Volkswagen hat in den ID.3 Neo ein paar Neuerungen gepackt, die nicht allein kosmetisch sind, damit das Auto optisch wieder etwas attraktiver daherkommt. Die technischen Neuerungen sind jedoch nicht auf jeder Ebene ein großer Zugewinn.
In diesem Fall muss einfach wieder einmal der BYD Atto 3 Evo herhalten, denn die neue Generation des Elektro-SUVs ist optisch exakt gleich geblieben, doch unter der Haube hat BYD mal eben einen deutlich größeren Akku integriert und ist von 400 auf 800 Volt gewechselt. Für die Ladeleistung brachte das einen massiven Sprung.

Nun ist der BYD immer noch kein Topmodell, aber untermauert die technischen Möglichkeiten und Sprünge, die im selben Auto innerhalb weniger Jahre möglich sind. Beim ID.3 Neo tut sich hingegen nicht so viel und das untermauert die Ladekurve, die bei den MEB-Plattformen immer noch bescheiden ausfällt.
SmartDroid.de bei Google folgenIn den echten Tests, also mit echten Serienautos im Sommer, benötigt die typische 10 – 80 Prozent Ladung für heutige Standards jedoch deutlich zu lange. Kollege Elektrobays hat wohl die bestmögliche Ladekurve geschafft und dennoch ganze 29 Minuten benötigt. Die etwas über 180 kW Peak lagen zwar sofort an, doch fielen schnell und drastisch auf nur noch rund 100 kW ab.
Immerhin hat VW dafür mit einer „grandiosen Ladeplanung“ überzeugen können. Auch der Verbrauch des großen Akkus scheint zu überzeugen, da lag der Kollege bei 17,5 kWh mit Tempomat bei 130 km/h („für lange Zeit“) und ist schlussendlich nach 422 Kilometern mit nur noch 3 Prozent Akku rausgefahren. Mir wäre das zu knapp, aber über 300 Kilometer auf der Autobahn schafft man mit dem ID.3 Neo bei der 79 kWh Batterie mal richtig locker.
Die Zahlen aus diesem Video decken sich mit einem anderen Bericht, der auf ähnliche Zahlen kommt. Jeweils jedoch im Sommer, im Winter bei sehr kalten Temperaturen könnte das etwas anders aussehen. Wir sollten gar nicht gucken, was Zeekr bei 400 Volt rausholt, das ist eine andere Welt.
Schlussendlich ist es abhängig vom Alltag. Natürlich sind die 30 Minuten kein Thema, wenn ich das Auto beim Einkaufen ranhänge, wie wir das in unserem Alltag nahezu immer machen. Auf der Langstrecke wären mir 30 Minuten jedoch zu viel. Aber man muss freilich nicht immer auf 80 Prozent laden, dann passt man eben das Ladeverhalten etwas an, je nach Gesamtlänge der Strecke.
Lesenswert: ID Polo oder ID.3 Neo: Warum der Kleinwagen die bessere Wahl sein kann
