Erst abgelehnt, dann für möglich gehalten und jetzt wird es immer wahrscheinlicher. VW könnte bei den gefährdeten Werken wie Zwickau und Emden statt einer Schließung die Produktion chinesischer Elektroautos vorziehen. VW-Chef Oliver Blume bringt das jetzt in die Öffentlichkeit.
Bisher handelt es sich bei diesen Überlegungen um reine Prüfaufträge und strategische Optionen, für die noch keine finalen Pläne existieren. Aber es könnte immer wahrscheinlicher werden. Wobei man bei VW natürlich vor allen Dingen prüfen muss, welche der chinesischen Optionen in Europa überhaupt langfristig tragbar sein könnten.
Eine Option ist es, dass man nicht mal eigene Autos dort baut, sondern ein Joint-Venture mit Xpeng für diese Werke ins Leben ruft. Beide Unternehmen sind Partner in China, in Europa ist Xpeng eher auf sich allein gestellt. Weil die Marke wachsen will, wird man künftig sicherlich mehr Produktionskapazitäten benötigen. Allerdings sei dieser Plan intern eher als unwahrscheinlich eingestuft.
SmartDroid.de bei Google folgenDer andere Plan sieht den Import der chinesischen Modelle vor. Dafür müsste man jedoch die europäischen Fabriken umrüsten, denn in China kommen andere Plattformen und Architekturen zum Einsatz, nicht MEB wie bei den europäischen Elektromodellen. Ein heißer Kandidat ist der ID Era 9X, das Range-Extender-SUV könnte die Lücke des Touareg schließen.

Die dritte Option ist es, dass man einfach die China Scalable Platform in Europa verwendet. Bislang sei das ausgeschlossen gewesen, aber die Entwicklungen laufen und die neue Lösung soll bis 2028 zum Einsatz kommen. Das Problem: VW hat für den Westen mit SSP und der Rivian-Architektur eigentlich schon eigene Lösungen vorbereitet.
Egal welche Lösung es am Ende statt einer Werksschließung ist, sie hängt immer mit den chinesischen Entwicklungen des Konzerns zusammen. Im Fokus muss stehen, dass die Werke weiterhin beschäftigen können und Mitarbeiter nicht vor die Tür gesetzt werden. Das könnte VW sogar selbst hinkriegen, ohne dafür die Werke verkaufen zu müssen. (via Automobilwoche)
