Ford hat in den letzten Jahren zig Milliarden Dollar in seiner Elektroauto-Spare versenkt, kann aber in Märkten wie Europa nur bedingt punkten und musste auch in den USA einige ambitionierte Projekte einstellen.
Nun ordnet man alles neu, fängt quasi noch einmal an. Diesmal will man nicht auf Krampf bestehende Modelle elektrisieren, sondern entwickelt eine neue Plattform (Universal EV Platform), die sich günstiger umsetzen lässt und skalierbar für verschiedenste Karosserien ist. Das ist die Zukunft im Autobau.
Ford setzt auf Gigacasting und LFP-Batterien
Ford strukturiert dafür seine Elektroauto-Sparte grundlegend um und löst die bisher eigenständige Einheit „Model e“ als separates Segment auf. Dabei muss auch der bisherige Chef der Sparte gehen. Die neue Abteilung ist weniger für sich, sondern wird enger mit der Fertigung und der Lieferkette des Konzerns verzahnt.
Ford konzentriert sich bei seiner neuen Lösung erst mal auf die USA, das erste Fahrzeug auf der neuen Plattform wird ein (für Elektroautos) günstiger Pick-up-Truck sein. Bei uns in Europa setzt man hingegen weiterhin auf Plattformen anderer Hersteller, nach VW-MEB für den Explorer kommt für den elektrischen Fiesta eine Plattform von Renault zum Einsatz.

Ford hat bis 2030 das Ziel seine globale Modellpalette zu 90 Prozent mit Elektroantrieb anbieten zu können. Das beinhaltet jedoch auch elektrifizierter Verbrenner, in den USA wird man zum Beispiel Range-Extender-Varianten anbieten. In Europa sollte das Ziel sein, eine umfassende Elektropalette in den Segmenten A bis C zu bieten.
Wir tun Ford auch ein bisschen unrecht, immerhin hat man in Europa 2025 bei den Elektroautos einen Marktanteil von 4,5 Prozent erreichen können. Da liegt man knapp hinter Mercedes-Benz, jedoch vor Kia, Volvo, Hyundai, BYD und Renault. Ich fand das bisherige Angebot aber nicht so attraktiv wie der Rest des Marktes.
