Lenovo Yogabook im Test: „Tabletbook“ mit einem Hauch von Magie

Lenovo Yogabook Header

Lenovo hat mit dem Yogabook ein Tablet und Notebook in einem Gerät vermischt, zudem bietet das Yogabook eine fast magische Funktion an und eine etwas ungewohnte Tastatur. Schon ab dem ersten Moment hatte das Yogabook meine Aufmerksamkeit, auch wenn ich vielleicht gar nicht der richtige Kunde für dieses Gerät bin, konnten zwei Funktionen des Convertibles meine Interesse gewinnen. Dank 1&1 konnten wir nun das Yogabook mit Android testen.

Yoga steht bei Lenovo grundsätzlich für ein relativ flexibles Verhältnis von Display und Gerät, in diesem Fall kann das Display wieder komplett bis auf die Unterseite des Gerätes umgeklappt werden, sodass wir aus einem Notebook ein Tablet zaubern können. Diese Idee ist nicht neu, doch anstelle einer echten Tastatur verbaut Lenovo quasi eine Touchtastatur und spart damit extrem viel Platz. Somit ist das Yogabook umgeklappt so dünn wie ein Tablet und nicht so dick wie ein Notebook.

Eine weitere Besonderheit ist die zweite Funktion der ebenen Tastaturoberfläche, denn diese nimmt auch Eingaben eines Stiftes entgegen. Noch besser sogar, man kann echtes Papier auf dieser Oberfläche „bemalen“ und das Gerät setzt alles digital eins zu eins um. Das ist die angesprochene Magie, von der ich schon im Titel des Beitrages rede.

Hardware, Design, Gehäuse

Unter der Haube des Yogabooks finden wir einen Intel Z8550-Prozessor, 4 GB RAM Arbeitsspeicher und 64 GB Datenspeicher, also ausreichend gute Hardware für ein Mittelklasse-Notebook. Der Akku hat mit 8500 mAh auch eine großzügige Kapazität, damit kommt man je nach Nutzung um die 10 h oder so sogar deutlich länger aus. Lenovo bewirbt selbstbewusst sogar 15+ h Akkulaufzeit!

Beim Display setzt man auf ein 10,1″ IPS-Panel mit Full HD-Auflösung, es gibt zudem eine 8 MP Kamera an der „Rückseite“, eine 2 MP Kamera über dem Display, Platz für eine SIM-Karte samt LTE, WLAN ac, Bluetooth 4.1, GPS und die üblichen Sensoren. Ausgestattet wie ein Tablet, das eben etwas mehr kann. Anders beim Gewicht, das bleibt mit 690 g trotzdem recht niedrig!

Gehäuse, Design

Lenovo lässt das zugeklappte Yogabook wie ein hochwertiges Notizbuch aussehen, gerade die Gestaltung des Scharniers ist echt ein Knaller. Die restliche Außenhülle fühlt sich nach Metall an (und sollte auch welches sein), dadurch stets hochwertig. Schlicht und hübsch, so sieht das Yogabook in meinen Augen aus, auch die Verarbeitungsqualität hat meines Erachtens keinerlei Mängel.

Leider aber hat man vergessen an die Unterseite Abstandshalter zu bauen, sodass die Unterseite immer direkt auf dem Tisch aufliegt und dadurch sehr leicht für Kratzer anfällig ist. Drei Wochen bei mir daheim genutzt, zack sind die ersten Kratzer vorhanden. Hier hat der Fokus auf das Design gewonnen, was für Kunden schnell zum Nachteil werden kann.

Und noch ein Nachteil ist mir recht schnell aufgefallen, denn das Yogabook lässt sich nur sehr schwer aufklappen. Es gibt nirgends am Gehäuse wenigstens eine kleine Einkerbung oder eine Art Griff, sodass man beim Versuch das Gehäuse aufzuklappen immer wieder am glatten Metall des Gehäuses scheitert und abrutscht. Aufgeklappt sind unterschiedliche Möglichkeiten vorhanden, wie man das Yogabook hinlegt oder hinstellt.

Tastatur, Stift und Touchpad

Butter bei die Fische, kommen wir zu den Faktoren des Yogabooks, mit denen dieses Gerät gewinnt oder verliert. Fangen wir doch direkt mal mit dem Stift und seiner grundsätzlichen Besonderheit an, denn damit könnte das Yogabook hier und da gewinnen. Wer lieber noch mit einem echten Stift schreibt, dennoch gern alle Notizen digitalisieren möchte, spart sich hier einige Arbeitsschritte. Mit dem Yogabook lässt sich beides gleichzeitig machen, ihr packt den beiliegenden Notizblock auf die schwarze Oberfläche und schreibt mit dem Stift des Yogabooks.

Where the magic happens

Genau jetzt passiert die Magie, denn eure echte Notiz auf dem Blatt Papier wird live digitalisiert und direkt in die entsprechende App des Yogabooks übertragen. Stift und Yogabook kommunizieren also auch dann miteinander, wenn ein Notizblock zwischen den beiden Geräten liegt. Und das sogar sehr gut, diese einzigartige Funktion liefert immer hervorragend ab! Es gibt eine Zielgruppe, die genau das ziemlich cool und vor allem praktikabel finden wird.

Der Stift hat übrigens eine wechselbare Mine, zu Beginn ist eine ohne Tinte installiert, beiliegend sind direkt schon drei Minen und diese werden mit einem beliegenden Tool installiert. Doof nur, dass der Stift selbst am Yogabook nicht befestigt werden kann und auch der beiliegende Block muss gesondert mitgenommen werden. Zuklappen lässt sich das Yogabook mit eingelegtem Block nicht und die Magneten am Gehäuse halten den Block auch nur beim Schreiben gut genug fest.

