Vorwort

Seit dem Nexus 4 scheint LG seinen Platz in der Smartphone-Welt gefunden zu haben. Während man zuvor nur wenig Reiz mit seinen Geräten bei mir erzeugen konnte, war die Zusammenarbeit mit Google ein Wendepunkt. Plötzlich war mein Interesse für die Nummer 2 aus Korea geweckt und auch mit dem Optimus G konnte man mühelos bei mir punkten. Nun einige Zeit später liegt das G2 vor mir und im Vergleich zum Vorgänger hat man einen wichtigen Punkt beachtet – Das Timing. Der Hauptgrund warum das Optimus G keine große Bekanntheit genießen durfte war wohl der verspätete Marktstart, denn das Galaxy S4 und HTC One standen im Grunde schon vor der Tür als LG es endlich schaffte ihr Flaggschiff mit Verspätung auf den deutschen Markt zu bringen. Diesmal ist es anders. Das G2 wird teilweise noch vor der Konkurrenz erhältlich sein, während Sony und Samsung ihre neusten Geräte erst noch auf den Markt bringen müssen. Ob man nun aber warten sollte oder ob das G2 die anstehende Konkurrenz nicht zu fürchten hat, lest ihr jetzt.

Hardware, Design und Verarbeitung

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Das Design ähnelt stark dem des Nexus 4 und das ist bei weitem nichts schlimmes. Die Front wurde schlicht gehalten und selbst das kleine Firmenlogo stört kaum. Was aber sofort ins Auge sticht ist wie wenig sich eigentlich um das Display herum befindet. LG hat den Rahmen rund um das 5.2 Zoll große Display nämlich auf das Nötigste beschränkt. Damit ist es nicht nur schick sondern für seine Größenklasse auch ziemlich kompakt. Ein Xperia Z1 mit 5 Zoll ist beispielsweise sogar größer als das G2. Selbst das Nexus 4 mit 4.7 Zoll ist im Alltag gefühlsmäßig nur einen Ticken handlicher.

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Die Rückseite bietet hingegen eine recht eigenwillige Neuerung, denn das traditionelle Layout von Lautstärke und Powertaste hat man über Bord geworfen und diese nicht an der Seite, sondern direkt unterhalb der Kamera angebracht. Anfangs ist das mehr als gewöhnungsbedürftig und ehrlich gesagt sind und bleiben mir Tasten an der Seite lieber. Es gibt viele Vorteile, aber auch viele Nachteile. Was man LG aber lassen muss ist wirklich der Mut zur Veränderung. Positiv ist z.B. das Links- und Rechtshänder gleich gut mit dieser Lösung zurechtkommen werden. Was mich hingegen etwas stört ist, dass sich das G2 beim Hinlegen öfters mal ungewollt aktiviert, weil der Powerbutton sich angesprochen fühlt. Was das ganze aber wieder erträglich macht ist ein kleines Software Feature namens KnockON, welches das Display durch zweimaliges Tippen ein und in manchen Fällen wie auf dem Lock- oder Homescreen auch ausschalten kann.

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Die Verarbeitung und Haptik muss ich nicht großartig umschreiben. Es gibt keine Spaltmaßen, nichts knarzt und auch dafür dass man nun wieder auf Kunststoff statt wie beim Vorgänger auf Glas setzt, fühlt sich das G2 sehr wertig an. Auch dank der abgerundeten Seiten schmeichelt es der Hand in Anbetracht der Größe recht gut.

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Übersicht zur Hardware

  • 5.2″ 1080p “True HD IPS Plus” Display mit Corning Gorilla Glass 3
  • Qualcomm Snapdragon 800 (2.26 GHz Quad-Core Krait 400 CPU, Adreno 330 GPU)
  • 2GB Arbeitsspeicher
  • 32GB interner Speicher, rund 25GB davon nutzbar
  • 3000mAh Akku
  • Android 4.2.2 Jelly Bean
  • 13 MP Kamera mit optischer Bildstabilisierung, 2.1 MP Frontkamera
  • 1080p Videoaufnahmen @ 60fps
  • GSM/GPRS/EDGE/HSPA/LTE
  • Bluetooth v4.0, NFC, Wi-Fi a/b/g/n/ac, Wi-Fi Direct, Infrarot, DLNA, GPS

Display

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Wie groß darf ein Display eigentlich sein bevor es zu groß ist? Für mich lag diese Grenze eigentlich immer bei 5 Zoll, aber so langsam kann ich mich mit dem 5.2 Zöller von LG wirklich anfreunden. Den wie bereits erwähnt nimmt LG dem Gehäuse rund um das Display einige Millimeter und macht es so recht angenehm in der Hand. Viel mehr Bildschirm kann man einem Gerät dieser Größe eigentlich nicht mit auf den Weg geben, womit man so ziemlich am Limit des Kompromisses zwischen Bildschirmgröße und Handlichkeit angelangt ist.

