BYD führt das sogenannte Flash-Charging bei seinen Autos ein, in Europa zunächst mit Denza-Modellen und später sicherlich auch mit Elektroautos der Hauptmarke. Aber was nutzt die Technologie mit über einem Megawatt, wenn die Infrastruktur in Europa gar nicht mithalten kann?
Sie ist dann immer noch ein großer Vorteil, wenn einem das Schnellladen wirklich sehr wichtig ist. Schon einmal berichteten wir darüber, dass ein Denza Z9 GT aufgrund seiner Ladetechnologie eine herkömmliche 400 kW Ladesäule zu 100 Prozent vollständig auslasten kann und das über den gesamten Ladevorgang.
Auch bei schnelleren Ladesäulen zeigt sich ein ähnlicher Effekt. Fahrzeug und Batterie sind derart potent, dass die meisten Ladesäulen definitiv an ihre Grenzen kommen. In einem weiteren Beispiel wurde der Denza Z9 GT an eine 600 kW fähige Ladesäule angeschlossen, die kurzzeitig sogar deutlich über ihrer offizielle angegebenen Obergrenze geladen hat.
SmartDroid.de bei Google folgenIn diesem Fall war die Leistung zwar mit 600 kW angegeben, doch der BYD-Stromer zog mal eben bis zu 722 kW aus der Ladestation. Alter Schwede Chinese! In nur vier Minuten hat das Auto mehr als 43 kWh gezogen und von 47 auf 80 Prozent geladen.
Ein weiterer Test ist mir vor wenigen Tagen über den Weg gelaufen, da wurde in lediglich zwei Minuten bereits 14 kWh nachgeladen, da lieferte die Säule aber auch „nur“ 567 kW in der Spitze. Eine Ladestation muss also nicht die Megawatt liefern, die das Auto theoretisch könnte und dennoch hat man einen Vorteil.
Nun muss man jedoch festhalten, dass auch die Ladestationen mit über 500 kW in Deutschland kaum verbreitet sind, in Frankreich und vor allen Dingen in den Niederlanden jedoch schon mehr. In Berlin soll es laut „ChargeFinder“ nur eine Ladestation mit dieser Leistung geben, dann gibt es noch eine in Sachsen-Anhalt und das war es für den gesamten Osten bereits.
Natürlich ist das Schnellladen auf diesem Niveau für viele gar nicht notwendig. Wenn ich auf Toilette gehe, sind definitiv schon über fünf Minuten vorbei und mit Familie noch etwas mehr. Wenn ich mir jedoch ein leistungsstarkes Auto zulege, dass auf der Autobahn mal ausgereizt wird, dann ist diese Technologie jedoch die logische Schlussfolgerung.
Und ohne diese Entwicklungen würde es gar keinen Fortschritt geben. Man muss als „Zuschauer“ bedenken, dass ein Teil dieser Technologie später mal in günstigeren Autos ankommt, um auch da mehr Ladeleistung und bessere Ladekurven realisieren zu können. Schlussendlich profitieren die meisten Kunden eben doch.
BYD will seine eigenen Flash-Charging-Stationen in Europa aufbauen, da werden in 5 Minuten dann über 60 Prozent des Akkus wieder aufgefüllt (SoC: 10 bis 70 Prozent), das sind daher über 73 kWh beim genannten Denza-Modell in dieser Zeit.
