VW verschiebt Modelle intern: Der billige Standort erhält den Vorzug bei der Produktion

VW ID Polo Trend

Bei Volkswagen geht es gerade vor allem darum, die Kosten für die Fahrzeuge zu reduzieren. Das heißt, die Kosten für Entwicklung und Produktion müssen runter, damit die Gewinnmarge je Fahrzeug wieder ein besseres Niveau erreicht und den Konzern langfristig sichert.

Unter anderem hat man bei Volkswagen intern entschieden, dass jene Fabriken den Zuschlag bekommen, die die durchschnittlichen Fabrikkosten pro Fahrzeug möglichst niedrig halten können. Das gilt losgelöst von den einzelnen Marken.

Wen überrascht es: Wenn man sich ein bisschen mit dem Markt auskennt, sind aktuell vor allem die osteuropäischen VW-Markenwerke im Vorteil. Dazu zählen zum Beispiel die Produktionsstätten von Skoda in Tschechien. Auch die Fertigungshallen in Bratislava und Győr haben innerhalb des Unternehmens den Kostenvorteil.

SmartDroid.de bei Google folgen

Den Kostennachteil haben – was genauso wenig überrascht – die deutschen Werke, darunter Zwickau und Hannover. Eben jene Werke, die auf der Kippe stehen und von VW eventuell abgestoßen werden könnten. Somit droht auch bei kommenden Fahrzeugen, dass diese im Süden oder Osten Europas produziert werden, aber nicht im Herzen Europas und daher nicht im Heimatland von Volkswagen.

Ein populäres Beispiel ist der VW ID.4, der später dieses Jahr als ID. Tiguan einen Neustart feiern wird. Das Fahrzeug soll dann wahrscheinlich nicht mehr in Emden in Deutschland vom Band laufen, sondern in Tschechien in einem der Skoda-Werke.

Weiterhin ist offen, was mit den deutschen Werken passiert, die derzeit und in Zukunft keine genügende Auslastung haben werden. Eine Möglichkeit ist, dass Volkswagen einige seiner chinesischen Modelle nach Europa bringt und diese in diesen Werken produziert. Eine weitere sehr populäre Option ist, die Werke statt zu schließen an Konkurrenten abzustoßen, unter anderem an chinesische Marken wie Xpeng, Geely oder BYD.

Dass noch einiges passieren muss, untermauern auch die kommunizierten Zahlen und es ist völlig unabhängig von Elektroautos. VW hatte vor Corona seine Produktion auf 12 Millionen Autos ausgelgt, heute liegt die „marktgerechte Nachfrage“ bei nur noch 9 Millionen. Ein Fakt, den man bei den Gewerkschaften gerne ignoriert.

Unterm Strich sind Marge und das operative Ergebnis eingebrochen, aber der Konzern steht weiterhin in der Gewinnzone. Sie wird jedoch kleiner. (via Automobilwoche)

SmartDroid.de als Quelle bei Google

Schreibe einen Kommentar

Bleibt bitte nett zueinander!