Qualitativ gesehen liefert LG beim Display wie immer sehr gute Arbeit. Es ist nicht nur extrem scharf, sondern bietet auch hervorragenden Kontrast und satte Farben ohne dabei zu sehr über das Maß zu schlagen wie es bei AMOLED der Fall wäre. Das Schwarz ist logischerweise nicht so gut wie bei letzterem, für ein LCD ist es aber überdurchschnittlich gut.

Kamera

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Die Kamera im G2 löst mit 13MP auf und während mir dieser Punkt eigentlich unwichtig ist, gibt es da eine kleine Sache die sich hoffentlich viele Hersteller bald von LG abgucken. Die optische Bildstabilisierung kurz OIS genannt. Wie gut das funktioniert habe ich vor allem bei der Aufnahme von Panoramas bemerkt, die bei mir sonst aus Prinzip nichts werden wollen. Zur Qualität sollte sich jeder selbst eine Meinung machen, aber ich bin sehr zufrieden mit der Leistung der Kamera. Fotos und Videos in voller Auflösung findet ihr hier.

Auch die Software überzeugt in diesem Fall sehr, denn LG wirft jede Menge Extras mit in den Korb um die Kamera in jeder Situation optimal zu nutzen. So sind nicht nur die üblichen Standards dabei, sondern auch Bild in Bild Aufnahmen oder der Modus “Aufnehmen und Löschen” welcher es ermöglicht Objekte nachträglich aus dem Bild zu entfernen.

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Performance und Akkulaufzeit

Im Inneren des G2 findet man einen Snapdragon 800 SoC von Qualcomm, 2GB RAM und einen 3000mAh starken Akku und obwohl LG dem G2 jede Menge Software mit auf den Weg gibt, scheint sich der Snapdragon 800 davon nicht weiter stören zu lassen. Das G2 läuft flüssig, schnell und selbst Microruckler gibt es im Grunde nicht. Kein Wunder wenn man bedenkt, dass es sich hier um einen 2.3GHz Prozessor mit 4 Krait Kernen handelt. Es gibt bisher nicht mal wirklich einen Anwendungszweck für so viel Rechenkraft, womit das G2 selbst in einigen Monaten wahrscheinlich noch maßlos überpowert sein wird. Wer sich also Sorgen macht, dass sein Smartphone mit der Zeit obsolet wird, kann beim G2 getrost zugreifen. Für die Benchmark-Freunde zu denen ich nicht gehöre gibt es dennoch ein paar handfeste Zahlen:

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Trotz des recht kräftigen 3000mAh Akkus hatte ich am Anfang Sorge, dass der Prozessor und das riesige Display sich hier negativ auswirken, doch wurde ich bei der Laufzeit wirklich überrascht. Das G2 ist bisher das erste Smartphone, welches ich testen durfte, bei dem ich mir nicht mal annähernd Gedanken um die Nutzung machen musste um über den Tag zu kommen. Die Displaylaufzeit ist mit bis zu 8h im Alltag wirklich beeindruckend, nur zieht der Standby Modus für meinen Geschmack etwas zu viel am Akku. Das ist aber nichts was sich nicht durch ein Software Update beheben lassen würde.

Software

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Über Hersteller Oberflächen kann man sich ziemlich lange streiten, doch gehört die Optimus UI inzwischen zu den kleineren Übeln. In Sachen Features hat LG wirklich an viel gedacht, manchmal aber auch an zu viel. Bisher ist mir keine UI bekannt die so viele Möglichkeiten zur Anpassung bietet, sei es das Layout der Navbar oder die Animationen von Lock- und Homebildschirm. Andererseits übertreibt man wie beim Vorgänger auch manchmal mit den Optionen und Apps. Würde ich ausführlich auf alles eingehen, würdet ihr diesen Test wahrscheinlich noch lesen, wenn ich bereits etwas zum LG G3 schreibe. Deshalb halte ich mich kurz, denn Bilder sagen ja bekanntlich mehr als Worte.

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Kurz zusammengefasst ist die Software von LG sehr durchdacht und bietet jede Menge nützlicher Features, aber am Ende könnte man hier und da etwas kürzer treten.

Fazit

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Mit dem G2 lässt LG die Muskeln spielen und bietet neben herausragender Leistung und einem sehr guten Display auch eine tolle Akkulaufzeit. Vor allem liegt das G2 mit einem Straßenpreis von 499€ weit unter dem was die Konkurrenz verlangen würde. Ich kann es auf jeden Fall uneingeschränkt empfehlen, wenn man kleine Kompromisse wie die Anordnung der Tasten eingehen kann.

Pro:

  • Sehr gute Verarbeitung und Haptik, kompaktes Design
  • Grandioses Display in Übergröße
  • Leistung ohne Ende
  • Sehr gute Akkulaufzeit
  • Brauchbare Kamera/Software

Contra:

  • Software teils überladen
  • Extrem gewöhnungsbedürftiges Layout der Tasten
  • Lautsprecher sind vergleichsweise leise

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