Neuer ID.3 Neo auf der Langstrecke: VW fährt weit, lädt langsam

VW ID.3 Neo Heckansicht

Volkswagen hat mit dem ID.3 Neo weiterhin nur ein „ähnliches“ Modell zum Golf mit elektrischem Antrieb im Angebot und es sieht nach den Infos der letzten Tage so aus, dass wir damit noch länger Vorlieb nehmen müssen und der ID Golf noch eine Weile länger auf sich warten lässt.

Neo bedeutet ein stark verbessertes Modell, könnte man jedenfalls annehmen. Doch beim Blick auf die technischen Dinge der Plattform wird sichtbar, dass es Veränderungen und Verbesserungen gibt, aber keinen signifikanten Sprung. Und so bleibt vor allem der Besuch an der Ladesäule im Zweifelsfall eher für den Cappuccino mit Kuchen als für den Espresso geeignet.

Das größte Problem ist wohl weiterhin weniger die maximale Ladegeschwindigkeit der größeren MEB-Modelle aus dem VW-Haus, sondern eher die langfristige Ladekurve. Damit punktet zum Beispiel die Electric Urban Car Family, denn ID Polo und Co. haben eine gute bzw. eher stabile Ladekurve statt einem hohen Peak.

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Beim ID.3 Neo werden die versprochenen über 180 kW zwar durchaus erreicht, aber nur für einen sehr kurzen Moment. Danach fällt die Ladegeschwindigkeit wohl sehr stark ab. Es ist weiterhin so, das bestätigen jetzt die weiteren Testberichte, dass die Ladung 10 – 80 Prozent auch im echten Leben satte 29 Minuten benötigt.

VW ID.3 Neo Antrieb

Eine kürzere Ladung wäre dann die besser Option, könnte man erst mal annehmen? Dem ist leider nicht immer so. Bei den Kollegen hat auch die „spontane“ Ladung von 29 auf 74 Prozent über 26 Minuten in Anspruch genommen. Uff, das ist einfach nicht mehr zeitgemäß, schon gar nicht bei den Preisen des großen 79 kWh Akkus.

Ein Bild an vielen Säulen während meiner Reise. Mal fällt die Kurve sanfter ab, mal steiler.

Aber die gute Nachricht ist der Verbrauch bei moderaten Temperaturen, denn hier vermelden die Kollegen bei ihrer neuen Testfahrt lediglich zwischen 14 und 15,3 kWh. Rechnen wir mit 15,5 kWh, fährt man bei vollem Akku über 450 Kilometer hat und hat dann immer noch genügend Saft als Puffer in der Batterie.

Bei etwas mehr Geschwindigkeit, wenn man sich der 130 km/h nähert, liegt der Verbrauch tendenziell über 16 bzw. 17 kWh, zeigte auch schon ein anderer Test. Hält man sich beim Strompedal zurück und reist mit dem restlichen Verkehr „schwimmend“ mit, kann man also einige Stunden ohne Pause durchziehen.

VW ID.3 Neo Cockpit Display

Verbrauch niedriger: Vergleich mit dem Vorgänger

Ein Vergleich wurde in diesem Sommer von einem VW-Händler auf Video festgehalten. Dabei wurden ID.3 und ID.3 Neo verglichen, wobei das neuere Modell zumindest in der Stadt rund 15 Prozent weniger Strom benötigte. Bei höheren Geschwindigkeiten auf Landstraße und Autobahn haben sich die Verbräuche jedoch angenähert. Die gesamte Mischfahrt war mit dem Neo dann 0,7 kWh sparsamer.

Mit dem großen Akku und etwas Ausstattung ist man schnell an der Marke von gut 50.000 Euro beim ID.3 Neo, da gibt es viele Alternativen für weniger Geld, darunter BYD Atto 3 Evo oder auch der B05 von Leapmotor als wesentlich günstigere Option mit weniger Reichweite bzw. Batterie. Ob die neue, höhere Verarbeitung und hohe Reichweite da für den ID.3 Neo ausreicht?

Ich sehe den größten Nachteil in den nächsten Jahren, wenn immer mehr Konkurrenten auf stärkere 400 Volt oder sogar 800 Volt Plattformen setzen. Xpeng schafft bei seiner 400 Volt Plattform das Schnellladen in 20 Minuten für 10 – 80 Prozent in Modellen wie dem Xpeng L03. Zumindest auf der Autobahn ist das ein signifikanter Unterschied.

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1 Kommentar zu „Neuer ID.3 Neo auf der Langstrecke: VW fährt weit, lädt langsam“

  1. Volkswagen: Werksangabe der Ladezeit des großen Akku beim Neo – 29 Minuten
    Artikel: Der Neo braucht 29 Minuten zum laden! Skandal! Unbrauchbar! Nicht mehr zeitgemäß! Wie kann das sein?!
    Man muss sich langsam wirklich fragen, was hier der Mehrwert von Artikeln zur E-Mobilität auf dieser „Nachrichten“seite sein soll…besonders da es stets auffällig abwertend über deutsche Hersteller zur Sache geht…

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