Diese Ankündigung kam überraschend, denn der Zeitpunkt hierfür war denkbar ungewöhnlich. In der letzten Woche des Jahres gab es früher selten ein neues Flaggschiff-Smartphone eines großen Herstellers. Sogar im selben Jahr des Vorgängers. Schlussendlich hat sich herausgestellt, dass es sich hierbei um einen Schnellschuss von Xiaomi handelt. Dieser taugt in unseren Augen schon eher zum Blindgänger und weniger zum bunten Feuerwerk.

Xiaomi hat wirklich nur das Mi 11 gezeigt und das mit relativ wenig Fortschritt zum Vorgänger. Im Grunde genommen überrascht das wenig, so wird der „günstige“ Einstieg in die neue Generation möglich gemacht. Aber wo bleibt das echte Flaggschiff der Mi-11-Serie, wo sind die Ultras und die Pros? Ich glaube, Xiaomi hat diese Geräte noch nicht fertig. Und dennoch wollte man zum Ende des Jahres unbedingt sagen können, das erste Android-Smartphone mit brandneuem Snapdragon 888 zu bieten.

Teurer als sein Vorgänger, versprochene Innovationen bleiben aus

Beim Blick auf das Datenblatt ist schnell klar, dass die Verbesserungen kaum überraschen dürften und kaum mehr als eine logische Konsequenz sind. „Innovation for everyone“ ist ein Motto von Xiaomi, obwohl Innovationen ausbleiben und der Preis sogar über dem des Vorgängers liegt. Das einzige echte Highlight scheint das jetzt wesentlich hellere Display zu sein, das allerdings auch auf 6,81″ wächst und mit nun 120 Hz sowie 480 Hz (Toucherkennung) stärker am geschrumpften Akku nagen dürfte.

Im Bereich der Kamera versprechen eigentlich alle Hersteller am laufenden Band mehr Innovationen . Doch der Hauptsensor des Mi 11 bleibt seit Mi 10 unverändert und hat jetzt sogar eine kleinere Blende an Bord. Zugleich musste der Tiefensensor komplett weichen, die Makrokamera bleibt allerdings bestehen. Noch immer kein optischer Zoom, obwohl der Preis des Mi 11 bei uns deutlich über 700 Euro liegen wird.

Neu: Xiaomi verpasst dem Mi 11 einen Ledermantel

Preisanstieg kaum zu rechtfertigen

Bis zur Verfügbarkeit des Mi 11 in Europa vergehen wenigstens noch Wochen, da könnte der Preisunterschied zum Mi 10 bei bis zu 300 Euro liegen. In meinen Augen ein deutlich zu großer Spalt für eindeutig zu wenige echte Neuerungen. Die wirklich neuen Flaggschiff-Modelle der neuen Generation mit den deutlichen Veränderungen bleiben bis dahin wohl weiterhin verborgen. Das ist wohl auch aus taktischen Gründen so gewollt.

Ich finde diese Taktik jedenfalls hochgradig unfair den Kunden gegenüber, sie hält aber die Aufmerksamkeit an den neuen Geräten dafür umso länger hoch. Xiaomi profitiert am Ende des Tages, wenn sie alle paar Monate eine neue Variante hervorbringen, statt alle Geräte auf einen Schlag zu veröffentlichen. Geht man von einem Portfolio wie beim Mi 10 aus, ist mit folgenden Geräten zu rechnen:

  • Mi 11
  • Mi 11 Lite
  • Mi 11 Pro
  • Mi 11 Ultra

Und ganz ehrlich ist auch dieses gestückelte Präsentieren erst für China und später für internationale Märkte langsam aus der Mode. Zumal Xiaomi trotzdem gleichzeitig eine internationale Pressemeldung veröffentlichte. Was soll das, andere Hersteller bekommen die weltweite Präsentation schon seit vielen Jahren gebacken!

Das steckt im Xiaomi Mi 11

  • 6,81″ AMOLED-Display, 120 Hz, bis 1500 Nits, WQHD+, Gorilla Glass Victus
  • Snapdragon 888, bis 12 GB RAM (LPDDR5) und 256 GB Speicher (UFS 3.1)
  • 108 MP Kamera (OIS, 1/1,33″ Sensor) + Ultraweitwinkel und Makro (3-10 cm)
    20 MP In-Display-Frontkamera
  • 5G, Dual-SIM, Wlan 6, Bluetooth 5.1, IR-Sender, Dualband-GPS
  • 4.600 mAh Akku, 55-Watt-Schnellladen, 50-Watt-Wireless, 10-Watt-Reverse-Charge
  • Dual-Lautsprecher, Fingerabdrucksensor mit Pulsmesser
  • Maße: 164, 3 x 74,6 x 8,06 mm, 196 g
  • Rückseite: veganes Leder (Purple, Beige) oder Glas (Grau, Blau, Weiß)

PS: Ich bin eigentlich nur gespannt auf den Nachtmodus für Videos.

via Xiaomi

Denny Fischer

Gründer und amtierender Chef von SmartDroid.de, bloggt hier und nur hier seit 2008. Alle Anfragen an mich, in den Kommentaren oder über die verlinkten Netzwerke.

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