Wenn Arbeitsspeicher und Flash einen größeren Teil der Materialkosten fressen als der Prozessor, muss an anderer Stelle gespart werden. Genau da setzt ein neuer Leak an: Qualcomm soll eine vierte, günstigere Ausführung des Snapdragon 8 Elite Gen 5 vorbereiten. Die Modellnummer lautet laut dem Weibo-Leaker Digital Chat Station SM8850-1-AB, auf den Markt kommen soll sie noch im zweiten Halbjahr 2026.
Fast Standardleistung, weniger Kosten
Bisher existieren drei Ausführungen des Chips. Der reguläre SM8850-AC mit acht Kernen steckt etwa im OnePlus 15, die auf sieben Kerne beschnittene SM8850-5-AC im Oppo Find N6, und die höher getaktete SM8850-1-AD kommt im Galaxy S26 Ultra und im RedMagic 11S Pro zum Einsatz. Dass Qualcomm eine Plattform derart auffächert, ist nicht neu: Schon beim Vorgänger tauchte eine Variante mit einem deaktivierten Kern auf.
Die neue Stufe geht nach unten, nicht nach oben. Digital Chat Station nennt rund 3.600 Punkte im Single-Core und 11.300 Punkte im Multi-Core von Geekbench 6, also ungefähr das Niveau der Standardversion. Ob Qualcomm dafür Kerne deaktiviert, Taktraten senkt oder die fertigen Chips nur anders sortiert, sagt der Leak nicht.
SmartDroid.de bei Google folgenGedacht für Handys unter 4.000 Yuan
Zielgruppe sind laut Leaker Smartphones, die in China unter 4.000 Yuan kosten, umgerechnet etwa 520 Euro. Das ergibt Sinn, denn der Snapdragon 8 Elite Gen 6 dürfte im September auf dem Snapdragon Summit folgen und deutlich teurer werden. Für Marken, die Leistung verkaufen wollen, ohne den Preis mitzuziehen, wäre der alte Chip in neuer Verpackung die pragmatischere Wahl. Wie stark die Speicherkrise gerade auf die Preise drückt, zeigt sich inzwischen bis in die Einstiegsklasse.
Das Muster zieht sich durch Qualcomms Portfolio
Diese Strategie ist Qualcomm nicht fremd. Auf der Computex hat der Hersteller mit Snapdragon C eine PC-Plattform für 300-Dollar-Notebooks gezeigt, die auf den älteren Kryo-Kernen statt auf den aktuellen Oryon-Kernen aufsetzt. Auch dort spart Qualcomm am Silizium, indem es bewährte Technik recycelt, statt eine neue Architektur in ein Billiggerät zu zwingen.
Dazu passt, dass die eigentliche Aufmerksamkeit gerade woanders liegt. CEO Cristiano Amon hat im Juni angekündigt, die komplette Roadmap auf KI-Agenten und tragbare Geräte umzubauen, über 40 Designs seien in Arbeit. Wer seine Entwicklungsressourcen in Brillen, Anstecker und Ohrhörer steckt, hat gute Gründe, eine funktionierende Smartphone-Plattform länger laufen zu lassen.
via Tuttoandroid
