Erst hatte man bei VW ganz groß getönt und wollte die Elektro-Kleinwagen rund um den ID Polo massiv absetzen, dann gab es ein schwaches Jahr für Elektroautos in Europa und man hat dann doch auf weniger Produktionskapazitäten zu Beginn gesetzt. Dass sich VW verschätzt hat, wird jetzt womöglich zum Problem.
Derzeit soll der ID Polo ungefähr zwölf Monate auf sich warten lassen, das Einstiegsmodell mit kleiner Batterie sogar noch länger. Es könnten Fahrzeuge beim Händler stehen, aber eine eigene Konfiguration des Elektroautos ist mit einer langen Wartezeit verbunden. Ähnlich bei Renault, die die Nachfrage des R5 E-Tech kaum decken können.
Warum ist das ein Problem? Die beiden europäischen Automarken könnten einerseits deutlich mehr ihrer Autos verkaufen und machen durch die langen Lieferzeiten die Tür für die Konkurrenz wieder weiter auf.
SmartDroid.de bei Google folgenProduktion hat Auslastung zu schnell erreicht, das öffnet Türen für Chinesen
Analysten sind der Meinung: Wenn Kunden vielleicht acht bis zwölf Monate auf ein Auto warten müssen, könnte sich die Kaufentscheidung vertagen oder die Konkurrenz aus China profitiert. In diesem Fall vor allem Leapmotor, Geely, MG und BYD, die gerade mit guten Elektro-Kleinwagen wie dem B03X oder E2 nachgelegt haben. Marken wie Chery folgen mit Modellen wie dem Q.

Kleinwagen sind in Europa ein wichtiges Segment und hinter kompakten sowie kleinen SUVs sehr beliebt, ohnehin haben die VW-Marken hier schon etwas zu lange geschlafen. Jetzt kann man nicht ausreichend liefern. 400.000 Einheiten plant VW jedes Jahr von ID Polo, Cupra Raval und Co. abzusetzen, doch mit den 100.000 Einheiten ist die vorläufige Auslastungsgrenze bereits erreicht.
In den kommenden Monaten werden wir sehen, ob und wie viele Kunden tatsächlich warten oder eben zu einem chinesischen Modell greifen. Ich selbst gehöre zu denen, die derzeit noch sehr wankelmütig bei der Auswahl des nächsten Stromers sind und sich auch für einen Chinesen begeistern könnten. (via Autonews)
