Weiß man bei der Bedienung eines technischen Gerätes nicht weiter, schaut man vielleicht zunächst in die Anleitung – doch die muss man auch verstehen.

Der Verein Bitkom führt immer wieder Umfragen zum digitalisierten Leben in Deutschland durch – und manchmal trägt das merkwürdige Früchte. Dieses Mal wollte man von den mehr als 1.000 Befragten über 16 Jahren wissen, ob Menschen in der Lage sind, Bedienungsanleitungen zu verstehen. Und es kam heraus: Knapp die Hälfte der Menschen in Deutschland hat Probleme, Bedienungsanleitungen zu verstehen, um digitale Technologien besser nutzen zu können.

Für 47 Prozent würden Anleitungen eine Hürde darstellen. Weitere Gründe, die gegen die Nutzung digitaler Technologien sprechen, seien die Preise von technischen Geräten (35 Prozent) sowie fehlendes Know-How (26 Prozent).

Das leuchtet ja alles irgendwo noch ein, doch jede fünfte Person wisse nicht einmal, wo sie bei Fragen Unterstützung bekommen kann. Als Erstes spricht knapp die Hälfte der Befragten bei technischen Problemen mit Angehörigen – das kenne ich von Familienzusammenkünften nur allzu gut. Jeder vierte Befragte konsultiert den Kundenservice per Hotline, nur jeder zehnte online.

Jede zweite Person findet: Bedienungsanleitungen müssen leichter verständlich werden

Dabei mangele es nicht am Interesse, neue Technologien zu nutzen, zeigt die Umfrage. Jede Dritte Person würde sich dafür sogar fortbilden. Mehr als die Hälfte wünschte sich aber leichter verständliche Anleitungen, etwas weniger als die Hälfte persönliche Hilfsangebote wie Begleitpersonen (wie genau das auch immer aussehen soll) und einfachere Nutzungsoberflächen.

Jetzt würde mich aber natürlich eure Meinung zum Thema interessieren: Hattet ihr in letzter Zeit ein Beispiel für eine besonders schlecht geschriebene Bedienungsanleitung? Wen fragt ihr als Erstes um Rat? Schreibt uns das doch mal in die Kommentare! 

Jonathan Kemper

Studiert Technikjournalismus, bloggt über Smartphones, Apps und Gadgets, seit 2018 mit regelmäßigen News und ausführlichen Testberichten bei SmartDroid.de an Bord.

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4 Kommentare

  1. Es wird bei Abläufen laufend was geändert, schon deshalb ist die heute veröffentlichte Anleitung bereits veraltet.
    Gerade mit einer Bank und der Einrichtung der Kreditkarte für Playstore von Google erlebt, nachdem die plötzlich nicht mehr für Appzahlungen funktionierte. Habs dann über meine Erfahrungen als Handybastler dann dennoch hinbekommen, aber was für ein Aufwand – direkter Support ist spätabends natürlich nicht existent, nur schriftlich mit drei Tagen Reaktionszeit.

    Nächste Sache sind die vom Hersteller doof erstellten unverständlichen Bildchen, weil man sich teuer Übersetzung (die auch Natives verstehen, nicht Google Translation aus dem Chinesischen) spart. Bei Ikea Großmöbeln kaufe ich den Aufbau samt Lieferung gleich dazu da alleine, gibt es nur nicht für alles.

    Erst ein mal habe ich die perfekte Anleitung gehabt, für so einen popeligen TV Standfuss. Bild vom Teil mit Nummer daneben, alle 60 Schrauben und Scheibchen, sowie die Bleche und Rohre separat eingetütet mit Nummer auf der Tüte passend zur Beschreibung, Maße der Schrauben und Abmessungen aufgeführt. Zusammenbaureihenfolge in korrektem Deutsch. Besser geht’s wohl nicht.

    Frage beantwortet, ob „man“ zu doof ist, oder eher die Unternehmen. Und etlichen Dingen liegt nicht mal eine Anleitung bei obwohl vorgeschrieben, außer „schalt ein und folge den Anweisungen auf dem Bildschirm.

  2. Das liegt sehr oft an der Faulheit und Ignoranz der Menschen. Bloß nichts Neues lernen, erstmal andere fragen und die machen das dann. Sieht man doch tagtäglich in den diversen Kommentarspalten. Statt selber 5 Sekunden zu investieren um danach zu googeln, wird erheblich mehr Aufwand betrieben um andere Leute zu fragen. Frei nach dem Motto, Dummheit schafft Freizeit. Und mal ehrlich, man braucht sich doch nur die Menschen anzuschauen, bei ihrem Tun zu beobachten. Die meisten Menschen sind halt tendenziell eher weniger intelligent. Sich nur für die Technik per se zu interessieren reicht logischerweise nicht, das können sie alle. Man muss sich auch um den Rest kümmern. Tut man dies nicht, lernt man auch nix. Von Nichts kommt nun Mal auch Nichts!

    Natürlich gibt es auch völlig dämliche Anleitungen, das kennen wir alle. Schlecht umgesetzt und miserabel übersetzt. Aber auch da kommt man meistens zu einem Ergebnis, wenn man sich Mühe gibt und sich weitergehend informiert.

  3. Meine Güte….

    Kein Mensch möchte mehr sein Hirn aktivieren und ein wenig nachdenken.

    Wenn man weiterhin allen Menschen versucht das Leben zu vereinfachen wird sich die Spirale immer weiter drehen und zb. Bedienungsanleitungen werden immer ausführlicher und umfangreicher und dann werden viele beklagen ob es denn nicht auch reduzierter erklärt werden könnte…

    Habe nie Probleme damit gehabt und werde ich auch in Zukunft nicht haben.

  4. Machen wir uns nichts vor. Im Konsumgüterbereich, wo auf dem Altar des größtmöglichen Profits alles geopfert wird, was VOR dem Verkauf nicht unbedingt erforderlich ist, legt kaum ein Hersteller Wert auf eine hilfreiche Bedienungsanleitung. Das Standardargument lautet: „Liest eh keiner.“ Das Ergebnis sind schlampige Übersetzungen von schlecht (ab)geschriebenen Texte, manchmal garniert mit wenigsten halbwegs sinnvollen Illustrationen. Was soll’s. Es gibt ja keinen Kaufzwang. Jede(r) kann selbst entscheiden, wie man am besten auf so etwas reagiert. Auch Unternehmen. Die anderen eben.

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