Der erste elektrische Ferrari glänzt nicht mit einem typischen Ferrari-Look und ehrlicherweise auch nicht gerade mit krassen Leistungsdaten. Aber das Fahrzeug scheint dann zu überzeugen, wenn man es fahren kann, sagen zumindest die ersten Tester.
Top Gear schreibt direkt in den Titel zur Prototypen-Fahrt, dass „das Internet nicht bereit dafür ist“. Eine Anspielung darauf, dass der Luce deutlich besser auf der Straße performt, als er zur Präsentation im Internet ankam. Zumal die meiste Kritik vor allem von denen kommt, die ohnehin nie Ferrari fahren würden.
Aber die Begeisterung für die Marke kommt vor allem von der breiten Masse, die von einem Ferrari hauptsächlich ihr Leben lang träumt und bei der Formel 1 mitfiebert. Die Marke wäre nicht so bekannt und groß, wenn sie allein von denen lebt, die sich die Fahrzeuge tatsächlich leisten können. Daher ist die Kritik der „einfachen“ Fans in meinen Augen mehr als berechtigt.
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Ferrari muss beim Luce massiv an Gewicht ausgleichen und das ist ein Punkt, der wohl gut funktioniert. Laut den Kollegen würde sich das über 2,2 Tonnen schwere Sportauto mindestens 400 Kilo leichter anfühlen. Auch die Geräuschentwicklung, die unter anderem auf echten Schwingungen des hinteren Wechselrichters basiert, überzeugt und wirkt nicht künstlich.
„Doch in allen wichtigen Parametern ist er ein unglaubliches Meisterwerk der Ingenieurskunst: ein Auto mit phänomenalen Fahreigenschaften, einem hochentwickelten neuronalen Netzwerk und einem revolutionären Interieur. Er hat echten Charakter und ist nicht nur eine Kopie eines Ferrari mit Verbrennungsmotor.“
Und obwohl der Luce das bislang größte Ferrari-Modell ist und auch das schwerste, „gleitet“ das Elektromodell laut Motortrend „elegant über die Straße“. Das Fahrverhalten sei „verblüffend natürlich, seine Richtungswechsel flüssig und präzise, und er ist in jeder Kurvenphase, vom starken Bremsen bis zur Vollbeschleunigung, perfekt ausbalanciert.“

Dass die Geräuschentwicklung sogar notwendig ist, auch wenn man im Internet immer wieder von Spielerei und ähnliche Kommentare liest, sollte gerade bei einer Performance-Fahrt einleuchten. Der Sound ist „ein echtes Hilfsmittel“. Fahrer können dadurch „beispielsweise sofort erkennen, wann die Hinterreifen die Haftung verlieren.“
Den vermeintlichen Gangwechsel regelt Ferrari über die Bremsenergierückgewinnung. Per Schaltwippen kann diese fein dosiert werden und zugleich wird das Drehmoment gesteuert. Dadurch kann das Auto beim Einfahren in die Kurve und beim Herausbeschleunigen noch präziser bedient werden.
Unterm Strich sind die ersten Tester jedenfalls begeistert von dem elektrischen Ferrari. Diesen allein an den Leistungsdaten und an seiner Optik zu bewerten, war sicherlich auch von uns zu kurz gefasst. Dennoch müssen sich auch die Italiener daran messen lassen, dass Autos für einen Fünftel des Preises zum Beispiel mit über 1.000 kW laden können.
Nun müssen die Absatzzahlen zeigen, ob bei Lamborghini für das eigene E-Auto-Projekt nicht etwas vorzeitig der Stecker gezogen wurde. Und zumindest die ersten 500 Einheiten sind laut Ferrari ausverkauft, auch wenn das nur einen Bruchteil der jährlich ca. 13.000 Ferrari-Fahrzeuge ausmacht.
