Porsche teilte vor ein paar Jahren sehr große Pläne rund um den Elektroantrieb mit, doch jetzt kommt alles ganz anders. Das geplante Flaggschiff-Modell K1 ist nicht nur verschoben, die Pläne es als reines Elektroauto zu bringen, sind auch schon längst wieder ad acta gelegt.
Stattdessen gibt es den kolossalen Rückzieher, man zieht den Schwanz ein und bringt wieder einen Audi mit Porsche-Logo. Denn inzwischen sickert durch, dass man hier erneut auf eine mit Audi geteilte Plattform („Premium Platform Combustion“) setzt, den Flaggschiff-Porsche gibt es künftig auch aus Ingolstadt mit vier Ringen drauf als Q9.
Ein Audi mit Porsche-Logo und der Technik von vorgestern
Nach Altherren-Gedeck ruft der Rückschritt bei den Motoren. Statt einen extrem leistungsstarken vollelektrischen Antrieb zu integrieren, setzt Porsche auf einen altertümlichen Blubber-Notnagel aus V6 und V8-Optionen. Eine vollelektrische Version soll erst später folgen, da hat sich der Fokus einfach mal um 180 Grad gedreht.
Porsche blickt auf mehrere Probleme. Die stark gefallenen Verkaufszahlen (etwa in China) „zwingen“ zur alten Technologie, die dem Hersteller fette Gewinnmarge bringt und die üblichen Kunden findet. Innovationen und Selbstvertrauen finden ihren Weg zurück in die Schubladen. Statt voranzugehen, bedient man die Altkunden, die an großen V-Motoren hängen wie an Mamas Rockzipfel.
Der schlimmste Punkt dürfte aber sein, dass selbst beim Luxus-Flaggschiff, nichts anderes ist so ein SUV heutzutage, eine extrem enge Verwandtschaft mit dem neuen Audi hat. Das ist wie bei den Lamborghini-Modellen vor ein paar Jahren, die man mit demselben Motor bei Audi für deutlich weniger Geld bekommen hat.
Weil man außerdem beim K1-Projekt erst mal auf Verbrenner geht, könnte die elektrische Variante dann wieder die klassischen Platznachteile einer Mischplattform mitbringen. Herr Gott, klingt das alles nach 2020 und nicht nach 2030. Zumal man damit nicht in dem Markt punktet, den man gerade krachend verloren hat, nämlich China.
Cayenne Electric ist ein Hoffnungsschimmer
Derweil darf man zumindest beobachten, wie Porsche einen neuen Porsche Cayenne Coupe Electric Turbo GT testet. Hier sind wahrscheinlich mehr als 1.000 elektrische PS zu erwarten, die von den Elektromotoren an alle vier Räder verteilt werden.

…“altertümlichen Blubber-Notnagel aus V6 und V8…“
Also da hat jemand in der Schule nicht aufgepasst:
Der Elektromotor ist viel altertümlicher als der Verbrenner!
im heutigen Kontext logischerweise, nicht in dem vor 100 Jahren.