Der Umstieg auf ein Elektroauto erfordert eine gewisse Umstellung, aber man kann sich inzwischen überall in Sekunden die notwendigen Tipps holen und kompliziert ist es eigentlich nicht. Doch es gibt bekannte Influencer, die setzen lieber auf Hetze gegen Stromer, darunter Judith Williams aus „Die Höhle der Löwen“.
Eigentlich würde ich das ignorieren, was mir da gerade in die Timeline gespült wurde, doch die gute Frau hat eine beachtliche Reichweite und bekommt für ihre fragwürdigen Aussaugen auch noch reichlich Zuspruch. Ich hätte eigentlich gedacht, dass wir über den Punkt vom sinnlosen Hass gegen Elektroautos längst hinaus sind, doch das ist wohl nicht der Fall.
In einem Video regt sich Williams darüber auf, dass das mit den Ladekarten zu kompliziert sei und sie diese ständig verlegen würde. Manchmal sind die Ladekarten dann nicht im Auto, wenn sie diese benötigt. Deshalb könnte sie „ihr Auto nicht mehr laden“. Bei einem Verbrenner würde man hingegen keine Karte brauchen. Logisch, die 2,50 Euro je Liter zahlt man bekanntermaßen mit einem Luftkuss.
SmartDroid.de bei Google folgenDer alles in allem wichtigste Punkt ist: Eine physische Karte habe ich als Backup, aber in den allermeisten Fällen bezahle ich mit meinem Telefon. Meistens direkt mit der Lade-App des jeweiligen Anbieters. Würde ich tanken müssen, bräuchte ich entweder Bargeld, das bekomme ich jedoch auch nur mit Karte von der Bank, oder ich zahle eben direkt mit einer Zahlkarte (Visa, EC etc.).
Laut Williams sei das Prinzip bei den Elektroautos jedenfalls zu kompliziert und würde ihre „drei Gehirnzellen“ überfordern. Schon spannend, wie diese vermutlich millionenschwere Geschäftsfrau so tut, als wären Frauen ein bisschen dämlich und von Elektroautos komplett überfordert. Meine Frau ist nicht millionenschwer und kriegt das übrigens ganz alleine hin.
Leider geht das bei der Williams noch immer so weiter. In einem weiteren Video wird das Laden von Elektroautos in einer dunklen Umgebung laut ihrer Ansicht zur großen Gefahr für die Frau. Sie ist „entsetzt“, wenn sie 0:45 Uhr ihr Elektroauto an einem abgelegenen Ladepark laden muss. Sie könnte nämlich verschleppt werden, das würde dort mangels Kameras keiner sehen.
Noch schlimmer: Williams müsste für einen Kaffee von der 150 Meter entfernten Tankstelle durch eine „Gefahrenzone“ laufen und das auch noch bei Regen. Abgesehen davon, dass Frauen hier als grundsätzlich gefährdet dargestellt werden, stellt sie zugleich Männer als die schuldige Spezies hin und dafür gibt es freilich Applaus.
Sie setzt mit ihren Aussagen ein meiner Meinung nach ganz schlimmes Narrativ fest. Die Gegenfrage, ob sie die „einzige Frau“ mit dieser Ansicht wäre, wird natürlich vor allem bestätigend kommentiert. Das eben zitierte Video hat mal eben über 10.000 Likes und über 3.000 Kommentare. Es hat also durchaus Einfluss, was Williams hier behauptet.
„Deshalb kommt bei mir kein Elektroauto in Frage.“
„Der Sklave des eigenen Autos. Niemals ein E Auto.“
und ähnliche Kommentare gibt es unter ihren Videos.
Womit Williams durchaus richtig liegt, ist das Tarif-Wirrwarr und die teilweise hohen Ladepreise in Deutschland (von uns oft genug kritisiert). Auch die großen Ladeparks ohne Toilette kreidet sie meines Erachtens durchaus zurecht an.

Bei manchen geht halt Reichweite nur über Aufreger. Da wird dann notfalls der größte Mist erzählt. Für die Quote tut man halt alles…