Audi vermittelt den Eindruck, dass man mit dem A2 E-tron ein echt beachtliches Auto vorgestellt hat, doch die Technik erinnert teilweise an die Vergangenheit und lässt kaum Vorsprung verspüren. Ich finde jedenfalls keinen Grund, warum der neue A2 E-tron so viel besser ist, abgesehen von dem wirklich coolen Retro-Look.
Fakt ist, dass hier einfach die MEB-Plattform von Volkswagen drinsteckt und das merkt man in einigen Punkten. Die Ladezeit beim großen Akku gibt der Hersteller mit 29 Minuten an, der Peak endet bei knapp über 180 kW. Das ist exakt das, was interessierte Kunden auch beim ID.3 Neo oder Skoda Elroq bekommen.
Audi bewirbt außerdem die Effizienz des A2 E-tron, was für seine Karosserie sicherlich schon durchaus gelten dürfte, denn der Skoda bietet maximal 565 Kilometer Reichweite und beim Audi sind es immerhin 649 Kilometer. Aber es ist nicht so, dass Audi hier einmalige Werte bietet, denn beim ID.3 Neo bekommt man auch schon starke 629 Kilometer geboten.
SmartDroid.de bei Google folgenJetzt könnte man noch im Innenraum gucken, da steckt zumindest im Cockpit sehr viel Technik. Audi bewirbt den A2 E-tron mit seinem Curved-Display, das wir auch aus höheren Modellen kennen. Aber die Bildschirmränder sind ja absurd. Das ist mehr Rand als Bildschirm, vor allem beim Bildschirmteil hinter dem Lenkrad.

Aber auch der Bildschirm für das Infotainment wird von dicken schwarzen Rändern flankiert. Die optisch durchaus schöne Form an den äußeren Bildschirmrändern wird nicht nur das Display ausgefüllt, sondern ist einfach schwarz. Nutzlose Fläche.
„Ist das die Poverty Line oder was sollen die fetten Plastikränder um das Display?“
„Wann stirbt Klavierlack-Optik endlich aus? Es ist unpraktisch in jedem Bereich des Lebens. Auch auf Klavieren.“
„Das ganze Cockpit sieht aus wie früher dieser Chinaschrott, während die Chinesen jetzt geile Cockpits bauen.“

Audi will dann noch etwas mehr Platz im Fahrzeug bieten und vor allem mehr Materialqualität. Am Lenkrad gibt es übrigens den nächsten Kritikpunkt, den VW bei seinen Autos ausgeräumt hat und zwar die Tastenflächen am Lenkrad. Audi setzt auf eine große glatte Fläche, die zwar je nach Funktion im entsprechenden Bereich richtig gedrückt werden muss, aber haptisch nicht an einzelne Tasten heran reicht.

Der neue Audi A2 E-tron ist mitnichten ein schlechtes Elektroauto, sondern wird sich wahrscheinlich sogar gut verkaufen. Aber es ist eben maximal Durchschnitt und kein „Vorsprung durch Technik“. Entwickelt sei das Fahrzeug speziell für europäische Kunden, zumindest unter den Audis ist es das effizienteste Modell der Marke.
Den besten Verbrauch von 12,8 kWh gibt es aber nur mit „mit optionalem Effizienzpaket“ und nur mit 61 kWh Akku bzw. 515 Kilometer Reichweite. Will man jedoch den großen Akku für die maximale von 649 Kilometern Reichweite haben, der dann laut Datenblatt wenigstens 13,9 kWh nimmt, verlangt Audi bereits 48.900 Euro.
