In den letzten Jahren wurde bereits extrem viel dazu gesagt und berichtet, dass deutsche Standorte für viele Unternehmen zu teuer sind. Bei Volkswagen sieht das nicht anders aus, deshalb sollen Werke geschlossen werden und mehr Produktion wird ins Ausland verlagert.
Abgesehen von den ohnehin schrumpfenden Verkaufszahlen hat VW dazu ein doppeltes Problem und das sind die zu hohen Kosten für die Autoproduktion an deutschen Standorten. Nicht grundlos sind die MEB+ Kleinwagen wie ID Polo komplett nach Spanien gewandert und auch der ID Up für 20.000 Euro wird in Portugal gebaut werden.
VW hat einerseits deutlich zu teures Personal in Deutschland, da liegen nach aktuellen Berichten die jährlichen Kosten im Schnitt pro Kopf deutlich über Nordamerika, China und anderen Märkten. Innerhalb Europas sind die Kosten pro Stunde im Süden wesentlich günstiger als im Norden, deshalb die oben erwähnten Entscheidungen.
SmartDroid.de bei Google folgenIm direkten Werksvergleich beziffert die interne Kalkulation laut Bild die Fabrikkosten in Emden auf 4.850 Euro pro Fahrzeug, während der Standort Palmela in Portugal bei 2.385 Euro und das Werk in Tianjin in China bei nur 1.078 Euro liegt. Die Personalkosten in der direkten Fertigung betragen in Emden 74 Euro pro Stunde, verglichen mit 37 Euro in Palmela und 12 Euro in Tianjin.
Ein weiterer Punkt ist außerdem die Arbeitszeit, denn die ist in Deutschland am niedrigsten. Auch der Krankenstand ist zugunsten Südeuropa und China. Wobei dieser in China bei 1,0 liegen soll, in Emden bei 10,5 Prozent. Das ist ein Unterschied, den ich schon fast nicht glauben möchte.
Die Arbeitsproduktivität, die ist nicht nur bei VW ein Thema in Deutschland, hinkt genauso hinterher. Kommt man im Emden auf 29 Autos pro Jahr, sind es Palmela 39,9 und in Tianjin 51,3 Fahrzeuge jährlich pro Kopf. Was VW außerdem wie alle anderen belastet, sind hohe Energiekosten und die Aufwendungen für die Logistik.
