„Kauft mehr deutsche Elektroautos“, auch wenn sie nicht „schnell“ laden

VW ID.3 Neo Front

Die Begeisterung für den chinesischen Fortschritt ist groß und die Kritik an deutschen Rückständen genauso. Doch nicht alles ist tatsächlich schlecht, es kommt schlussendlich auch ganz stark auf die individuellen Bedürfnisse an.

Ein Paradebeispiel ist der neue ID.3 Neo, der sehr viele Punkte deutlich besser als die ersten ID.3 macht. Ich selbst hatte vor ein paar Jahren bereits einen ID.3 mit höchster Ausstattung und der war schon nicht mehr so schlimm wie die erste Generation. Besonders die hochwertigen Sitze, das Lenkrad und das DCC-Fahrwerk überzeugten damals.

Mit dem neuen ID.3 Neo gibt es ein paar Neuerungen auch unter der Haube. Die Ladekurve soll nun besser sein, außerdem die Effizienz des elektrischen Antriebs. Einen großen Sprung gibt es nicht. Doch das muss es vielleicht auch gar nicht, jedenfalls für viele potenzielle (deutsche) Kunden nicht.

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„Kauft mehr deutsche Autos“, denn sie sind wirklich gut und das gilt nun auch für Elektroautos. Das ist ein Fazit zum ID.3 Neo im aktuellen Test der Kollegen. Überzeugt hat beim großen Akku zum Beispiel der Verbrauch von weniger als 20 kWh, sodass hier eine Autobahn-Reichweite von ca. 377 Kilometern erreicht werden konnte.

Ein neuer Innenraum überzeugt mit besseren Materialien und mehr Wertigkeit:

ID.3 Neo Cockpit

Obwohl der Ladestopp nicht gerade von der schnellen Sorte ist, mit dem ID.3 Neo steht man für die Ladung bis 80 Prozent wohl fast 30 Minuten, sind das durchaus vernünftige Werte. Ich weiß, es gab von mir dazu schon andere Worte, aber ich mag auch den Blickwinkel darauf, den „Car Maniac“ in diesem Fall hat.

Denn die Ladekurve muss natürlich auch von der Ladestation geleistet werden können. Wenn der Ladepark voll ist und die Station ihre maximale Power im Zweifel teilen muss, dann würden mir Ladeleistungen jenseits der 350 kW nicht viel nutzen, denn sie kommen im Zweifel gar nicht am Auto an.

Ladekurve ID.3 Neo

Die Ladekurve ist in diesem Fall eine Katastrophe, was jedoch an der Ladestation lag und nicht am Auto selbst. Eigentlich würde das Auto (wie in anderen Tests gesehen) die maximale Ladeleistung etwas länger halten und dann auch nicht abrupt unter 100 kW fallen. Dennoch sind es beim ID.3 Neo ungefähr 30 Minuten, die man warten „muss“.

Das ist natürlich nicht schlimm, wenn es denn zu eurem Profil passt. Für mich passt das theoretisch, denn wir laden in der Regel beim Einkauf und sind da meistens auch gut 20 bis 40 Minuten im Laden. In dieser Zeit ist mein Ioniq 5 schon lange aufgeladen, aber auch ein ID.3 Neo wäre in dieser Zeit gut voll. Eine Autobahn-Reichweite von über 300 Kilometern ist zudem sehr stark für diese Klasse.

Allein wegen der Ladeleistung bei deutschen Elektroautos abzuwinken, ist daher vielleicht nicht die richtige Reaktion.

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2 Kommentare zu „„Kauft mehr deutsche Elektroautos“, auch wenn sie nicht „schnell“ laden“

  1. Lustig, ja ne ist klar. Als ob es nur an der Ladeleistung liegt, die mit 30 Minuten wirklich unterirdisch ist, sorry. Und volle Ladeparks und zwangsmäßig geteilte Ladeleistung, man kann sich seine Szenarien auch herbeireden.

  2. Die Ladeleistung ist doch nur für Leute ein Problem, die das ganze Jahr im Kreis fahren. Otto-Normal-Fahrer, wenn er nicht Diesel-Dieter heißt, hat mit dem bisschen längeren Laden während der wenigen Urlaubsfahrten pro Jahr kein Problem. Vor allem, wenn dank dem aktuellen Zulauf der E-Mobilität, das momentan hinterherhinkende Ladenetz die Bremse ist.

    Es gibt da aber eben noch ne ganze Menge andere Baustellen. Mir hats vor ner Weile meinen VW-Verbrenner zerlegt. Der Nächste sollte elektrisch werden. VW hatte für die gesetzten Rahmenbedingungen (max. 3 Jahre, max. 30TKm, max. 40K€) nicht mal gebraucht(!) was Taugliches mit einigermaßen Reichweite im Angebot. ID.3 mit bisschen Ausstattung und großem Akku waren da alle drüber, ID.4 auch. Dazu fühlen sich die Kisten innen wie billige Plastikbomber an. Und die Displays erinnern mich als alten IT-ler qualitativ an die ersten TFT um die Jahrtausendwende.

    Tja, ist dann kein deutsches Auto mehr geworden. Und nein, kein Chinese. Die Franzosen und paar Andere gibts ja auch noch. Und die bauen keine schlechten Fahrzeuge. Renault hatte da ein gutes Angebot für nen Wagen mit den gewünschten Eigenschaften, Wärmepumpe schon mit drin und auch sonst Vollausstattung. Und man fühlt sich sofort wohl, wenn man sich rein setzt. Dazu dann noch funktionierende Software (Google Auto). Und das Ganze quasi neu (damit 3 Jahre mehr Akku-Garantie) und zu nem Preis, wo ich mit der Differenz zu den von VW aufgerufenen Gebraucht-Preisen die nächsten 10 Jahre quasi meine Stromkosten gedeckelt bekomme. Service genauso vor Ort wie VW, nur 300m weiter. Da muss man nicht lange überlegen.

    VW hat zwei Probleme: Überalterte Technik und zu hohe Preise. Die Technik wird jetzt moderner, aber eben noch lange nicht führend. Man schließt gerade mal so einigermaßen zur breiten Masse auf. In Verbindung mit zu hohen Preisen wird das nicht reichen, Lokalpatriotismus hin oder her. Und den muss man sich erst mal finanziell leisten können! Nur zur Erinnerung: Volkswagen im Sinne von günstige Wagen fürs breite Volk verkauft Volkswagen schon lange nicht mehr. Und die anderen Hersteller schlafen ja nicht oder ruhen sich auf ihren aktuellen Lorbeeren aus (wie VW das getan hat). Die greifen weiter an. Und das Statement von BYD neulich war mehr als deutlich, wo die hin wollen! Wenn VW hier nicht schleunigst bei Technik und Preis den Arsch hoch bekommt sehe ich da mittelfristig eher schwarz. Ach, wenn da nur einiger schon vor Jahren mal in diese Richtung gewarnt hätte….

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