home und YouTube Premium inklusive. Das ist schon ein verdammt starkes Paket. Jedoch muss man sich bewusst sein, dass Fitbit Air vermutlich nur deshalb eingeführt wurde, damit Google massiv Health und Fitness-Daten von Nutzern sammeln kann, um sich in diesem Segment bereiter aufzustellen.

Sicherlich habe ich noch ein paar Punkte vergessen, dazu gerne eure Fragen in die Kommentare.

SmartDroid.de als Quelle bei Google

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