Whoop vs Fitbit Air im Vergleich: Ich werde wechseln und sehr viel Geld sparen

Whoop vs Fitbit Air Vergleichstest

Google steigt mit Fitbit Air in das Geschäft mit den bildschirmlosen Fitness-Trackern ein und kann vor allen Dingen mit einem niedrigen Preis überraschen. Aber ist das Gadget gut genug, um Platzhirsche wie Whoop herauszufordern? Ich habe das mal ausprobiert.

Schon vorher gab es Fitness-Tracker, das erste Fitbit erschien vor 17 Jahren, aber erst mit dem Fitbit Flex und dem ersten Xiaomi Mi Band wurden diese Geräte für die meisten richtig interessant. Inzwischen geben die Leute jedoch wieder mehr Geld aus, an der Spitze steht unter anderem Whoop mit einem dauerhaften Abonnement und die Apple Watch.

Ich bin heute permanent von Bildschirmen und Ablenkungen umgeben, also habe ich mich vor über einem Jahr neu ausgerichtet und wollte am Handgelenk nicht noch einen weiteren Bildschirm. Ich tauschte meine Garmin Venu 3 gegen ein Whoop 5 aus, das damals gerade neu erschienen war und viele Verbesserungen mitbrachte.

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Ein Jahr später bin ich auf dem körperlichen Level, dass ich keinen Tracker mehr benötigte und wollte Whoop eigentlich ablegen (wie im Test geschrieben). Ich kann aber ohne Daten und Tracking nicht. Dennoch sollte es nicht bei Whoop bleiben, mir ist der Preis ehrlich gesagt ein wenig zu hoch auf Dauer. 200 Euro pro Jahr für die kleine Mitgliedschaft, das sehe ich nicht mehr ein.

Whoop und Fitbit Air

Genug zum Vorwort. Google hat Fitbit Air an den Start gebracht, hier verlangt man einmalig 99 Euro. Mit Guthaben im Google Store waren es für mich nur noch 65 Euro. Das Gerät ist kleiner und schmaler, die KI-Funktionen habe ich durch mein AI Pro-Abonnement sowieso inklusive. Es ist die finanziell klügere Entscheidung, aber kann es technisch eigentlich mithalten?

Die Sensoren bei Fitbit sind alt, wohl über zehn Jahre schon bei Fitbit-Geräten im Einsatz. Die Daten werden jedoch durch KI-Algorithmen neu interpretiert und das wahrscheinlich sogar auf einem sehr hohen Level. Gegenüber Whoop waren in den ersten Tagen keine signifikanten Unterschiede festzustellen, was mich doch überrascht hat.

Im Gegenteil, am Crosstrainer und einer eher gleichmäßigen Belastung am oberen Ende zeigte mir Whoop wieder seine typische Schwäche, wenn am Handgelenk getragen. Statt den Puls so gleichmäßig wiederzugeben, wie er sich auch anfühlte, war die Messung hier ein auf und ab. Immerhin war die Abweichung im Schnitt für diese Einheit bei 164 (Whoop) zu 167 (Fitbit Air) zu vernachlässigen.

Herzrate Whoop vs Fitbit Air

Beim vorherigen Gewichtstraining mit Kettlebells sah der Verlauf dann doch ähnlicher aus. Hier lag der schnitt jedoch ganze 5 Schläge auseinander (141 zu 146), wieder sind es bei Fitbit Air mehr gewesen. Ich kann euch aus dem Gefühl heraus nicht sagen, welcher Wert nun tatsächlich korrekt ist.

Herzrate Whoop vs Fitbit Air 2

Bei anderen Werten sind sich Whoop und Fitbit Air auch nicht ganz einig. Bei der HFV liegt das Google-Tool einen Hauch unter den Whoop-Werten. Wenn mir Whoop 92 ms bescheinigt, sind es bei Google eher 87. Einen Tag davor waren es 104 ms bei Whoop, 94 ms in Google Health. Es sind also 10 Prozent unterschied oder deutlich weniger.

Bei den Schlafwerten ein ähnliches Bild, wobei hier die Unterschiede schon teilweise enorm sind. Bei keinem der Werte sind sich die Systeme einig und liegen teilweise 20 Minuten oder mehr auseinander. Obwohl das so ist, haben beide die Schlafeffizienz nahezu gleich bewertet (98 zu 96 Prozent). Der immer sofort sichtbare Schlafscore wird beim Fitbit Air tendenziell jedoch niedriger angesetzt.

Schlafen Whoop vs Fitbit Air

Die Werte sind unterschiedlich, meistens nur im kleinen Maße. Die größte Abweichung haben wir bei den einzelnen Schlafsegmenten, die mich jedoch gar nicht so sehr interessieren. Tatsächlich versuche ich hier schlussendlich mehr aufs Gefühl zu hören. Interessanter sind HFV, Ruheherzfrequenz oder Atemzüge/Minute, wo sich die Werte beider Geräte sehr nahe sind.

Spricht schlussendlich alles sehr für Fitbit Air, denn es kann trotz der alten Hardware mithalten. Auch bei simplen Dingen wie der Schrittzahl sieht es gut aus, die Abweichungen waren minimal und lagen oft ebenfalls unter 10 Prozent, tendenziell hat wieder das Fitbit Air mehr als Whoop gezählt.

Hat man eine Aktivität live aufgenommen, dann bin ich tendenziell etwas mehr Fan von Google Health, wobei mir hier der Pulsverlauf fehlt. Die App zeigt nur den aktuellen Puls an, bei Whoop kann ich hingegen den Verlauf der kompletten Einheit sehen und die maximal erreichte Herzfrequenz.

