Volkswagen hat als einer der ersten westlichen Hersteller ein großes Werk auf eine reine und unumkehrbare Elektroauto-Produktion umgestellt, was man heute als Fehler einsieht und nicht wiederholen wird. Stattdessen müssen Verbrenner und Stromer nebeneinander „atmen“ können.
Der Grund war gewesen, dass VW mit einem deutlich schnelleren Hochlauf bei der Elektromobilität gerechnet hat, auch die politischen Rahmenbedingungen waren damals gesetzt. Doch es kam anders. Diese Umstellung, die man erst in Zwickau und dann in Emden vollzogen hatte, würde man „mit dem Wissen von heute nicht wieder so machen“.
Und vor allem waren die VW-Produkte „damals“ nicht gut genug, darüber sprechen die VW-Leute im Gespräch mit Automobilwoche jedoch nicht. Ich stelle die These auf: Wäre zum Beispiel der ID.3 von VW schon in der ersten Generation annähernd auf Tesla-Level und nicht so hässlich gewesen, hätte man wesentlich mehr Stromer verkauft.
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Insgesamt war der Markt in den letzten Jahren aber auch nicht stark genug und Verbrenner sind weiterhin wichtig. Obwohl die spanischen Seat-Werke jetzt vorrangig die neuen Elektroautos wie ID Polo und Cupra Raval bauen, fertigt man dort auch noch gleichzeitig Verbrenner.
Je nach Marktentwicklung kann VW dort sofort reagieren und mehr Verbrenner bauen. Das geht in Werken wie Zwickau nicht, hier lassen sich nur Stromer produzieren. Aktuell geht die Nachfrage hoch, auch Modelle wie der ID.3 Neo sind beliebt und lasten das Werk gerade besser als in den letzten Jahren aus.
Derzeit sieht man es noch so, dass Verbrenner und Stromer gleichzeitig in einem Werk gebaut werden müssen. Das ist in den spanischen Werken der Fall. Werke mit nur einer Linie werden als Mischlinie betrieben. Die Strategie wird noch einige Jahre bleiben, sagen die VW-Leute im Gespräch.
