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Testberichte

Number26: Prepaid-Kreditkarte mit App ausgiebig getestet

Denny Fischer

Veröffentlicht

am

Seit einigen Monaten habe ich nun eine Prepaid-Kreditkarte von Number26 im Besitz und nun konnten wir zwei Karten in Skandinavien mal ausführlich testen. Es ist die beste Umgebung dafür, selbst bei der letzten Pommesbude im norwegischen Gebirge sind VISA und MasterCard gern gesehen. Jeder kleinste Einkauf wird dort mit Karte gezahlt, selbst Senioren zücken nur selten Bargeld.

Bislang war mir der Nutzen einer Kreditkarte völlig schleierhaft, in Deutschland brauche ich eine solche Karte nie und das nicht mal in einem guten Hotel. Cash geht immer, nur Bares ist Wahres. Aber es geht auch ganz anders, ganz ohne Bargeld, nämlich mit einer Plastikkarte. Ist man endlich mal in einem Land, wo die Kreditkarte das Zahlungsmittel Nummer 1 ist, gewöhnt man sich recht fix an das Leben ohne Münzen und Scheine. Allerdings muss die Karte auch immer problemlos funktionieren, was bei uns aber nicht immer der Fall war. Doch erst mal der Reihe nach.

Bestellen, einrichten, aufladen

Die Number26-Karte ist schnell bestellt und auch schnell im Briefkasten angekommen. Sofort kann man sich online über das Smartphone mittels beider Kameras authentifizieren lassen und so die Karte freischalten. Super easy, super komfortabel. Danach noch Geld aufladen, mache ich ebenfalls online von meinem Konto der Deutschen Bank aus. Ein Problem gibts aber, das Geld ist nach der Überweisung erst in ein bis zwei Tagen auf dem Konto der Kreditkarte. Mal schnell – sofort – Geld rüberschieben, ist nicht möglich.

App

In unserem Urlaub war absolut jede Zahlung über die Kreditkarte in Echtzeit auch innerhalb der App zu sehen, was mir definitiv eine gewisse Sicherheit und auch Übersicht bietet. Per Push-Benachrichtigung wird man darauf hingewiesen, wenn eine Zahlung getätigt wurde. Sollten Fremde mit eurer Karte zahlen, bekommt man das so sehr schnell mit und kann die Karte innerhalb der App sofort sperren. Die App selbst sieht gut aus und lässt sich entsprechend komfortabel bedienen. Per Money Beam kann man sich binnen Sekunden von N26 zu N26-Kunde Geld zuschieben, was im Urlaub bei mehreren Leuten echt praktisch ist. Wünsche lässt mir die App keine übrig, ich war zufrieden.

number26 android app

Zahlungen nicht immer problemlos, sonst aber schon

Bis dahin war alles tutti. Zum Test hatte ich Geld abgehoben, die Karte funktionierte sofort. Ein weiterer Vorteil, denn vom MasterCard-Konto kann ich fast überall weltweit kostenlos auch Bargeld abheben, was mit meiner EC-Karte nicht möglich ist. Im Ausland ist das echt praktisch. Während im ersten Hotel (Deutschland) noch alles problemlos funktionierte, kam der erste kleine Schock an der Station zur Fähre, wo wir völlig ohne Authentifizierung zahlen konnten. Es hätte also jeder meine Karte einfach einschieben und damit bezahlen können. Ein ähnliches Bild an der Öresund-Brücke. Hier wollte meine eigene Karte allerdings gar nicht funktionieren, die des mitreisenden Freundes allerdings schon. (Auf der Rückfahrt gabs wiederum keine Probleme mit meiner Karte an der Brücke.)

Und so ging es weiter. In Malmö, im Hotel, gingen beide Karten nicht. Dort allerdings gab der Rezeptionist einfach die Kartendaten manuell ins Gerät ein, so klappte die Zahlung. Selbe Hotelkette, selbes Problem später in Stockholm. In einem Café, weiter nördlich in Schweden, wollte die normale PIN-Zahlung nicht funktionieren, stattdessen forderte das Gerät (iPhone + Funkmodul) eine Unterschrift. Gut, wenn es angeboten wird, mit Unterschrift, was aber an SB-Tankstellen usw. einfach mal nicht der Fall ist. Dann stehste da und guckst blöd.

Während man den Einkauf zur Not im Laden lassen kann, ist ein vollgetanktes Auto ohne Zahlungsmittel „am Arsch der Welt“ schon weniger geil. Ist uns zwar nie passiert, trotzdem hat man immer die Befürchtung, dass es passieren kann. Mir wurde durch die beschriebenen Momente irgendwie immer wieder das Vertrauen genommen, dass die Kreditkarte komfortabel ist. Natürlich haben wir die Probleme Number26 weitergegeben. Die kümmern sich, was auch immer das bedeuten soll. Zudem ist offen, ob die Fehler bei Number26 oder den KK-Geräten zu suchen sind.

Die genannten Probleme gehörten aber insgesamt eher zur Ausnahme, das sollte auch erwähnt sein. In der Regel hat die Karte tadellos und sofort funktioniert.

Support

Number26 bemüht sich definitiv, über Social Media gibts auch am Wochenende zumindest diverse kleinere Hilfestellungen, wenngleich der richtige Support nur unter der Woche zu erreichen ist. Eine nicht mir zugehörige Buchung, die in meinen Umsätzen auftauchte, wurde anstandslos gut geschrieben und wieder entfernt. Sie war zudem zwar in den Umsätzen vorhanden, dezimierte mein Guthaben aber nicht. Versteh, wer will.

Fazit

Wahrscheinlich klingt der gesamte Bericht etwas negativ, doch das soll er keines Wegs sein. Ich bin mit dem Angebot von Number26 sehr zufrieden. Ich denke mal, dass auch andere Karten hin und wieder nicht sofort oder mal gar nicht funktionieren wollen. Ist bei EC-Karten ja auch nicht anders. Das Angebot ist wirklich gut, zumal es uns echt keinen Cent kostet und die Kosten auf die Händler ausgelagert werden. Ich mag das Zeitgemäße, die Anbindung an die App.

Ich hab übrigens noch sechs Invites übrig. Fragt in den Kommentaren danach, die ersten Meldungen werden kontaktiert von mir.

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