Whoop vs Fitbit Air Aktivität 2

Whoop-Benachrichtigungen zeigen hingegen nur an, dass gerade eine Aktivität aufgezeichnet wird, während Google Health die Distanz, Puls und Dauer der Aktivität direkt anzeigt. Beide Geräte können ihre Herzfrequenz übrigens per Bluetooth mit anderen Geräten teilen, etwa einem Crosstrainer.

Whoop vs Fitbit Air Aktivität 1

Generell gefällt mir die Google Health App mehr, die neue Version ist wirklich gut aufgemacht. Im Kern sind sie jedoch ähnlich. Die Werte, die man sofort sehen will, lassen sich bei Google Health im oberen Segment der App einstellen, bei Whoop findet ihr das personalisierte Dashboard etwas weiter unten. Bei beiden gibt es Besserungsbedarf, denn ich kann hier nicht alle Werte anzeigen lassen, die ich persönlich gerne auf den ersten Blick sehen würde.

Whoop vs Fitbit Air App Startseite

Was komplett anders ist, ist die Darstellung der KI, denn bei Google Health ist der Coach sehr präsent integriert und wertet auch direkt jede Einheit, sogar jeden Spaziergang aus. Finde ich sehr gut für Anfänger und gefiel auch mir in den ersten Tagen gut. Die Interaktion mit dem KI-Coach geht hier besser von der Hand, bei der Whoop-App wirkt das alles immer noch etwas unfertig und holprig.

Was Fitbit Air auch besser machte, ist die automatische Erkennung von Aktivitäten. Während Whoop bei mir die meisten Gehen-Aktivitäten komplett ignoriert, an manchen Tagen plötzlich doch wieder jeden Spaziergang erkannte, ist Google Health wirklich sehr zuverlässig. Man kann dabei übrigens einstellen, ab welcher Zeitschwelle eine Aktivität automatisch erfasst werden soll.

Der stille Wecker, das Armband vibriert nur und macht keine Geräusche, ist bei Whoop etwas besser durch eine deutlich höhere Intensität. Fitbit Air bekommt mich dennoch zuverlässig geweckt. Auch dabei wirkt die Google-App ein wenig besser, die Konfiguration des Weckers bietet mehr Optionen und geht leichter von der Hand.

Ähnlich unkompliziert ist das Wechseln das Armbands. Die Geräte sind in Sekundenschnelle entnommen und im nächsten Armband eingelegt. Qualitativ bekommt man bei Whoop mehr geboten. Überteuert sind die Armbänder beider Geräte gleichermaßen. Google will für das bisschen „Stoff“ rund 45 Euro, das ist schon ziemlich frech. Dank der CAD-Freigabe wird es jedoch viele Drittanbieter geben.

Whoop vs Fitbit Air Armband 1

Auf der Oberseite ist das Whoop etwas höher, dafür hat das Fitbit Air beim Standardarmband unten den leicht nervigen Verschluss und außerdem steht die kleine Öse durch die das Armband gezogen wird etwas über. Alles in allem nehmen die beiden sich beim Tragekomfort nicht viel, das Fitbit Air trägt sich einfach noch einen Hauch leichter.

Whoop vs Fitbit Air Armband 2

Whoop hat mich nie gestört, es war schon immer leicht und trug nicht weiter auf. Fitbit Air ist freilich noch angenehmer, wobei ich das in sich geschlossene Armband von Whoop immer noch mehr mag. Die Größe hat auch Einfluss auf den Akku, der beim Fitbit Air wirklich nur eine Woche hält und bei Whoop gut zwei Wochen möglich gewesen sind. Außerdem kann man Whoop kabellos per Akkupack laden, beim Fitbit Air benötigt ihr ein externes Gerät für die Stromversorgung per Kabel.

Whoop vs Fitbit Air Ladegerät

Fitbit Air ist sehr viel günstiger, dafür aber kaum schlechter. Bei der Software kann Whoop nachbessern und das wird man angesichts der Konkurrenten (Fitbit, Polar, Amazfit, Garmin) sicherlich tun. Langfristig wird Whoop vom Hype und seinem Marketing leben, aber es kann den sehr viel höheren Preis kaum noch rechtfertigen, gerade Google Health ist auf Anhieb ebenbürtig.

Für intensivere Sportarten sollte bei Fitbit Air mehr Zubehör kommen, mir fehlt gerade noch ein Bizepsband oder Sleeve, das ich beim Whoop sehr gerne verwendet habe. Das ist allerdings nur eine Frage der Zeit und dann ist man da ebenfalls auf einer Wellenlänge. Wenn euch Geld nicht egal ist, dann scheint Fitbit Air tatsächlich die bessere Option zu sein. Zumal Google Health nun auch das Tracking der Nahrungsaufnahme beherrscht, was bei Whoop bis heute keine Rolle spielt.

Die größten Unterschiede gibt es übrigens bei den berechneten Kalorien, allerdings ist das allein eine Frage der Software und Berechnungsgrundlage, hat mit der Hardware der beiden Armbänder eher wenig zu tun. Was beide gleichermaßen gut machen, aber auf ihre jeweils eigene Art und Weise, ist die Verarbeitung der Daten und Aufbereitung für den Nutzer, der hier nicht mehr einfach nur Zahlen um die Ohren geschmissen bekommt, sondern wirklich Kontext erhält.

SmartDroid.de als Quelle bei Google

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