Lynk & Co bekommt einen neuen Vertriebsweg in Europa zugewiesen, der Schwesterkonzern Volvo übernimmt jetzt das Geschäft in Europa.
Volvo hatte bis 2024 ein kontinuierliches Wachstum in Europa hingelegt, aber 2025 kam ein abruptes und hartes Ende der „fetten“ Jahre. Im Vergleich zum Vorjahr sind die Absatzzahlen nicht nur stagniert, sondern direkt um 10 Prozent eingesackt. Ein fettes Minus, das man erst mal wieder ausgleichen muss.
Volvo setzt verstärkt auf den Markt elektrifizierter Autos und hat das 60er SUV nun endlich als vollelektrischen EX60 vorgestellt. Man hofft auf ein Comeback. Das Problem: Mercedes kommt mit dem GLC EQ um die Ecke und BMW hat den iX3 jetzt schon in zwei Ausführungen vorgestellt.
Volvo scheint jedenfalls genügend Kapazitäten übrig zu haben, was man bei Geely erkannt hat und nutzen will. Geely ist der Mutterkonzern von Volvo und auch von Lynk & Co. Derzeit plant Geely eine Europaoffensive mit den eigenen Marken, auch Geely selbst startet demnächst hier bei uns.
Volvo vertreibt jetzt chinesische Hybride und Stromer
Nach außen verkauft man es als gemeinsamen Deal, dass Volvo Cars jetzt in Europa die operative Verantwortung und das Markenmanagement für Lynk & Co übernimmt. Ich denke, man hat für Volvo eine Aufgabe geschaffen, weil das Unternehmen nicht ausgelastet ist und freie Kapazitäten hat. Volvo rutschte 2025 außerdem in die roten Zahlen und machte Verluste.
Und natürlich gibt es den Vorteil, dass man bei Volvo den europäischen Markt gut kennt. Es ist einfacher als ein komplett neuer Aufbau einer Vertriebsstruktur. Der Volvo-Händler kann künftig günstigere Alternativen bieten, weil Volvo somit sogar als exklusiver Importeur und Vertriebspartner für Lynk & Co agiert.
Wer sich für einen Lynk & Co interessiert, profitiert nun vom Zugang über Volvo-Händler und auch vom Servicenetz. In meinen Augen kratzt aber auch am Volvo-Image. Nun muss der europäische Premium-Hersteller „irgendwelche chinesischen Autos“ anbieten, um sich über Wasser halten zu können. So wirkt es doch, oder?
