Mit welchen Müllprodukten wir uns vor Strahlung schützen können. Amazon und Google haben da einiges im Angebot.

Weltweit herrscht in einigen Kreisen eine nicht unbedingt begründete Angst vor dem 5G-Ausbau, der für Menschen besonders schädlich sein soll. Richtig abstrus können die Theorien werden, 5G soll nämlich auch zur Lenkung von uns Menschen dienen. Da gab es in dem ein oder anderen Dorf schon massive Aufstände und Techniker wurden von Bürgen festgesetzt. Andere wollen wiederum aus dieser Angst natürlich etwas Geld machen, sie bieten 5G-Blocker und ähnlichen Müll für teilweise recht hohe Preise an.

„Die Anwendung verwendet einen Algorithmus, der Ihr Gerät kalibriert, um Sie vor schädlicher elektromagnetischer 5G-Strahlung zu schützen. Es misst die Strahlung um Sie herum und stellt die interne Einstellung Ihres Geräts optimal ein.“

Noch halten sich die Downloads und Käufe solcher digitalen Angebote in Grenzen, aber man sollte hier gar nicht erst mehr zulassen. Zumal selbst Apps für 5 oder sogar 10 Euro verkauft werden. Weswegen klar ist, dass Google, Amazon und Co. reagieren müssen und diese Produkte zwingend von ihren Plattformen entfernen.

Metallgitter soll 5G blocken, auch wenn Router gar nicht mit 5G funkt

Ich meine, hinterfragt das denn keiner? Wie soll eine Gitterbox 5G blocken, wenn wohl kein einziger Käufer dieses Metallschrotts überhaupt einen 5G-Router besitzt? Und natürlich sind einige wenige Kunden stutzig geworden, nachdem das Wlan-Signal drastisch eingebrochen ist. Überraschung. Dennoch scheint es einige Käufer zu geben, die einsehbaren Bewertungen aufgrund des Placebo-Effekts meist sogar positiv.

„Einige Benutzer haben auch den zusätzlichen Vorteil einer verbesserten Telefonakku-Leistung bei Handy Strahlung Schutz angegeben.“

Ähnlich verhält es sich mit Stickern, die vor Strahlen durch das Smartphone schützen sollen. Natürlich immer mit dem Einsatz von Technologie, die in der Mainstream-Wissenschaft nicht stattfindet. Und – kein Scheiß – der Strahlenschutz bzw. die Neutralisierung der Funkstrahlen soll sogar die Akkulaufzeit verlängern. Oder noch besser ist der hier: Strahlenschutz durch Muskeltest nachgewiesen.

„Was mit oder ohne den Sticker mit welchem Gerät auch immer messbar ist, kann ich nicht beurteilen. Aber ich beherrsche Muskeltests. Den M. latissimus dorsi meines 120kg Mannes kann ich (70kg) normalerweise nicht gegen seinen Widerstand bewegen. Hat er sein Handy am Körper, schalte ich den mühelos aus. Mit diesem Aufkleber am Handy ist der Muskel wieder bombenstark. Das reicht mir erst mal, um das Ding gut zu bewerten.“

Na das klingt doch plausibel.

Wie sind solche Produkte möglich? Vermutlich ist es die immer sehr wage Beschreibung, die alles offenlässt und theoretische keine wissenschaftlichen Versprechungen macht. Sätze wie folgender scheinen auszureichen, um billigste Sticker für 19,99 Euro zu verkaufen. Natürlich sollen die Sticker häufig gewechselt werden, denn die negativen Ionen werden mit der Zeit verbraucht.

„Derzeit gibt es keinen Beweis dafür, dass der Strahlenschutz von Mobiltelefonen für alle notwendig ist, aber es gibt auch keinen Beweis für das Gegenteil.“

Aber auch die fehlende harte Administration auf Plattformen wie Amazon lässt immer wieder unseriöse Händler zu. Die großen Plattformen dieser Art haben die Herausforderung, dass sie inzwischen einfach zu groß sind. Kontrolle ist schwer möglich und benötigt viele Ressourcen.

„Wasser schmeckt tatsaechlich zum ersten Mal nach Wasser“: Der Glaube ist stark, der Nachweis nicht vorhanden

In den meisten Rezensionen freuen sich Kunden über die schnelle Lieferung, können die Wirksamkeit der Produkte aber nicht bestätigen. 5 Sterne gibt es trotzdem. Einige glauben an die Wirksamkeit, wenige sprechen von spürbaren Veränderungen. Noch weniger Käufer können sagen, was sich angeblich verändert hat. Und hat ein Käufer dann doch mal ein passendes Messgerät für eine Messung zur Hand, fällt die Rezension eher negativ aus. Erneut: Überraschung.

„Wenn ich am PC arbeite, habe ich das Chi Mobil direkt neben dem PC. Ich kann jetzt stundenlang am PC arbeiten ohne zu ermüden. Ohne Chi Mobil schlafe ich nach ca. 10 Minuten ein.“

via Medizin Transparent, Twitter

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Denny Fischer

Gründer Smartdroid.de, bloggt seit 2008 täglich über Smartphones, Android und ähnliche Themen.

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1 Kommentar

  1. Manche Geräte werden das blocken umgehen, indem einfach die Strahlenleistung erhöht wird, um eine Verbindung zu halten. Das blocken dürfte eher die allgemeine Strahlenbelastung erhöhen, außer man verzichtet auf die ganzen Kabellosen Geräte. Macht bei den Boom so welcher Geräte auch wenig Sinn, weil man dann irgendwann auch so welche Geräte anschaffen wird.

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