Die letzte Chance: Ford steckt 5 Milliarden in neues Elektroauto-Werk und will nicht wie VW enden

Ford bis 2029

Das sagt man zwar nicht selbst und vor allem nicht in der Öffentlichkeit, doch Ford will nach dem Umbau des Fahrzeugwerks Louisville Assembly Plant nicht enden, wie VW mit seinem reinen Elektroauto-Werk in Zwickau. Denn was vor ein paar Jahren noch das weltweite Vorzeigeprojekt gewesen ist, steht nun vor dem Aus bzw. vor dem „Verkauf“ an chinesische Hersteller.

VW ist daran nicht alleine schuld, aber teilweise schon. Seit der Pandemie ist der Autoverkauf insgesamt zurückgegangen und der Elektroauto-Hochlauf kam zu spät. ID.3 und Co. will außerdem keiner in China kaufen und in den USA auch nicht. Nun hat man massiv Überkapazitäten und Werke wie die in Niedersachsen haben im Konzern einfach mehr Lobby.

Bei Ford ist es im Grunde genommen der zweite Anlauf bei Elektroautos, aber diesmal geht man das Thema auf einem ganz anderen Niveau an. Das große Ziel ist, gute und volumenstarke Elektroautos für bezahlbare Preise anzubieten, die sich im Grunde genommen jeder Autofahrer leisten kann. Dafür investiert Ford massiv.

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Die zeitgleich neu eingeführte Universal Platform eignet sich für Pick-Ups, Vans, Kombis, Limousinen und SUVs gleichermaßen:

Ford Universal EV Plattfrom Beispiele

In das Vorhaben (und allem was dazu gehört) fließen satte 5 Milliarden Dollar, wobei davon auch ein neuer Batteriekomplex profitiert. Das schafft 4.000 neue Arbeitsplätze. Damit wird das besagte Werk zur einen Fertigungsstätte für Elektrofahrzeuge, rund 2 der 5 Milliarden Dollar fließen direkt in das Werk. Zum Jahresende 2025 wurde es dafür vollständig entkernt, das ist ein Neuanfang.

Das neu eingeführte Fertigungssystem ersetzt die traditionelle Bandmontage durch eine parallele Fertigungsstruktur, bei der zentrale Fahrzeugsegmente gleichzeitig montiert werden. Die Autos werden grundsätzlich anders behandelt als früher, sie sind nun in drei Hauptteile unterteilt, das sind vorderes Segment, hinteres Segment und die strukturell wichtige Batterie plus Innenraum-Komponenten.

Ford Elektroauto Werk Umbau 2

Was man unter anderem von Tesla schon länger kennt, ist der Bau in großen Gesamtteilen. Es werden riesige Bauteile gepresst, dadurch werden sehr viele einzelne Blech- und Schweißteile ersetzt. Das reduziert natürlich die Arbeiten je Fahrzeug und unterm Strich die Produktionskosten. Ford hat von Tesla und den Chinesen gelernt, setzt es nun in die Tat um.

Ford Elektroauto Werk Umbau 1

Mit dem Ford Fathom geht es los, das erste Modell kommt 2027 und wird in den kommenden Monaten sicherlich Stück für Stück enthüllt. Mit der europäischen Strategie hat das jedoch erst mal nichts zu tun, bei uns will man zunächst auf eingekaufte Plattformen setzen, zum Beispiel den elektrischen Ford Kuga mit Geely auf die Räder stellen, den elektrischen Fiesta gemeinsam mit Renault.

Die neue Strategie, egal ob in den USA oder hier in Europa, muss jetzt wirklich sitzen. Ford hat bereits zig Milliarden in früheren Strategien versenkt und das ohne Erfolg. Ein entscheidender Punkt ist der Fahrzeugpreis, der Fathom soll für unter 30.000 Dollar starten.

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