Schreiben lässt sich auch ohne angeschaltetes Display. Einfach das Yogabook komplett aufklappen, die Schreibtaste kurz gedrückt halten und schon zeichnet die Software des Gerätes automatisch eure Notizen auf.

Tastatur ohne echte Tasten

Nun aber zur Tastatur und Maus, die beide ebenso über diese schwarze Oberfläche realisiert werden. Per Knopfdruck lässt sich der eben beschriebene Schreibmodus ausschalten, dann kommt eine beleuchtete Tastatur samt Touchpad zum Vorschein, wobei ja letzten Endes alles Touch ist. Dadurch konnte das Gehäuse zwar recht dünn gestaltet werden, doch die Tastatur bringt auch Nachteile mit.

Für richtige Hardcore-Tipper und Tippsen ist eine kapazitive Tastatur einfach nicht geeignet, für kurze Texte wie Instant Messaging, Twitter und Co eignete sich die Tastatur hingegen überraschend gut. Natürlich fehlt einem das Gefühl, wo die richtigen Tasten sind, komplett blindschreiben ist daher eben nur bedingt möglich. Kommt man aus dem Rhythmus oder verrutscht mit dem Gerät leicht, vertippt man sich auch schnell. Das passiert ein paar Mal, schon liegen die Nerven blank.

Es wird eben auch stark von euch selbst abhängen, wie gut oder schlecht ihr auf einer „virtuellen“ Tastatur tippen könnt, hilfreich ist auf jeden Fall schon mal die Größe einer echten Tastatur. Aber apropos Gefühl, das Touchpad für die Maus konnte mich absolut gar nicht überzeugen, zumal man bei der blinden Bedienung auch gern einfach zu hoch rutscht und dann die Leertaste ausführt. Nervig.

Android, nur etwas anders

Lenovo liefert auf dem YogaBook eine abgewandelte Version von Android aus, die zwar im ersten Blick durchaus an das Original erinnert, aber in diversen Details nicht. Eigentlich kann ich direkt vorwegnehmen, dass Android meines Erachtens für richtiges Multi-Tasking nicht geeignet ist und ein echtes Windows oder macOS nicht ersetzen kann. Das fängt schon bei den Apps an, Chrome für Android ist nur ein Bruchteil von der Desktop-Version und kommt beispielsweise noch immer ohne Erweiterungen aus. Mal eine Webseite damit öffnen geht, für meine Arbeit bleibt Chrome für Android so aber recht nutzlos.

Dafür hat Lenovo gut gelöst, dass Apps nicht unbedingt im Vollbild angezeigt werden müssen. Apps wie Twitter, Facebook und Co kann ich in mehreren Fenstern nebeneinander anzeigen lassen, zudem gibt es am unteren Bildschirmrand eine an Chrome OS erinnernde Taskleiste. Trotzdem, ich werde mit Android auf derartigen Geräten einfach nicht warm, das Betriebssystem ist in seiner Ursprungsform für „einfache“ Geräte mit Touch ausgelegt und das wird sich nie ändern.

Zumal einige Apps buggen, wenn man sie in einem Fenster anzeigen lässt. Es ist vor Android 7 Nougat einfach keine native Android-Funktion gewesen und das macht sich hin und wieder bemerkbar.

Sonstiges

Was die Leistung des Systems anbelangt, konnte ich keine Mängel feststellen. 4 GB und der Intel-SoC sind auf jeden Fall ausreichend und entsprechen auch im Alltag der Leistung eines Tablets auf recht hohem Niveau. Spiele wie Real Racing 3 laufen butterweich und durchgängig flüssig.

Mir fehlt ein Fingerabdrucksensor, um das Gerät zu entsperren. Ich denke der wäre bei einem Preis von 499 Euro durchaus drin gewesen. Auch hat Lenovo sich gegen USB Type C entschieden und verbaut stattdessen einen klassischen microUSB-Anschluss. Immerhin ist der Videoausgang wie bei einem Notebook trotzdem möglich, es gibt nämlich auch microHDMI.

Für gut empfinde ich auch das verbaute Display, das Full HD auflöst und leider spiegelt. Spiegelungen entgegnet es aber auf Wunsch mit einer recht hohen Helligkeit, je nach Stand der Sonne auch ganz gut im Freien nutzbar. Gleiches gilt für den Sound, der aus zwei Lautsprechern aus dem Rahmen kommt und in jeder Position immer gleich klingt. Das schlanke Gehäuse bietet aber kaum Raum für eine satte Klangentfaltung.

Fazit

Ich habe das Yogabook hier und da ausprobiert, konnte mit diesem Gerät aber nie richtig arbeiten, denn weder eignet sich die Tastatur für lange Texte, noch ist Android ein für Notebooks geeignetes Betriebssystem. Die Umsetzung des Stiftes hingegen ist absolut gelungen und wird sicher einige potenziellen Kunden finden, vielleicht sogar bisherige Kunden der Galaxy Note-Serie.

Was bleibt? Lenovo bietet ein leistungsstarkes Tablet mit ziemlich coolen Stylus-Funktionen, kann aber anders als erhofft Notebooks damit nicht ersetzen. Für richtige Arbeiter gibt es auch eine Windows-Variante, doch auch da muss man mit der reinen Touchtastatur leben.

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