In Google Maps bekommt der deutsche Regionalverkehr „in unsicheren Zeiten mit hohen Spritpreisen“ Anschluss. Was die Karten-App seit 2020 für ICE, IC und EC bietet, sollen Regionalzüge und S-Bahnen künftig auch bekommen. DB Regio und Google bauen ihre Kooperation entsprechend aus. Der Start läuft schrittweise. Für mehr als die Hälfte der Regio-Schienenverkehre gibt es zum Auftakt Echtzeitdaten, der Kauf-Button ist noch nicht überall verfügbar.
Wer den Kauf-Button im Fernverkehr anklickt, wird zur Bahn-Webseite weitergeleitet und schließt den Kauf dort ab. Genauso soll es jetzt im Nahverkehr funktionieren, grundsätzlich bundesweit. Allerdings können einzelne Verkehrsverbünde eigene Vereinbarungen mit Google getroffen haben. In deren Gebieten bleibt der Button nach Angaben der Bahn möglicherweise unsichtbar.
Geld fließt zwischen den beiden Unternehmen nicht. Die Bahn bekommt mehr Sichtbarkeit für ihre Tickets, Google bekommt einen kontinuierlichen Strom an Daten zu Abfahrten, Verspätungen und Gleiswechseln. „Zudem werden unsere Züge künftig in Echtzeit angezeigt, was die Genauigkeit der Reiseplanung noch einmal deutlich erhöht“, sagt DB-Regio-Vorstandsvorsitzender Harmen van Zijderveld.
Hinter der Erweiterung steht ein klares strategisches Ziel. „Wir wollen damit gezielt Reisende für den ÖPNV gewinnen, die vor Fahrtantritt noch nicht auf ein bestimmtes Verkehrsmittel festgelegt sind“, so Van Zijderveld weiter. Die Vereinbarung passt zu einem größeren Trend. Im März 2026 hatte der DELFI e. V., der Datenverbund von Bund und Ländern für den ÖPNV, eine langfristige Partnerschaft mit Google geschlossen.
Echtzeitdaten und Pünktlichkeitsprognosen sollen darüber bundesweit in Google Maps einfließen, technisch über das Branchenformat GTFS Realtime. Wann der vollständige Start der DB-Regio-Integration erfolgt und welche S-Bahn-Netze ihr von Anfang an in Echtzeit sehen werdet, lässt die Pressemitteilung offen.
