Erster Eindruck: Ubuntu Touch Preview auf dem Nexus 7

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Gestern haben wir euch bereits versprochen, dass wir heute einen Blick auf die Ubuntu Touch Preview werfen möchten. Diese wurde am gestrigen Abend gegen 17:00 veröffentlicht und nach 1 bis 2 kleinen Problemen lief das OS auch auf unserem Nexus 7.

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Vorab zusagen ist, dass es sich hierbei nicht um ein OS handelt wie ihr es im Alltag nutzen würdet. Wie der Name schon sagt, ist das Ganze nur eine Preview, also ein kleiner Vorgeschmack auf das was man mit dem Betriebssystem erzielen möchte. So sind die Optionen auf ein Minimum beschränkt und auch das Nutzen eigener Daten und Medien ist nicht möglich bzw. vorgesehen. Wir sind im Vorfeld schon davon ausgegangen, dass es nicht mehr ist und haben deshalb die Erwartungen etwas zurückgeschraubt. Trotzdem war für uns eine Installation Pflicht, denn wenn schon jemand im Notfall sein Nexus für euch zerschießt, dann doch wohl wir, oder? Die offizielle Installation ist, soweit ich das verstanden habe, eigentlich nur über einen Computer gedacht, der ebenfalls Ubuntu als OS nutzt. Nach Zerteilen der Zips in img. Dateien war das Ganze aber auch unter Windows kein Problem.

Das Betriebssystem – interessant, dennoch ernüchternd

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Beim ersten Bootvorgang war die Vorfreude auf das neuste Highlight aus dem Hause Canonical zwar noch gegeben, aber etwas zurückhaltend. Bereits beim Lockscreen kann man sehen, dass man sich hierbei wirklich nur auf eine Version für Entwickler beschränkt hat. Normalerweise könnte man bereits hier mit einer Wischgeste durch einzelne Konten und Benachrichtigungen wechseln, doch leider ist dies anscheinend auf dem Nexus 7 nicht möglich. Ebenso fehlt die Möglichkeit den kleinen 7 Zoller im Querformat zu nutzen. Auf dem Nexus 10 hingegen funktioniert dies tadellos. Um das Gerät zu Entsperren berührt man den Displayrand auf der rechten Seite und zieht den Finger quer in Richtung Display. Von der linken Seite aus werden bei der selben Geste alle Anwendungen gezeigt, die man dann bequem vom Lockscreen aus starten kann. Man merkt also früh, dass das OS stark auf Gestensteuerungen setzt. On-Screen Buttons wie bei den aktuellen Nexus Geräten oder auch dem Xperia Z gibt es hier nicht. Die systemweiten Gesten sind aber recht einfach zu verstehen. Mit einer Randgeste von rechts wechselt man zur letzten Anwendung. Wenn man das gleiche wieder auf der linken Seite macht kommt man zum zurück zum Homescreen. Wie auch auf dem Lockscreen kann man auch hier mit einer “halben” Geste von links auf alle Anwendungen zugreifen. Nach ein paar Versuchen bekommt man ein gutes Gefühl dafür.

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Der Homescreen ist schnell erklärt. Dieser besitzt eine Haupt- und 4 Nebenseiten. Auf der Hauptseite werden eure häufig genutzten Anwendungen, Songs, Kontakte usw. angezeigt. Diese teilen sich zur vollen Ansicht jeweils auf die Nebenseiten auf. Durch eine Geste nach rechts und links wechselt man, wie bei Android auch, zwischen den einzelnen Bildschirmen. Hier und da hängt es zwar mal, aber an sich funktioniert hier alles schnell und flüssig. Von links nach rechts bekommt man also jeweils eine Seite für Musik, Kontakte, die Zusammenfassungen, alle Apps und Videos. Die Darstellung variiert hierbei zwischen Listen- und Rasteransichten, sowie einer Karussellansicht für favorisierte Kontakte, Videos und Musik.
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Oben rechts befindet sich die Statusleiste. Durch Tippen und herunterziehen eines bestimmten Symboles, kommt man zur jeweiligen Infoansicht. Falls man aber doch mal nicht richtig getroffen hat, kann man durch Ziehen des Fingers nach rechts und links zwischen Uhrzeit, Drahtloseinstellungen, Benachrichtigungen etc. hin- und herwechseln. Die Benachrichtigungen sind ähnlich zu denen in aktuellen Android-Versionen aufgebaut. Löschen bzw. ignorieren kann man diese durch ein einfaches Wegwischen.

Die vorinstallierten Apps sind ziemlich rar. Einige sind nicht mal das was man unter einer App verstehen würde. Öffnet man beispielsweise den Musicplayer wird lediglich ein Screenshot der App angezeigt. Voll funktionsfähig hingegen sind nur ein paar Programme. Darunter befindet sich glücklicherweise auch der Browser, welcher zwar fast keine Optionen bietet, im ersten Eindruck aber schon recht fluffig vor sich hinscrollt. Auch die Galerie arbeitet, zwar langsam, aber das Design kann überzeugen.

Fazit

Letztendlich ist nochmal zusagen, dass falls ihr nicht an der Appentwicklung für Ubuntu interessiert seid, die Preview erstmal überspringen solltet. Das Konzept gefällt mir aber auf jeden Fall sehr gut und wenn die finale Version am Ende des Jahres veröffentlicht wird, könnte es sogar Android auf meinem Nexus 7 ersetzen, falls Google nicht mit seinen kommenden Versionen überzeugen kann.