• Ich habe mit 3D-Druck angefangen.
  • Dafür konnten wir den Anycubic Kobra testen.
  • Der Einstieg in dieses Thema ist überraschend leicht.

Bislang habe ich das Thema 3D-Drucker an mir vorbeiziehen lassen. Mit dem brandneuen Anycubic Kobra ist diese Zeit aber vorbei, der chinesische Hersteller hat mir sein neustes Modell für einen Test zur Verfügung gestellt. Und was soll ich sagen, als blutiger Anfänger bin ich nach wenigen Tagen schon begeistert. Vor allen Dingen bin ich überrascht davon, wie einfach der Einstieg doch sein kann.

Ihr müsst euch nicht groß auskennen. Natürlich hilft es, wenn man ein wenig Affinität für Technik und Basteln hat. Dennoch war der Erstaufbau des Anycubic Kobra leicht und schnell erledigt. Man wird mit Funktionen und Möglichkeiten nicht überladen. Das macht den Einstieg sehr einfach und wir haben nur kurze Zeit später bereits den ersten Druck gestartet. Aufbau, Filament „anschließen“, Speicherkarte mit Druckinhalten füllen – alles ziemlich easy.

Oben ist die Filament-Rolle:

Pla Filament Rolle

Unten geht das Filament in den Druckkopf:

Anycubic Kobra Test 5

Anycubic macht den Einstieg super einfach

Anycubic legt euch alles ins Paket. Also auch eine Speicherkarte und sogar ein Lesegerät für USB-A-Anschlüsse. Bei meinem MacBook Air braucht es natürlich einen anderen Adapter. Nach ein paar Versuchen bin ich für die Software zunächst beim Ultimaker Cura geblieben. Damit ließt man die STL-Dateien ein, hinterlegt diverse Faktoren für den Druck und gibt das gcode-File aus, das wiederum auf der Speicherkarte landet und darüber letztendlich im Drucker.

In erster Zeit versucht man sich aus. Wie grob soll der Druck ausfallen, soll es ein zusätzliches „Fundament“ geben und andere Dinge. Am Ende sagt euch das Tool sogar, wie viel Filament notwendig ist und wie lange der Druck ungefähr dauert. Wobei ihr außerdem am Drucker einstellt, wie schnell er arbeiten soll. Hier sollte man wohl weniger Speed nutzen. Ich fahre gerade mit 70 Prozent „Print Rate“ ganz gut.

Cura 3d Print

Für Einstellungen, Auswahl der Druckdatei und so weiter gibt es am Anycubic Kobra ein Touchdisplay. Bei diesem Drucker hat mir nur missfallen, dass er offline ist. Ich kann also nicht per Smartphone-App aus der Ferne prüfen, wie weit ein aktueller Druck ist.

Anycubic Kobra Test 7

3D-Druck kann im Alltag ziemlich nützlich sein

Was auf dem Screenshot kompliziert nach 3D-Erstellung aussieht, ist einfach eine Vorlage. Es gibt zahlreiche Webseiten, auf denen ihr aus etlichen Vorlagen für Spielzeuge, Tools, Adapter und sehr viele andere Dinge wählen könnt. Also habe auch ich mich zunächst darauf beschränkt, aus fertigen Vorlagen zu wählen, die ich in den ersten Tagen drucke. Zuletzt einen Batteriespender. In den nächsten Tagen will ich aber auch selbst mal was entwerfen und drucken.

Anycubic Kobra Test 1

Ich benötige für ein Kinderspielzeug eine neue Batterieabdeckung. Solche und andere Dinge, die mal im Alltag anfallen können, lassen sich mit 3D-Druckern natürlich schnell selbst anfertigen. Ich würde die besagte Abdeckung beim Hersteller des Spielzeugs nämlich kaum einzeln kaufen können. Wir planen aber auch Sortierboxen für Schränke zu drucken, anstatt sie bei IKEA zu kaufen. Ich will mehr Ordnung in meine Schrauben und Muttern kriegen, wir drucken Spielfiguren für das Kind und einiges mehr.

Der Flexi Rex ist beeindruckend für Anfänger. Was daran liegt, dass diese Spielfigur aus einem Guss gedruckt ist, aber dennoch bewegliche Gelenke besitzt. So ein kleines Spielzeug offenbart die Möglichkeiten, die ein 3D-Drucker in der heimischen Anwendung möglich macht.

Anycubic Kobra Test 2

3D-Druck für Fortgeschrittene, aber so weit bin ich noch nicht

Der Kobra-Drucker hat mir das Thema näher gebracht. Wir haben in den ersten Tagen ein paar Fehlversuche hinter uns und sind dabei schnell dahintergekommen, was für uns als Anfänger erst mal gut funktioniert. Seit ein paar Tagen drucke ich jetzt quasi durchgängig. Was aber auch daran liegt, dass ich etwas detaillierter drucke und mit weniger Speed. Das sieht besser aus, hat eine niedrigere Fehlerquote, benötigt aber Zeit. Für den angesprochenen Batteriespender gehen über zehn Stunden Druckzeit drauf!

Der erste Druck ohne genauere Einstellungen sah natürlich noch extrem grob aus:

Vasen Druck Beispiel

Man kann allerdings mit dem richtigen Werkzeug die groben Schnitzer nachbearbeiten. Bislang habe ich mich aber auf den Druck konzentriert, weniger auf die Möglichkeiten der händischen Nachbearbeitung.

Derzeit drucken wir noch einfarbig. Für die Dinge, die ich gerade drucke, reicht mir das aus. Bei mir kommt das PLA-Filament von Amazon. Und auch das ist cool, weil es so einfach ist. Mich hat außerdem überrascht, wie geruchlos das ganze Thema ist. Das Filament riecht nach nichts. Auch das gedruckte Produkt ist quasi geruchlos. Für mich sind das weitere Gründe, den Anycubic Kobra zukünftig häufiger zu verwenden. Nur der durchgehend laute Lüfter nervt ein wenig.

Fazit: Jetzt hasse ich Drucker nicht mehr

Seit ich Kind bin, sitze ich vorm PC. In dieser Zeit waren Drucker ein ständiger Begleiter und sie lassen mich heute noch verzweifeln. Auch beim 3D-Druck gibt es Herausforderungen. Mit einer Spielfigur haben wir 4 Anläufe genommen, bis sie ordentlich gedruckt wurde. Das ist Erfahrungslernen. Aber in wenigen Stunden. Hat man sich mal eingespielt, was wirklich schnell geht, lassen sich kleine und mittelgroße Gegenstände für den Haushalt mit dem Anycubic Kobra kinderleicht drucken.

Dafür, dass ich mich für dieses Thema in den letzten Jahren gar nicht interessiert habe, finde ich jetzt umso spannender für unseren Alltag. Auf der offiziellen Webseite startet der Kobra für 318 Euro. Denke ich an die vielseitigen Möglichkeiten, ist dieser Preis schwer in Ordnung. Ein Kilogramm Filament kostet 15 – 20 Euro. Es ist aber abhängig davon, was ihr druckt, um auszurechnen, wie lange so viel Filament für euch reicht.

Der Kobra bietet übrigens Platz für Drucke auf einer Fläche von 220 x 220 mm und bis zu 250 mm Höhe. Da geht also schon ordentlich was, wenn wir an die angesprochenen Sortierboxen denken.

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Denny Fischer

Gründer und amtierender Chef von SmartDroid.de, bloggt hier und nur hier seit 2008. Alle Anfragen an mich, in den Kommentaren oder über die verlinkten Netzwerke.

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