„Günstige“ E-Autos: Vorwurf der Trickserei bei Preisen der 4-Meter-Stromer von Cupra, Skoda, VW

VW ID.2 Konzept

Volkswagen spricht seit Jahren von günstigen Elektroautos und hat immer wieder von 25.000 und sogar 20.000 Euro geredet. Einhalten kann man diese Preisversprechen derzeit aber nicht.

Denn schon der technische Zwilling des ID. Polo untermauert, dass die sehr günstigen Preise der neuen Elektro-Kleinwagen gar nicht angeboten werden können. Jedenfalls nicht zum Marktstart. Kunden, die wirklich nur 25.000 Euro ausgeben wollen und können, müssen wohl noch ein weiteres halbes Jahres warten.

Kunden werden von deutlich höherem Preis förmlich erschlagen

Das habe ich auch schon kritisiert, als vor wenigen Tagen der neue Spanier vorgestellt wurde. Auf der Startseite steht noch was von „ab 25.950 Euro“, aber im Konfigurator ist die günstigste Lösung gerade satte 37.250 Euro teuer und kostet daher rund 12.000 Euro mehr als bislang angekündigt. Beim ID. Polo könnte das genauso werden.

Oder so gesehen: Seit Monaten bzw. sogar Jahren erzählt mir die VW-Marke was von 25.000 Euro und ich wenn ich jetzt als Kunde ein Fahrzeug konfigurieren will, ist dieser Preise nicht mal annähernd verfügbar.

Technik beim kleinen Preis sehr viel schlechter

Dafür, dass VW nun seit Jahren die bezahlbare Elektromobilität ankündigt, ist das ein übler Dämpfer. Kritisiert wird auch, dass die Einstiegsversionen technisch deutlich schlechter sind. Der kleine Akku (ca. 300 km WLTP) schafft im Winter mit Autobahnanteil vielleicht nur noch 150 Kilometer und das Schnellladen wird mit maximal 50 kW zur nervlichen Zerreißprobe.

Während man mit jedem Verbrenner-Kleinwagen doch auch mal eine Langstrecke hinter sich bringen kann, wenngleich auch mit weniger Komfort, wird man mit diesen Elektroautos nur im absoluten Notfall auf die Autobahn fahren wollen. Oder einfach gar nicht, weil man nicht weit kommt und dann noch lange Pausen machen muss.

Laut SZ rechnet man bei VW ohnehin mit mehr Bestellungen für die größeren Akkus, die bei Skoda, VW und Cupra über 30.000 Euro kosten. Elektromobilität fürs kleine Budget ist das dann nicht wirklich. Die Kollegen sind sogar deutlich: „Wie der VW-Konzern bei Preisen für E-Autos trickst„, heißt es dort in einem neuen Beitrag.

Autos, die viele wollen, bringen kein Geld

Aber die Hersteller sind nicht ganz allein schuld daran, denn die Akkus kosten immer noch zu viel Geld und man kann mit Elektro-Kleinwagen zu kleinen Preisen kaum noch Geld verdienen. Bei den aktuellen Stückzahlen ist das große Skalieren kaum möglich, um die Preise wirklich drücken zu können. Ein Problem für beide Seiten, für Verbraucher und Hersteller.

Schlussendlich müssen wir uns alle die Frage stellen, wie sinnvoll diese extrem individuelle Mobilität noch sein wird. Wenn die Preise ohnehin durch die Decke gehen und Autos schlussendlich 23 Stunden vom Tag nur rumstehen, gilt dieses gesamte Mobilitätskonzept vielleicht endlich überholt und neu gedacht.

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