Google hat die neue Stufe seines Bot-Tests reCAPTCHA auf Android an Google Play Services 25.41.30 oder neuer gebunden. Bei verdächtigem Verhalten zeigt das System statt eines Bilderrätsels einen QR-Code, den ihr mit dem Smartphone scannt. Ohne Googles Hintergrunddienst funktioniert dieser Scan nicht. Nutzt ihr ein de-googletes Gerät wie GrapheneOS oder eine andere Custom-ROM, fallt ihr also automatisch durch den Test.
Vorgestellt hat Google die zugehörige Plattform Cloud Fraud Defense am 22. April 2026 auf der Cloud Next. Auf iOS lässt sich der QR-Code laut Googles Support-Dokument schon ab Version 15.0 ohne Zusatz-App scannen. Eine Pflicht zu einem proprietären Google-Framework wie auf Android gibt es dort nicht.

Wie PiunikaWeb berichtet, lief diese Anforderung schon seit Monaten unbemerkt mit. Eine archivierte Fassung der Support-Seite vom Oktober 2025 verlangte bereits Play Services 25.39.30. Aufgefallen ist es zuerst einem Nutzer im Subreddit r/degoogle. Das netzpolitische Magazin Reclaim The Net urteilt scharf: „Die Asymmetrie zeigt, worum es wirklich geht: nicht um Sicherheit, sondern um Kontrolle über das Ökosystem.“ Und: „Jede Seite, die das einbaut, sagt Android-Nutzern ohne Google-Dienste, dass sie nicht willkommen sind.“
Für die meisten von euch wird der QR-Code im Alltag wahrscheinlich nie auftauchen. Bewegt ihr euch dagegen bewusst außerhalb von Googles Ökosystem, gibt es aktuell keinen offiziellen Weg, den Test zu bestehen.
Die Play-Services-Pflicht beim reCAPTCHA passt in einen breiteren Kurswechsel: Ab September 2026 will Google auf zertifizierten Android-Geräten ausschließlich Apps von verifizierten Entwicklern zulassen, auch bei der Installation aus fremden Quellen.
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