Neben VW erteilt auch MG dem Range Extender eine Absage für Europa und setzt dafür auf neue Batterien

VW ID. ERA 9X

Der sogenannte Range Extender ist in China sehr beliebt. Für Europa sehen die Hersteller allerdings kaum noch Chancen in den nächsten Jahren. Dabei verkaufen uns einige Hersteller, zumindest in China, den Range Extender als das Ding aus beiden Welten.

Der Kunde profitiert davon, dass der Antrieb komplett elektrisch ist. Das heißt, wir haben hier als Basis nicht einen Verbrenner, der von einer Batterie und einem Elektromotor profitiert, sondern wir haben ein Elektroauto, das vom Verbrenner profitieren soll.

In dem Fall ist ein Verbrennungsmotor an Bord, der als Generator gilt und neuen Strom erzeugt. DAs wirkt zunächst günstiger als eine große Batterie. Das heißt, die Systeme setzen auf ein Elektroauto in der Basis, die Batterie ist aber etwas kleiner als in einem normalen Elektroauto. Wird der Strom unterwegs knapp, kommt der Generator zum Einsatz und erzeugt neuen Strom.

Range Extender und die Hürden in Europa

Dadurch sind zumindest kombiniert sehr, sehr hohe Reichweiten im vierstelligen Bereich möglich. Aber so richtig glücklich werden die Hersteller damit trotzdem nicht, auch wenn sie das immer wieder so vermarkten. Auch von MG Motor gibt es für die EU nun eigentlich eine Absage für die Range Extender. Die sogenannten Reichweitenverlängerer werden wir in Europa wohl nicht in großer Stückzahl sehen.

Hierfür seien unter anderem die neuen Emissionsvorgaben rund um Euro 7 verantwortlich. Und zwar muss der Verbrennungsmotor, wenn der Batterieladestand zu niedrig ist, sehr hart arbeiten – und das können die Hersteller wohl nicht innerhalb der neuen Abgasnormen ermöglichen. Von VW gab es kürzlich auch vergleichbaren Gründen eine Absage an den europäischen Markt.

Abgesehen davon ist dieses System teuer und komplex. Man hat ja eine Kombination aus zwei verschiedenen Fahrzeugsystemen in einem; dass das nicht die Zukunft ist, sollte eigentlich einleuchten. Dennoch kommt es zumindest in China gerade sehr gut an. Man schließt damit die Lücke zu den Elektroautos, die sich nicht permanent gut verkaufen und immer wieder mit kleinen Dellen bei den Absatzzahlen zu kämpfen haben.

Vergleicht man die beiden Hybridsysteme, dann sind die weit verbreiteten Plug-in-Hybride in unseren Regionen wohl effizienter, während sie im Benzinmodus fahren. Oder anders gesagt: Es scheint der Verbrenner mehr Sinn zu machen, wenn er direkt für den Antrieb eingesetzt wird und nicht nur als Generator. Auch wenn der Range Extender gerne als Zwischenlösung gegen die Reichweitenangst verkauft wird, so dürfen wir in Europa davon in den nächsten Jahren nicht sehr viele Modelle sehen.

Fokus auf SolidCore-Batterien

Ich bin ohnehin dafür, dass die Hersteller ihr Geld und ihr Know-how in reine Elektroautos stecken und mehr dafür tun, dass wir da bessere Reichweiten, mehr Effizienz und bessere Ladeleistung erhalten, und nicht das nächste Kapitel aufmachen, was man in ein paar Jahren ohnehin wieder schließen würde.

Und genau da glänzt MG, denn die haben gerade auch eine neue Batterie vorgestellt, die man in Europa anbieten will, nämlich die SolidCore-Batterie. Das ist zwar auch ein Zwischenschritt, aber wir bleiben hier beim reinen Elektroauto. SolidCore steht hier für eine halbfeste Batterie, die unter anderem eine höhere Energiedichte bietet, die sicherer ist und die weniger anfällig für niedrige Temperaturen ist. Also das ist genau das, was wir in Europa brauchen, denn wir haben hier immer noch einen richtigen Winter.

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