Hat die Elektromobilität einen Nachteil? Ja, aber das ist nicht die Reichweite der Fahrzeuge, sondern sehr viel mehr die Preisstruktur an den Schnellladern im gesamten Land. Der Markt ist komplett kaputt, aber diesmal nicht wegen Überregulierung, sondern weil hier weiterhin gar keiner eingreift.
Inzwischen hat sich das System verselbstständigt und das nicht gerade positiv. Es gibt nur sehr wenige Ladesäulen im Land, die von Haus aus einen günstigen Preis bieten. Meistens gibt es gute Preise nur mit der richtigen App oder Karte und in der Regel auch nur mit einem Abonnement, das einen Grundpreis von 5 bis 15 Euro monatlich hat.
Das ist keine Ausnahme, das ist ein System. Jedenfalls in Deutschland. Wer spontan einfach dort laden will, wo er gerade mit dem Elektroauto ranfährt, der zahlt in der Spitze bis zu 57 Prozent Aufschlag gegenüber Kunden mit dem „richtigen Abonnement“. Das ergibt eine Untersuchung der Stiftung Klimaneutralität.
SmartDroid.de bei Google folgenAuch im Durchschnitt liegt der Aufschlag immer noch bei satten 34 Prozent. Kostet die Kilowattstunde mit Abonnement vielleicht „nur“ 45 Cent, sind es ohne Abonnement rund 60 Cent. Ein gewaltiger Unterschied, wenn man mal mehr laden möchte. Die Ladung von 10 – 80 Prozent sind bei meinem Ioniq 5 rund 59 kWh, damit läge der Preisunterschied für eine einzige Ladung bei 9 Euro.
Die seltene Ausnahme ohne App oder Abo ist Jet Strom:

Kaum ein Anbieter macht einen positiven Unterschied, egal ob EnBW, Allego, Aral, Ionity, Vattenfall und wie sie alle heißen. Wer kein Kunde ist, der zahlt drauf. Ähnliche Unterschiede kennen wir vom Verbrenner, da zahlt man in der Regel direkt an der Autobahn einen ordentlichen Aufschlag im Vergleich zur Tankstelle in der Stadt.
Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass in Deutschland eine in der EU geltende Verordnung für angemessene, transparente und diskriminierungsfreie Preise „fast nie“ eingehalten wird.
Ein Abonnement schützt übrigens nicht vor hohen Preisen. Denn wer einen Ladetarif hat, bekommt die günstigen Preise nur beim vertraglich festgelegten Anbieter. Bei den Ladesäulen anderer Anbieter sind meistens hohe Roaming-Preise fällig. Beispiel: Im Ladetarif M von EnBW bezahle ich bei EnBW nur 46 Cent, bei „anderen Betreibern“ jedoch 56 bis 89 Cent (Preise variieren). (via Wiwo)
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