VW und Co. bieten Wärmepumpen in ihren Elektroautos an, aber meist ist das Feature nur gegen Aufpreis zu bekommen und da stellen sich viele die Frage: Lohnt sich das? In Diskussionen im Netz sieht man, dass die Wärmepumpe viele Befürworter hat, aber ihre Vorteile manchmal etwas übertrieben dargestellt werden.
Viele sind sich erfahrungsgemäß einig, dass man den Aufpreis der Wärmepumpe finanziell gesehen nicht unbedingt wieder reinholt, auch wenn sie effizienter als die klassische PTC-Heizung arbeitet. Insbesondere auf der Kurzstrecke habe die Wärmepumpe keinen echten Vorteil, bei regelmäßiger Langstrecke sieht das aber wohl anders aus.
Gestritten wird darüber, ob die Wärmepumpe ein Fahrzeug im Winter schneller aufheizt und eisfrei macht. Ich selbst würde sagen, dass die Wärmepumpe bessere Arbeit leistet. Allerdings hatte ich unterschiedliche Elektroautos mit und ohne Wärmepumpe, da ist ein Vergleich freilich nur schwierig herzustellen.
Ein Nachteil sei bei Marken wie VW außerdem eine recht hohe Wartung der Wärmepumpe. Alle zwei Jahre würde hier ein Service aufgrund des Kühlmittels notwendig sein und das endet mit dreistelligen Kosten. Man sei außerdem, so berichten es die ID-Fahrer, an Vertragswerkstätten gebunden, weil frei Werkstätten den Service oft nicht durchführen können.
So gesehen scheint die Wärmepumpe aus wirtschaftlicher Sicht kein Vorteil zu sein. Sie bringt keinen erheblichen Reichweitenvorteil. Jedenfalls nicht direkt. Der Aufpreis könnte sich aber lohnen, denn die Wärmepumpe hebt den Wiederverkaufswert, im Markt für Gebrauchtwagen ist die zusätzliche Hardware ein gefragtes Bauteil.
Beispielrechnungen fallen eher schlecht für die Wärmepumpe aus
In einer Beispielrechnung vom Kanal „Stefan Lanz“ wird ebenso ersichtlich, dass der Mehrverbrauch der klassischen Heizung im Winter kaum der Rede wert ist. Bei einem Beispiel auf 400 Kilometer Fahrtstrecke waren das nur zwei Prozent. 2 Prozent! Ein weiteres Beispiel niedrigerer Geschwindigkeit von 50 statt 100 km/h kam auf 2,7 Prozent Ersparnis durch die Wärmepumpe.
Und langfristig gesehen? In der Rechnung auf 100.000 Kilometer sind es nur 2,5 Prozent, also insgesamt 500 kWh mehr. Sagen wir, dass wir nur öffentlich laden und das mit 60 Cent im Schnitt, wäre das bei dieser Laufleistung ein Unterschied von 300 Euro. Allerdings kostet die Wärmepumpe gut 1.000 Euro oder mehr in der Aufpreisliste – zzgl. späteren Servicekosten.
Und da reden wir vorrangig vom Winter. Es gibt einen großen Teil des Jahres, da sind Heizung oder Klimaanlage kaum im Einsatz, das sollte man auch bedenken. Die 400 Watt je Stunde Mehrverbrauch der PTC-Heizung klingen daher nur auf den ersten Blick hoch, in der Distanz ist der Unterschied jedoch eher gering, wie im Video auf Basis echter Messdaten vorgerechnet wurde.
Ich kann nur aus Erfahrung sagen, dass eine gute Wärmepumpe das Fahrzeug wirklich extrem schnell aufwärmt, wobei hier technisch gesehen eigentlich der Vorteil beim klassischen Heizer liegen müsste. Unser Ioniq 5 macht im Winter eine extrem gute Figur, das Auto ist binnen weniger Minuten schon warm. Ich hatte vorher einen EQA ohne Wärmepumpe, der lieferte nicht so ab.
