Auch bei Ferrari muss man mit dem Design dafür sorgen, dass das Elektroauto durch den Wind huscht. Und trotzdem hat man sich für einen Crossover beim ersten Elektroauto Luce entschieden. Kaufen wird das wohl kaum einer.
Jedenfalls war ich sofort der Meinung, dass dieses Design für Ferrari nicht funktionieren wird. Es sieht in meinen Augen zu chinesisch aus, es sieht zu sehr nach „Device“ aus und daher nicht gerade nach einem europäischen Sportwagen. Es sieht auch nicht nach einem GT aus.

Was man der Marke an dieser Stelle jedoch lassen muss: Ferrari hat sich hier getraut beim Design einen ehemaligen Apple-Designer ins Boot zu holen und man traut sich überhaupt schon zu einem Elektroauto, was etwa bei Lamborghini auf die lange Bank geschoben wurde.

Für mich funktioniert der Innenraum noch am besten, der modern und alt zugleich wirkt. Hier sehe ich den nostalgischen Ansatz sofort. Hier habe ich das Gefühl, dass ein Ferrari aus den 70er Jahren mit heutiger Verarbeitung und Technik verschmolzen wurde.
Was auch hier ungewöhnlich ist: Ferrari weiß wohl, dass es kaum Kunden geben wird, die einen reinrassigen elektrischen Sportwagen suchen, also hat man daraus einen Fünfsitzer gemacht.

Und was geht leistungstechnisch? Da haben die Konkurrenten, auch einige Chinesen bereits ordentlich vorgelegt. Auf dem Papier wirkt der Ferrari daher nicht mehr gerade atemberaubend schnell. 2,5 Sekunden für den Sprint auf 100 km/h. Dynamisch dürfte das Modell mit vier unabhängigen Elektromotoren und seinen 1.050 PS bzw. 990 Nm deutlich mehr beeindrucken.
Anders als viele andere Stromer fährt der Elektro-Ferrari vielleicht nicht maximalen Topspeed aus, aber liegt mit 310 km/h schon im oberen Bereich. 530 Kilometer sollen bei gediegener Fahrt noch möglich sein, die vier Elektromotoren ziehen den 122 kWh Akku einfach zu schnell leer. Am Schnelllader gibt es mit 350 kW „typische europäische Leistung“, die Chinesen sind da deutlich stärker.

