Anker hat mit „Thus“ seinen ersten eigenen KI-Chip vorgestellt. Er ist auf Audio-Anwendungen zugeschnitten und soll zunächst in neuen Soundcore-Flaggschiff-Kopfhörern stecken. Später will der Hersteller die Technik auch in Mobilzubehör und vernetzter Haustechnik einsetzen.
Normalerweise sitzen in einem KI-Chip Arbeitsspeicher und Recheneinheit getrennt voneinander, und die Daten müssen bei jedem Rechenschritt hin- und hergeschoben werden. Das kostet vor allem Akkulaufzeit.
Anker rechnet stattdessen direkt dort, wo die Daten des KI-Modells ohnehin liegen. Der Transport entfällt, Strom und Platz werden gespart. In einem winzigen In-Ear-Gehäuse entscheidet das über den Spielraum für Akku und Lautsprecher.
Mehr KI-Modell in kleineren Geräten
Dadurch passen deutlich größere KI-Modelle auf den Chip. Bisherige Kopfhörer-Chips kommen meist mit einigen hunderttausend Parametern aus, also den Werten, die ein KI-Modell beim Training gelernt hat. Thus soll mehrere Millionen davon unterbringen.
Typische Aufgaben bleiben klassisch: aktive Geräuschunterdrückung, räumlicher Klang, bessere Telefonate und das sogenannte Beamforming, bei dem mehrere Mikrofone gezielt auf eine Stimme ausgerichtet werden. Den Anfang soll ein neues Soundcore-Flaggschiff machen.
Produktion in Dresden, offene Fragen zur Praxis
Gefertigt wird Thus offenbar in Dresden. Anker rückt damit näher an Hersteller wie Apple oder Samsung, die für eigene Sprach- oder Bildverarbeitung längst auf selbst entwickelte Chips setzen. Einen Vorgeschmack auf die KI-Strategie liefert bereits der Soundcore Work, ein Audiorekorder mit automatischer Transkription. Der Vorgänger der gerade gestarteten Space 2, die Soundcore Space One, bekamen im SmartDroid-Test von Kollege Denny die Bestnote als Allrounder unter 80 Euro.
via The Verge
