Was ist denn hier los? Da passiert monatelang nicht so wirklich etwas in der Welt der googlefreien Telefone, schon werden zwei Geräte verschiedener Anbieter kurz hintereinander vorgestellt. Erst neulich habe ich nämlich über das Simple Phone berichtet, das von der Idee her zwar gar nicht so schlecht ist, bei dem Preis und Hardware aber in keinem besonders guten Verhältnis stehen.

Im Gegensatz zum Simple Phone kommt das Murena One aber nicht mit einer völlig neu entwickelten Custom ROM, sondern setzt auf das schon etablierte /e/OS, das mit zahlreichen vorinstallierten Open-Source-Apps für die Grundfunktionen ausgestattet ist.

Apps können logischerweise zwar nicht über den Google Play Store bezogen werden, dafür stellt /e/OS aber einen eigenen Installer mit F-Droid als Basis zur Verfügung, sodass trotzdem so gut wie jede App installiert werden kann. Ansonsten bleibt noch die manuelle Installation per APK.

Murena One Produkt Bild
Bild: Murena

„Maximale Kontrolle über ihre Daten“

Warum man Google vielleicht den Rücken kehren sollte, liegt auf der Hand. Zwar ist das Ökosystem komfortabel, dafür bezahlt man mit seinen persönlichen Daten. Das Murena One stellt einen Gegenentwurf dazu dar. „Das Murena One eignet sich somit für alle Smartphone-Nutzer, die Wert auf ihre Privatsphäre legen und die maximale Kontrolle über ihre Daten behalten wollen“, heißt es in der Pressemitteilung. Trotzdem kann man praktische Dienste wie eine Cloud benutzen.

Murena ist ein französischer Softwareentwickler (der im Übrigen auch /e/OS verwaltet) und hatte zuvor fremde Smartphones mit dem googlefreien OS verkauft, etwa ältere Samsung-Galaxy-S-Modelle oder Fairphones. Diese waren allerdings deutlich teurer als das Murena One, das für rund 346 Euro UVP an den Start geht. Das Datenblatt liest sich zu dem Preis durchaus akzeptabel:

  • 6,53 Zoll LCD, 2.242 x 1.080 Pixel, 60 Hertz
  • MediaTek Helio P60, 8 x 2,1 GHz
  • 4 GB RAM, 128 GB Speicher, per microSD erweiterbar
  • Kameras hinten: 48 MP Weitwinkel, 8 MP Ultraweitwinkel, 5 MP (wahrscheinlich Makro, keine Angabe dazu, verwirrenderweise 4 Sensoren auf Bild sichtbar)
  • Kamera vorne: 25 MP
  • 4.500 mAh Akku, USB-C

Aus Gründen des Umweltschutzes ermutigt euch Murena dazu, andere USB-Kabel und Netzteile wiederzuverwenden – die werden nämlich nur separat verkauft. Noch umweltfreundlicher wäre das Murena One allerdings, wenn etwa auch der Akku austauschbar wäre. Das hätte sich aber vermutlich auf den Preis ausgewirkt. Ist das Murena One für euch interessant?

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1 Kommentar

  1. Auf ein altes Samsung-Handy habe ich ein googelfreies BS installiert.
    Es wurde ein Original-BS (Android 5) gegen ein „nacktes Android 10“ ersetzt.
    Erstaunt hat mich die Performance und die Akkulaufzeit, die sich mehr als verdoppelt hat. Insbesondere die Standby Zeiten mustergültig lang.
    Einige Samsungspezifische Features waren natürlich weg, was schon ärgerlich war. Deutlich weniger Komfort und Funktionen !
    Allerdings gab es jetzt wieder Sicherheitsupdates, jedoch wollte nicht jede App (z.B. Banking) nicht mehr funktionieren, was jedoch Routing liegt.
    Das Fehlen der Googleapps ist ein weiteres Defizit – aber man kommt zurecht, wenn es denn sein muss…
    Wer hauptsächlich Messenger, Email etc nutzt, wird wenig vermissen. Mein Ding ist das auf Dauer aber nicht.

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