Dynamisches Licht, Schatten per Raytracing, zahlreiche einzelne Lichtquellen in einer Szene: Solche Effekte kosten so viel Rechenleistung, dass sie auf dem Smartphone bislang kaum vorkamen. Der Chipdesigner Arm zeigt nun ein Spiel, das sie auf einem Handy darstellen soll, ohne das Energiebudget eines Smartphones zu sprengen.
Entwickelt hat es Arm zusammen mit dem Studio Sumo Digital. Neural Dawn ist nach Arms Angaben das erste Mobile-Spiel mit Unreal Engine MegaLights und vor allem eine Techdemo für Arms neuronale Grafiktechnik.
Neural Dawn schickt die Spielfigur durch ein Höhlensystem. Wo Licht auftaucht, zeigt es, womit ihr interagieren könnt, und weist zugleich den Weg. Erzählt wird die Suche nach der Wahrheit über eine zerfallende Zivilisation.
SmartDroid.de bei Google folgenDas Spiel umfasst vier Level und rund 120 Minuten Spielzeit. Ein 17-köpfiges Team bei Sumo Digital hat es in 18 Monaten gebaut, auf Basis der Unreal Engine 5.6.1.
MegaLights liefert das Licht, KI senkt die Kosten
Das aufwendige Licht stammt aus der MegaLights-Technik der Unreal Engine. Sie erlaubt viele dynamische Lichtquellen samt Schatten per Raytracing, ohne dass Entwickler die Beleuchtung vorher fest einbacken müssen.
So viel Licht kostet allerdings Rechenleistung. Einen Teil dieser Last übernimmt Arm Neural Technology. Neural Super Sampling and Denoising (NSSD) rechnet ein Bild aus weniger Bildpunkten hoch und entrauscht es, Neural Frame Rate Upscaling (NFRU) schiebt zusätzliche Zwischenbilder ein. Das senkt die Rechenkosten pro Bild und schafft Spielraum für mehr Licht und Details.
Vorerst nur auf kommenden Mali-GPUs
Neural Dawn erscheint im Lauf des Jahres 2026 ausschließlich auf Android-Geräten mit den nächsten Arm-Mali-GPUs. Die sollen laut Arm noch dieses Jahr über die Plattform Arm CSS for mobile in Geräte kommen, auf welchen Smartphones genau, ist offen.
Für Studios bindet Arm die Technik über Plug-ins für die Unreal Engine ein, laut Arm ohne eigene Render-Pipeline. Ein begleitendes Handbuch hat Arm in einer ersten Ausgabe veröffentlicht, im Juli folgt ein Update des Entwicklungskits mit NFRU-Ressourcen und verbesserten NSS-Funktionen. Ob das in der Praxis trägt, muss sich erst zeigen.
