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Mehr Begeisterung, weniger Kritik: Samsungs Medien-Strategie kommt nicht gut an

Denny Fischer

Veröffentlicht

am

Samsung Galaxy Fold Header

Samsung platziert sich mit einer neuen Strategie direkt in den Herzen der Influencer und sorgt für schlechte Laune bei der Tech-Presse. Gemeint ist die Berichterstattung rund um das Galaxy Fold, mit welcher der Hersteller nicht zum ersten Mal in den letzten Tagen eher negativ auffällt. Man nimmt den richtigen Personen ihre Arbeit, stattdessen setzen die Hersteller immer häufiger auf die Strahlkraft der sogenannten Influencer.

Im ersten Unboxing-Video des faltbaren Smartphones Galaxy Fold treten also nicht die bekanntesten Gesichter der Tech-Presse auf, stattdessen sehen wir Mario Götze, Steve Aoki oder Millie Bobby Brown vor der Kamera. Das sind die ersten Leute, die das neue Galaxy Fold in die Hand nehmen durften. Innerhalb der Branche sorgt das für Kritik, denn damit geht Samsung echter Kritik geschickt aus dem Weg.

Diesmal zählt der Ersteindruck

Stattdessen fängt man die Meinung von Leuten ein, die mit derartiger Technik selten zu tun haben. Sie lassen sich schneller begeistern. Und damit das auch irgendwie trotzdem bei den Leuten der Tech-Presse funktioniert, gab es zur ersten Berichterstattung in den USA diesmal kein Embargo. Jeder konnte seine Videos und Beiträge sofort veröffentlichen, was bei Events hinter verschlossener Tür sonst eher selten vorkommt.

Ein ehemaliger Mitarbeiter der Samsung-PR entlarvt die Strategie dahinter:

Je mehr Zeit zwischen Erstkontakt und Embargo-Datum liegt, desto mehr Kritik kann sich bei den Testern entfalten. Ist die Veröffentlichung allerdings sofort nach Erstkontakt möglich, nicht Tage oder Wochen später, überwiegt in der Berichterstattung der positive Eindruck der ersten Minuten. Und diesen fördern die Hersteller sowieso schon seit Jahren mit pompösen Events, die sich selbst bei Smartphones manchmal über mehrere Tage ziehen.

Die neue Strategie scheint also zu sein, dass man das neue Smartphone zur Präsentation wegsperrt und erst später der Presse in die Hand gibt. Dann nur mit der künstlichen Einschränkung, jedem nur ein paar Minuten mit dem Gerät zu geben. Gerade bei einer solch neuen Technologie scheint das die positive Resonanz zu fördern, es bleibt kaum Zeit sich kritisch mit der Hardware auseinanderzusetzen.

Hersteller fördern positives Feedback ganz gezielt

Ich selbst meide die meisten Events seit Jahren, der übertriebene Zeitaufwand für ein kurzes Hands-on passt nicht in meinen Alltag. Die Entwicklung des Marktes ist eben eine andere, also testen wir die Geräte meist etwas später aber dafür in Ruhe, ohne zeitlichen Druck und äußere Einflüsse. Immer mehr branchenfremde Influencer werden einbezogen, die Events werden größer und eindrucksvoller, die erste Resonanz wirkt dadurch grundsätzlich positiver.

Schon seit Jahren wünsche ich mir eine andere Strategie, nämlich kleinere Events und dafür mehr Testgeräte auch für kleinere Plattformen. Stattdessen ist das Gegenteil der Fall. Aber okay, damit müssen nicht nur wir leben. Grundsätzlich ist der neue Weg verständlich, wenn die Hersteller mit „einflussreichen“ Leuten mehr potenzielle Kunden erreichen können. Am Ende ist nämlich der wirtschaftliche Aspekt entscheidend.

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