Die meisten Elektroautos sollte man in der Regel bis 80 Prozent laden, danach fällt die Ladegeschwindigkeit sehr stark ab und das Warten lohnt sich nicht. Die letzten 20 Prozent dauern genauso lange wie die Ladung von 10 auf 80 Prozent. Wer trotzdem die Ladesäule blockiert, verärgert besonders die anderen Autofahrer.
Oftmals ist das vielleicht nicht relevant, aber in den Ferien und Reisezeiten eben schon. Es gibt nun unterschiedliche Methoden damit umzugehen. Ionity belohnt neuerdings Kunden mit Gratisstrom, wenn sie nicht länger als nötig stehen. In Frankreich wird hingegen mit extrem hohen Blockiergebühren gearbeitet.
TotalEnergies führt für den Reisezeitraum vom 03. Juli bis zum 31. August 2026 eine temporäre Gebührenerhöhung an seinen Schnellladestationen für den Zeitraum 10 bis 20 Uhr ein. In diesem Zeitraum zahlt jeder Kunde 50 Cent je Minute zusätzlich, der er länger als 30 Minuten an der Ladestation angeschlossen ist. 35 Minuten angeschlossen? Kostet gleich mal 2,50 Euro mehr.
SmartDroid.de bei Google folgenFür sehr viele Elektroautos sind die 30 Minuten bereits ausreichend für die Ladung auf 80 Prozent, aber es gibt natürlich auch Ausnahmen. Selbst mit einem Tesla kratzt man bereits an diesem Limit. Normalerweise verlangt auch TotalEnergies üblicherweise erst nach 45 Minuten eine Blockiergebühr von 20 Cent je Minute.
Sauer stößt auf, dass TotalEnergies eben nicht den Akkustand berücksichtigt und auch nicht die Ladeleistung. Diese Blockiergebühr greift beim 400 kW Lader genauso wie am 50 kW Lader. Es ist auch egal, ob vielleicht mehrere Autos angeschlossen sind und die volle Ladegeschwindigkeit deshalb nicht je Anschluss anliegt.
Um in der Zeit von 30 Minuten „vollzuladen“ benötigt es jedoch kein Flaggschiff-Elektroauto mehr. Sehr viele Chinesen im mittleren Preissegment laden längst in unter 20 Minuten oder sogar unter 15 Minuten „voll“, selbst deutsche Elektro-Kleinwagen wie ID Polo und Cupra Raval benötigen unter 25 Minuten für die Ladung bis 80 Prozent.
Doch meistens dürften es nicht technische Faktoren sein, warum die Leute länger als nötig an der Ladestation stehen. Einige wollen – sicherlich aus Unwissenheit – unbedingt bis 100 Prozent laden, auch wenn das extra lange dauert. Dabei ist das nur bei wenigen Autos gut umsetzbar, etwa bei Flash-Charging-Modellen von BYD / Denza. (via Automobile-propre)

Wie immer bei Gießkannen-Regeln, trifft es die Richtige, aber auch die Falschen 🤷.
Grundsätzlich finde ich die 30 min Regel richtig, selbst mein alter Fiat 500e ist in 30 min zu 80% geladen und in der Reisezeit wird es an einigen Standorten eng.
Aber natürlich gibt es auch einige ältere Fahrzeuge, insbesondere Koreaner oder Chinesen, die das nicht schaffen, oder die Säule, z.B. alte 50kwh Lader von EnBW, schaffen es nicht in 30 min 80% zu laden. Eine SonderStellung haben zu dem die immer weiter verbreiteten Eisen-Phosphat Akkus, die man ja bis 100% laden kann/soll.
Man sieht also, undifferenzierte Regeln sind zwar einfach umzusetzen, aber beinhalten immer die Gefahr von Unsinn bzw. Ungerechtigkeit.